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Die Achtziger in der aktuellen Popkultur – Pro und Contra (Teil 2)

Gestern schrieb ich eine erboste Abrechnung über die meiner Meinung nach sinnlose Ausschlachtung der Eighties durch die Kulturschaffenden. Heute sage ich: „Chill Homie! So schlimm wie du denkst ist es gar nicht.“ Natürlich interessiert uns auch eure Meinung zum Thema. Also geht mit dem vorliegenden Text abermals in Klausur und teilt uns mit, ob ich heute oder gestern im Recht wahr.



Nothin’ but a good time
Ein Plädoyer für den puren, unverkrampften Spaß

Die Achtziger sind vorbei. Das weiß auch ich. Keine Sorge. Ich jogge nicht in pinker Blouson-Seide durch die Gegend und trage auch keinen riesigen Walkman an meinem Gürtel. Geblieben ist jedoch die Liebe zu den manchmal unfreiwillig komischen Actionstreifen und den überschwänglichen Komödien der Epoche.

Dass die Rückkehr der Achtziger in unsere Zeit fällt kommt indes nicht überraschend. Viele Themen, die unsere Gesellschaft schon vor gut 30 Jahren beschäftigten, liegen heute wieder auf dem Tisch – die Atombombe, der kalte Krieg... Und schon damals sehnten wir uns nach farbenfroher Zerstreuung.
Da uns die Eighties aber kein neues Futter liefern können, machen wir es uns eben selbst! Dieser DIY-Spirit ist ein Ausdruck unserer Zeit und somit hochmodern, auch wenn er sich Rückgriffe auf den Chic von gestern erlaubt. Außerdem ist sowieso Alles schon mal dagewesen. Auch die 80er bedienten sich munter in der Kulturgeschichte und zitierten ihrerseits die 50er. Zurück in die Zukunft und Dirty Dancing belegen das eindrucksvoll.

Das aus der Beschwörung eines alten Zeitgeists auch Neues entstehen kann, zeigt die Chiptune-Szene. Aus Liebe zur piepsigen Musik des originalen Gameboys entstand gleich eine ganz neue Musikrichtung. Diese Subkultur folgt schon längst ihren eigenen Regeln und dient wiederum als Inspirationsquelle für andere Musiker.

Sicherlich gibt es einige Filmschaffende, die sich einer baukastenartigen Arbeitsweise bedienen und so nie ein eigenes Gespür für die wichtigen kreativen Entscheidungen entwickeln. Doch die gibt's überall und in jedem Sektor. Aber warum sollte man die wirklichen Könner aufhalten? Ein mit Herzblut gemachter Pastiche – wie zum Beispiel Black Dynamite – ist immer noch besser, als seelenloses Fließband-Kino, oder nicht?

Wenn nur das Label "Achtziger" stört ist es doch eigentlich kein Problem, oder? Nennen wir es halt Neo Eighties. Ob ein Produkt nun wirklich aus den 80ern stammt oder nicht nicht, ist schlussendlich scheißegal – Hauptsache es macht Spaß!

Hab’ ich nicht recht?

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