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Das Grauen
Originaltitel:
The Changeling
USA 1980

Regie:
Peter Medak

Darsteller:
George C. Scott - John Russell
sonst nur Nebenrollen




Story:
Der Komponist John Russell zieht sich nach dem Unfalltod von Frau und Tochter aufs Land zurück. Blöd, dass er sich für sein weiteres Leben ein Spukhaus ausgesucht hat. Anfangs wird der Komponist nur durch seltsame Geräusche in seiner Ruhe gestört. Doch nach und nach passieren immer seltsamere Dinge. John wird neugierig und entdeckt ein geheimes Zimmer...

Fazit:
Jetzt könnt ihr euch denken: "Na und? Alles schon gehört und überhaupt gibt's doch eine Zilliarde Horrorhaus-Filme und die meisten stinken!".
Im Prinzip stimmt das ja auch, aber "Das Grauen" bildet eine rühmliche Ausnahme. Es hat mir nämlich selbiges über den Rücken gejagt. Dabei finde ich Horrorhaus-Filme, mit Ausnahme von Shining langweilig. Einmal habe ich tatsächlich Gänsehaut gehabt - Ich schwöre Alter!
Also irgendwas muss der Film richtig gemacht haben. Der Frage, was das sein könnte gehe ich jetzt einfach mal nach..

1. Der Hauptdarsteller und seine Rolle
Mit George C. Scott hat man einen hervorragenden Schauspieler für die Hauptrolle gefunden. Ihr kennt ihn wahrscheinlich noch aus "Dr. Seltsam", als General Patton, Sherlock Holmes und als den Mann der einen Football in die Leisten bekommt. Außerdem hat er als alter Sack das Glück, auszusehen wie Johnny Cash.
Sehr schön finde ich auch, dass einmal ein alter Mann im Mittelpunkt eines Horror-Films steht und nicht dämliche amerikanische Teenager oder eine hilflose Frau. Zudem gibt es fast keine Nebenrollen. Also auch niemanden, der nervt. Stellt euch mal Shining mit Eddie Murphy an der Seite von Shelley Duvall (ja genau, die hässliche Alte) vor.

2. Die Musik
Ich kann keine Noten lesen und den ganzen Krempel, aber eins weiß ich genau: Die Musik ist gruselig. Und da die Musik einen großen Teil der Atmosphäre eines Gruselfilms darstellt, kann "Das Grauen" mit einer tollen, unheimlichen Atmosphäre punkten.

3. Weniger ist mehr
Dieser berühmt gewordene Ausspruch des genialen Architekten Ludwig Mies van der Rohe trifft auch hier ins Schwarze. Horrorfilme sind doch wie Frauen. Damit meine ich nicht, dass sie nur mit starken Nerven zu ertragen wären, sondern das sie mit etwas bekleidet interessanter wirken, als wenn sie jedem ihre Schatzkiste zeigen. Das Grauen punktet auch hier. Der Film baut die Spannung langsam und hält sich dabei kaum mit irgendwelchem Schnick-Schnack auf.

4. Zu richtigen Zeit am richtigen Ort
Eigentlich war ich schon müde und wollte mich aufs Ohr hauen, doch einer inneren Eingebung folgend, schaltete ich nochmal auf Tele 5 oder das Vierte (weiß ich nicht mehr) und sah, daß das Grauen gerade angefangen hatte (keine Anspielung auf Call-In-Sendungen und Teleshopping).
Irgendwie gefiel mir der Film schon im Grundton und so habe ich im Teletext nachgeschaut, um was für einen Film es sich dabei handelt. Da merkte ich schon "Das ist jetzt genau das, was du brauchst!".

Zusammenfassend lässt sich sagen, das "Das Grauen" vieles richtig und eigentlich fast nichts falsch macht. Ein zu Unrecht unbekannter Horror-Film. Den Trailer gibt es bei Youtube, aber ich habe ihn nicht reingestellt, weil er dem Film meiner Meinung nach, nicht gerecht wird.

7 von 10 möglichen Punkten

NKC

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