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Al Bano und Romina Power – live in Berlin Waldbühne Berlin, 21. August 2015 (Teil 3)

♫ Bravo! Bravo! Die Hirne sind jetzt weich! ♫
♫ Noch mehr Italo-Pop und wir kotzen gleich! ♫
♫ Wir wollen fliehen, wir wollen fliehen, doch keiner kann mehr gerade gehen! ♫
♫ Liebe Freunde es ist Zeit, ganz amtlich durchzudrehen! ♫

Diese mehr als holprige Anbiederung an den Bravo-Traube-Song stellt in Wahrheit lediglich die Überleitung zum dritten Teil unseres Berichts über die Comeback-Show von Al Bano und Romina Power dar. Hat doch geklappt oder? Also, auf zum grande finale!


TEIL 3

Unsere Gehirne kochen in der Abendsonne. Doch ob es wirklich die Hitze oder die gehirnschmelzende Performance der Altstars ist, können wir in unserer derzeitigen Verfassung nicht mehr sagen. Seit einer gefühlten Ewigkeit bespielen Al Bano und Romina abwechselnd die Bühne. Um wenigstens etwas von der Realität abzulenken, schicken wir bitterböse Tweets in den Äther.






Nach ein paar musikalischen Luftnummern („Something Stupid“ auf italienisch im Sirtaki-Remix, Libertät mit begleitender Diktatoren-Slideshow) ist der große Moment gekommen. Die Powers fahren die ganz großen Geschütze auf. Nur leider merken das die Fans nicht. Erst wenn der Refrain erklingt, bricht hier und da der Discofox aus. Manchmal sieht man sogar eine weiße Jeans-Jacke über den Köpfen kreisen. Die meisten Zuhörer begnügen sich aber mit rhythmischem Geklatsche – die Art von Geklatsche, wie sie nur Deutsche beherrschen und wie man sie nur aus volkstümlichen Musiksendungen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten kennt.

Nach dem Refrain kehrt schnell wieder Ruhe ein. Ähnlich fix gehen die Powers wieder zur Tagesordnung über. Während sie sich in einem Moment für die Kameras gegenseitig anschmachten, eilt Romina in der nächsten Sekunde wieder hinter die Bühne um in den nächsten Batik-Kaftan zu hüpfen. Romantik sieht anders aus.

Dann endlich ist das Konzert vorbei. Viel länger hätten wir es nicht ausgehalten. Doch was heißt lange? Die Sonne steht immer noch am Himmel. Aber das ist ja auch gut so. Schließlich ist das Publikum in einem Alter, in dem es nicht mehr gerne im Dunkeln Auto fährt. Doch lassen wir das – Ich habe genug Gemeines die Fans, die Musik und natürlich über Al Bano und Romina Power geschrieben. Fairerweise sollte ich auch etwas Nettes über die das Event schreiben. Die Fans sind außerordentlich höflich und rücksichtsvoll. Al Bano kann tatsächlich ziemlich gut singen und die Preise für die Konzertkarten sind außerordentlich fair. Doch in einer Gefühlswelt, deren größte Regung der Discofox ist, möchte ich trotzdem nicht leben. Das sollte niemand müssen.

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