Der Blog für Trashfilme und B-Kultur

Die Achtziger in der aktuellen Popkultur – Pro und Contra (Teil 1)

Die 80er sind überall. Ob in Film, Musik oder Videospiel – Kein Weg führt an den Eighties vorbei. Natürlich ist die Vergangenheit immer in Mode. So konnte man in den letzten Jahren auch immer wieder Versatzstücke anderer Epochen entdecken – und das in eigentlich allen Kunstgattungen. Doch während während diese Trends meist recht schnell wieder verschwanden, ist der Einfluss der Achtziger in der aktuellen Popkultur immer noch zu spüren.

Um festzustellen, ob das etwas Gutes ist, oder lediglich auf der Faulheit fußt, habe ich ich – im zähen Ringen mit mir selbst – zwei Streitschriften zum Thema verfasst. Während ich mich heute vehement gegen die sinnlose Nutzung der 80er als Ersatzteillager für den kreativen Prozess stelle, trete ich am Folgetag für einen freien Umgang mit unserem kulturellem Erbe ein.

Ab geht's also. Wohin? Ist doch ganz klar. Wir gehen zurück.


Zurück in die Zukunft
Ein Plädoyer für mehr kreative Eigenständigkeit

Sehen wir es ein – Die achtziger Jahre sind ein Selbstbedienungsladen für Kulturschaffende geworden. Doch leider darf jeder – ja wirklich jeder in diesem Geschäft einkaufen. Etwas Keyboard-Musik in John-Carpenter-Manier und Vokuhilas gefällig? Darf's vielleicht etwas Macho-Action mehr sein?

Persönlich fällt es mir immer noch nicht ganz leicht mitzuerleben, wie minderbegabte Kickstarter-Regisseure die eigene Kindheit für ihre Projekte instrumentalisieren. So wurde in den letzten Jahren zu häufig versucht, die Ästhetik der Achtziger (oder was man dafür hält) als Schablone für einen garantierten Erfolg zu benutzen. Fehlt dem Projekt etwas die Würze? Dann macht man es eben "voll Eighties“ und fertig ist er Lack!

Natürlich fand auch ich das Spiel mit Neon, Synthies und Over-the-Top-Attitüde eine Weile lang witzig. Doch ist es an der Zeit, dass die Filmschaffenden wieder lernen mit dem eigenen Kopf zu arbeiten. Mir ist bewusst, dass es schwierig und vor allem teuer ist, neue und glaubhafte Welten zu erschaffen. Gerade hier gibt es Sicherheit, sich an bestehenden Vorlagen entlang zu hangeln. Neues entsteht so jedoch nicht.
Doch das ist es, was wir brauchen – Neue Ideen und Visionen! Weil es unserer Kultur (aber nicht nur unserer) an Erneuerungswillen, Visionen und Utopien mangelt, hören die Kids von Heute tatsächlich die Musik von durchsichtigen Schlagerdeppen und als "Kult" gebrandmarkten Volksmusik-Gruselfiguren. Das kann doch niemand ernsthaft gutheißen.

Der Geist der Achtziger ist doch schon längst verflogen, wie ein neonfarbener, nach Kaugummi riechender Furz. Ihn festhalten zu wollen erscheint falsch und ist obendrein unmöglich. Die echten Achtziger bieten uns obendrein genug Perlen, die noch entdeckt und besprochen werden wollen. Bestes Beispiel ist der lange Zeit in Vergessenheit geratene Ninja-Klopper Miami-Connection. Der Film – in Deutschland besser als Schwarze Ninja greifen an bekannt – wirbelte nach seiner Wiederentdeckung in der B-Movie-Szene mächtig Staub auf. Eigentlich haben wir also keinen Grund, die Dinge in eine alte Form zu pressen. Bevor wir versuchen, die Eighties im Greenscreen zu neuem Leben zu erwecken, sollten wir unseren Blick auf das Wahre, das Echte lenken.

Basta!

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