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Gutshot Straight

USA 2014
85 min.

Regie:
Justin Steele

Darsteller:
George Eads – Jack
AnnaLynne McCord – May
Steven Seagal – Paulie Trunks
Ted Levine – Lewis
Vinnie Jones – Carl
Tia Carrere – Leanne




11,5 cm x 10,5 cm.
In dieser stattlichen Größe prangt Steven Seagal auf dem Cover von Gutshot Straight. Auf der Rückseite sind es immerhin noch 9,5 cm x 8,0 cm. Seagal-Fans ahnen bereits, dass hier etwas nicht stimmt. Immer wenn Steven derart prominent auf einem aktuellen DVD-Cover platziert wird, sollen nichts ahnende Action-Freunde über den Tisch gezogen werden. Doch es kommt noch schlimmer: Die Fotos der ehemaligen Actionikone stammen beide aus längst vergessenen Produktionen. Und nicht mal die am unteren Bildrand zu sehenden Polizisten tauchen im Verlauf der Handlung auf. Eigentlich ein deutlicher Warnhinweis. Eigentlich…

Doch die Geschichte um den professionellen Poker-Spieler Jack, der von einem undurchsichtigen High-Roller zu einer lebensgefährlichen Wette herausgefordert wird, hält zum Glück mehr als das Cover-Artwork erwarten lässt. Das liegt auch daran, dass die Aikido-Wuchtbrumme nicht mal fünf Minuten Screentime erhält. Zwar liefert Seagal in Gutshot Straight eine für seine Verhältnisse gute Leistung ab; doch man ist trotzdem froh, dass der restliche Cast die Geschichte trägt. Vor allem Fernsehdarsteller George Eads steht die Figur des sympathischen Losers gut zu Gesicht (no pun intended).

Zur Geschichte des Films will ich lieber nicht zu viel verraten. Denn immerhin ist Gutshot Straight ein Thriller. Und auch wenn der Film das Genre nicht neu definiert, will ich etwaige Überraschungen nicht vorweg nehmen – außer vielleicht einer... Zu Beginn des Films gönnt sich Gutshot Straight einen Vorspann in James-Bond-Manier. Und der ist wirklich gut geraten. Auch der zugehörige Titelsong „The Spider“ von Samson Crouppen, Keith Waggoner featuring Greta Karen ist ein echter Geheimtipp.

In einer Sache wurde bei Gutshot Straight dennoch schlampig gearbeitet: Die Synchronisation. Zwar treten bei Filmen mit Steven Seagal häufig Mängel bei der Nachvertonung auf. Doch ironischerweise betreffen diese Probleme meist den Originalton, der dank dem heiseren, unverständlichem Gemurmel von Lord Steven schon von Haus aus kaum zu verstehen ist.
Während Seagal in Deutschland seit ewigen Zeiten von Ekkehardt Belle (auch bekannt als Sprecher von Lorenzo Lamas, Kevin Sorbo) gesprochen wurde, entschied man sich diesmal für eine neue Stimme. Und dieser Sprecher gehört zum Schlechtesten, was ich je hören musste – Lachanfall garantiert. Da selbst ein Blick in die Synchronkartei mir den Namen des Übeltäters nicht verraten konnte, schließe ich daraus, dass sich hier ein Praktikant mit Mandelentzündung austoben durfte. Dass ein kleines Mädchen zudem noch von einer erwachsenen Frau gesprochen wird, sorgt für ein paar weitere Lacher.

Ob ich den Film nun empfehle? Sagen wir es so: Selbstverständlich gibt es bessere Thriller als Gutshot Straight. Es gibt aber auch schlechtere - vor allem schlechtere Produktionen für den Heimkino-Markt. Manche werden den Film mögen, andere wiederum nicht... In jedem Fall zeichnet sich Gutshot Straight durch eine gewisse Sorgfalt aus, die viele Direct-to-DVD-Filme vermissen lassen. Da es den Film umsonst, legal und in HD auf Youtube gibt, ist er in jedem Fall eine sichere Wette.

– Commodore Schmidlabb –

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