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Order No. 27

Nordkorea 1986
74 Min.

Regie:
Ki Mo Jung
Eung Suk Kim

Darsteller:
Sung Choi Cha – Kil Nam
Jeong Woon Kim – Chol Woo
Ha Chun Kim – Chon Su





Auf dem Höhepunkt des Koreakriegs bereiten Imperialisten aus dem Süden der tapferen nordkoreanischen Armee mal wieder Kopfschmerzen. In der Ausbildung einer Special-Forces-Einheit der Südkoreanischen Armee sieht der nordkoreanische Kommandant eine große Bedrohung und ruft daher seine eigene Spezialeinheit, gemeinhin nur „Red Guerillas“ genannt.

Für diese Operation erteilt der Kommandant die Order 27 welche den Angriff auf das Special- Forces-Lager und die Ausschaltung des Generalstabs beinhaltet. Hilfe bekommen die „Red Guerillas“ dabei von einer nordkoreanischen Agentin im feindlichen Generalstab. Was folgt, ist ein Himmelfahrtskommando hinter die feindlichen Linien.

Schon bei der Benennung des Genres scheitert man an diesen Film. Irgendwie handelt es sich bei um eine Mischung aus Martial Arts, Spion-, Heimat- Kriegsfilm gewürzt mit etwas ungewollter Stummfilm-Slapstick.

Die Taekwondo Martial Arts Szenen sind überraschend unterhaltsam und drücken für das Entstehungsjahr gut auf die Tube. Trotzdem wird man zwischendurch durch schnelle Schnitte von herumfliegenden Koreanern an einen Ninja-Kampf aus der Schmiede von Godfrey Ho erinnert. Überhaupt verfügen die nordkoreanischen Soldier-Boys über Fähigkeiten, die den Ninjas kaum in Etwas nachstehen. So können sie zum Beispiel aus dem Stand drei Meter hoch springen und mit einem Schuss gleich mehrere Gegner durchsieben. Zudem werden die Kämpfe häufig vorgespult gezeigt, um die Action schneller erscheinen zu lassen. Zusammen mit der Hintergrundmusik hat das schon etwas von einem guten alten Stummfilm. Außerdem erklärt dieses Manöver vielleicht die recht zackige Laufzeit von 74 Minuten.

Nordkoreas Soldaten werden wohl von John Woo ausgebildet

Zwischen den reichlich vorhandenen Kampfszenen gibt es immer recht penetrante „politische Bildung“. Es kommt einen so vor als ob der Film nicht müde wird, zu erwähnen, wie toll doch der Zusammenhalt innerhalb der Armee ist und wie fürsorglich der Anführer seine Soldaten behandelt. Dies spiegelt sich auch in famosen Overacting wieder, das besonders bei der Trauer um jeden gefallenen Kameraden an den Tag gelegt wird.

Recht merkwürdig war es zudem, einmal die gewohnten „Gut und Böse“-Seiten zu wechseln und zu versuchen die Südkoreaner als fiese Kerle zu sehen. Hilfe bekommt man von den nordkoreanischen Kostümbildnern, die scheinbar denken, dass südkoreanische Kommandanten in Mafiosi-Outfits herumlaufen, chronisch schlecht rasiert sind und ihre schlecht sitzenden Uniformen niemals bügeln.

Zusammenfassend sind wir uns jedoch einig, dass wir schon erheblich größeren Unfug gesehen haben (von der Propagandakeule mal abgesehen). Dank der überraschend guten Kampfszenen – stets mit einem Schuss Wahnsinn gewürzt – wurden wir eigentlich eine knappe Stunde gut unterhalten.

Commodore Schmidlabb
American Cyborg Terminator

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