Der Blog für Trashfilme und B-Kultur

Kennt ihr diese Abende...
...an denen das Fernsehprogramm einfach nichts zu bieten hat und man sich vor Langeweile am liebsten die Kugel geben möchte? Man fragt sich, warum die deutsche Fernsehlandschaft so aussieht, als wäre Endzeit und wünscht sich, die Fernsehsender würden alle nur gute Filme, Serien oder andere Entertainmentformen anbieten.
Doch dann kommen auf einmal diese anderen Abende, an denen auf einmal jeder TV-Sender einen raushauen will und man freut sich für etwa 10,3 Sekunden. Denn genau dann stellt das Gehirn auf einmal fest, dass natürlich alles Gleichzeitig läuft. "Ja ver... nochmal ",schießt es einem durch den Schädel und dann beginnt der Moment der Entscheidungsqual. Ich verfluche beide Formen des Abend-Fernsehprogramms, doch diesmal handelte es sich um letztere Version.
Die Fernsehzeitung sagte mir also nun folgendes an: Bond, Jean-Claude, billiger SciFi-Horror, Steve McQueen und Alien. Und das Alles eben mehr oder weniger gleichzeitig.
Was sollte ich also wählen?
Im Angesicht des Todes, einer meiner liebsten Bonds?
Jean-Claude "The muscles from Brussels" in "In Hell", also als Knastfighter?
Miesen SciFi-Trash mit, Zitat TV-Today, "lächerlichen Tricks und grottigen Dialogen"?
Steve McQueen, als Thomas Crown?
Den Klassiker Alien, einen meiner liebsten SciFi-Filme?
Die Wahl ist pikant, Blödbacke! Um mal ein Zitat aus Ghostbusters 2 zu platzieren. Nachdem ich also einiges an "für" und "wieder" durch meine Gehirnwindungen hatte sausen lassen, fiel meine Wahl dann letztendlich auf Jean-Claude. Einfach aus dem Grund, dass ich schon eine Weile keinen Film mehr mit ihm geguckt hatte und er dieses Schicksal nun wahrlich nicht verdient hatte.
Nun nehmt also aus meinen Fingern die Rezension zu

In Hell
Regie: Ringo Lam

Darsteller: JCVD, Lawrence Taylor, Lloyd Batista










Kyle LeBlanc (JCVD) ist ein rechtschaffener Architek, der mit seiner Frau nach Russland gedackelt ist, um dort zu arbeiten. Eines Tages kommen allerdings ein böser Bube, der Kyles Frau abmurkst, darum sorgt der dafür, dass der Schurke vor Gericht landet. Allerdings wird der dann von dem schmierigen Richter freigesprochen, weshalb Kyle die Sicherung durchbrennt und er Selbstjustiz verübt. Dafür muss er jetzt natürlich blöderweise in den Knast. Und hier beginnt der eigentliche Film. Das Knastleben ist nämlich, wie wir wissen, eines der härtesten. In Russland ist das natürlich doppelt so hart. Am Anfang wird Kyle also ordentlich in den Arsch getreten. Und weil er da noch eine ziemliche Mimose ist und in Einzelhaft gesteckt wird, will er sich auch erst mal eine Runde selber erlösen. Aber der selbstgemachte Strick reißt und für das solange gegen die Wand rennen, bis der Kopf den Geist aufgibt, fehlt ihm leider die Ausdauer. Und dann erscheint auch noch eine tolle computeranimierte Motte, die ihm den Lebenswillen wiedergibt, weil er sich wegen ihr an seine Frau erinnert, die irgendwelchen Schmonz labert, man kennt das ja. Weil er also in der Einzelhaft nicht aufgegeben hat, wird zum Dank in die Zelle von Häftling 451 (Lawrence Taylor) gesteckt, der so taff ist, dass er nur diesen Namen trägt, weil er einen Mann abgefackelt hat. Nach ein paar kleinen Disputen unter den beiden, bei denen 451 so tiefschürfende Dinge sagt, wie "die Welt ist schon laut genug. Ich wünsch mir hier nur etwas Ruhe, das habe ich doch wohl verdient" und einem 2. und 3. Besuch in Einzelhaft (wieder mit der tollen Motte), fängt Kyle an zu trainieren. Denn was macht einen Knast erst zu einem echten Knast? Ganz genau, die illegalen Knastfights. Und da der gute Kyle es sich mit der russischen Gefängnismafia und den Wärtern verscherzt hat und außerdem ein paar Knackis scharf auf seinen Arsch sind, bleibt ihm eben nur der Weg des harten Fighters. Nach einem ordentlichen Rocky-Training (ich benutz einfach mal alles, was da ist) ist Kyle also in Hochform und bereit, die Knastfighterszene aufzumischen. Und nach einem etwas schleppenden Anfang, im ersten Kampf, an dessem Ende er den Gegner per Halsschlagaderbiss erledigt, kommt er ordentlich in Fahrt und macht alles und jeden platt. 451 findet das alles eher scheiße, weil er mehr so der Pazifist ist und Tagebücher schreibt, obwohl er voll der Klotzbär ist. So verwandelt sich Kyle nach und nach in den gefühlskalten Oberkiller. Der Russenmafia passt das nicht so, deswegen holen sie extra einen Knastfighter aus einem anderen Gefängnis. Bevor es aber wieder Mano a Mano geht, gibt es noch ein bisschen harte Knastalltagsbilder von Verrat und dem Kram, kommentiert von 451 aus dem Off. Kyle kommt natürlich wieder zur Vernunft und verweigert beim Fight mit dem Gastknacki das kämpfen. Dafür wird er dann an ein Gestänge gekettet, wo er rumstehen darf, bis er seine Meinung ändert. 451 verbrennt derweil einen Verräter im Rollstuhl. Und Kyle ändert natürlich nicht seine Meinung. Dafür aber die der Mithäftlinge, die jetzt alle Frieden schließen und zusammen das Kämpfen verweigern. Kyele kriegt unterdessen Hallus von seiner Frau. Die Bosse merken, dass Kyle irgendwie zu einer Art Märtyrer wird und packen ihn wieder in Einzelhaft. Als sie ihn rausholen wollen sie ein Exempel an Kyle statuieren, weswegen sie ihn gegen Milosch kämpfen lassen. Der ist sowas wie Mankind von der WWE. Nach ein paar Moves erkennt Milosch aber, dass Kyle ne zeitlang in der Nachbarzelle gesessen hat und sie sich per Klopfzeichen immer verständigt haben. Das Ganze endet in einem riesigen Chaos mit versuchtem Massenausbruch, während Kyle dem toten Milosch eine Jacke über die Visage zieht. Während also alle Randale machen, philosophieren Kyle und 451 über das Leben und wie Kyle rauskommen könnte. Der Aufstand wird niedergeschlagen und Kyle kämpft ein letztes mal, damit der Plan von 451 aufgeht. Also gibt es doch noch den Fight mit dem Gastknacki. Und Wunder oh Wunder, er gewinnt natürlich. 451 stielt sich davon und als sie Kyle grade wegbringen wollen, um ihn kaltzumachen, überwältigt er die Wachen und sie fliehen Hand in Hand in den Sonnenuntergang... ähm, so fast jedenfalls. 451 bleibt doch lieber im Knast und Kyle fährt alleine in die Freiheit, um der Welt von den schlimmen, schlimmen Dingen zu erzählen. 451 macht derweil kurzen Prozess mit dem Chef vom Knast und erzählt dann noch ein paar tolle Lebensweisheiten, während Kyle davondüst.
Ende

Fazit:
Uff, was eine Gurke von Film. Also ehrlich gesagt, konnte mich der Film nicht überzeugen. So halbgares pseudo-sozialkritisches Zeug ist irgendwie einfach nicht mein Ding. Vor allem, wenn die Action einfach zu kurz kommt. Überraschenderweise war das ganze, obwohl auf Pro7, relativ ungeschnitten. Leider macht das den Film nur unwesentlich, bis gar nicht besser. Wenn ich mir überlege, was ich hätte gucken können, ärgere ich mich in Grund und Boden. JCVD du kannst das klar besser, deswegen gibt es nur magere:

5 von 10 Knastfightern

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