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Godzillas Freunde: Pulgasari

Willkommen zu einer weiteren Runde von Godzillas Freunde. Im Rahmen unseres Themen-Monats beschäftigt sich auch unsere Gummisaurier-Rubrik mit dem Land, wo es nicht viel zum lächeln gibt. Daher dürft ihr in der heutigen Ausgabe alles über Godzillas merkwürdigen nordkoreanischen Cousin erfahren...

Pulgasari (불가사리)



Größe:
Das größte Monster aller Zeiten ...zumindest immer größer als jedes imperialistisches Monster aus dem Westen

Gewicht:
Wegen permanenten Rumgeknusper, im Laufe des Films ein paar Kilo zusätzlich auf den Hüften

Besondere Fähigkeiten:
  • Frisst Metall wie Kartoffelchips
  • Planscht gerne im Wasser
  • Hat eine so weiße Weste, sodass er nach dem Zusammenbruch des Regimes nicht mal einen Persilschein braucht
  • Holzfällen kann er auch

Filmauftritte:
  • 1985 Pulgasari

Vorgeschichte:
Im Jahr 1978 kam der Filmfreund Kim Jong ill auf die Idee, man könne doch selber Filme drehen, und so den kapitalistischen Hunden zu zeigen, wie so richtig gute Streifen aussehen. Doch was macht der moderne Diktator, wenn man zwar Filme mag, aber keinen blassen Dunst davon hat wie diese gemacht werden? Man kidnappt einen Regisseur aus dem benachbarten Bruderstaat. So geschah es, dass Shin Sang-ok sich auf "Besuch" in Nordkorea wiederfand.  Nach 2 Jahren Gefängnishaft knickte der arme Kerl dann auch ein und drehte 6 "großartige" Filme. Dabei entstand unter anderem im Jahr 1985 der Monsterfilm Pulgasari.

Die ganze Story:
Natürlich fängt die Geschichte mit hart arbeitenden Dorfbewohnern an. Der erste Dialog - "Schwester, gib mir etwas Wasser" - "Nein, die alten Leute zuerst!" zeigt schon, dass dieser Film den moralischen Zeigefinger so penetrant in die Luft hält, dass man ihn schon in der Nase hat.

Doch das moralisch korrekte Dorfleben wird plötzlich gestört, da der Gouverneur auf seinem Sonntagsspaziergang vorbeigelatscht kommt. Dieser verlangt bei der Gelegenheit dann auch gleich vom Dorfschmied schicke neue Waffen. Und da das Metall dazu fehlt, klaut er einfach den Dorfbewohnern ihre Schüppchen und Schnellkochtöpfe um sie einschmelzen zu lassen.

Den Dorfbewohnern verbunden, findet der Schmied die ganze Geschichte nicht so richtig gut und versteckt die Aussteuer der Dorfdirnen erstmal irgendwo hinter den Pappkulissen. Prompt wird er dafür aber ohne Vollpension in den Knast geworfen. 

Da seine Kinder Ami (weiblich) und Ana (männlich) den Herrn Papa nicht beim Hungern zusehen wollen, werfen sie ihm den alten Reis von gestern Mittag durchs Fenster. Vom Hunger wahrscheinlich etwas verwirrt, weiß dieser nicht so richtig was er mit dem Essen machen soll und formt daraus eine kleine Monsterstatue.

 Die Angst steht Pulgasari ins Gesicht geschrieben als er erfährt,
 dass es in Nordkorea Monster gibt.

Reinbeißen wäre die bessere Idee gewesen, weshalb die Statue dann auch als Erbstück an die Nachkommen geht. Seine Tochter Ami ist anschließend auch noch so ungeschickt, dass sie beim Stricken ihr ganzes Blut über die Statue kippt. Und schon ist die Logikkette komplett und die Monsterstatue mit dem Namen Pulgasari ist putzmunter und lebendig.

Besonders groß ist Pulgasari jedoch noch nicht, ganz im Gegensatz zu seinem Hunger. Was den Gouverneur so richtig nervt, da Pulgasari ihm seine ganzen Schwerter wegnascht. Beim exorbitanten Kaloriengehalt von Eisen wächst Pulgasari natürlich im Laufe des Films stetig, ohne dass ein Ende abzusehen ist.

Die Jugendlichen aus dem Dorf haben sich mittlerweile in die Berge verzogen um dort etwas Vernünftiges zu lernen, nämlich Bandit sein. Das macht auch richtig Spaß, bis durchsickert, dass der Gouverneur seine speziellen SadoMaso Techniken nun auch der Witwe des Schmieds vorführt. Kurzerhand wird dieser dafür vom Mistgabel-und-Fackel-Mop "abgewählt".

Auf dem Weg mit einer Gruppe radikaler Fette zum Weight Watchers Treffen

Der König hat, als überraschend eingeführter Charakter, daraufhin verständlicherweise einen braunen Fleck in der Unterbuxe und schickt seinen General, welcher mal schauen soll, was da so los ist.

Was folgt ist ein Partisanenkrieg in den Bergen, der stark an Takeshis Castle erinnert. Darauf hat der General nur bedingt Lust und umstellt das ganze Gebirgsmassiv kurzerhand. Da der Pizzaservice nun nicht mehr durch kommt und nichts außer Baumrinde und Pferdeköpfen auf den Tellern landet, spitzt sich die Situation der Dorfbewohner zu. Rettung bringt Pulgasari, welcher die Ami ganz toll findet. Mit einem Monster in den Reihen, kippen die Kräfteverhältnisse sofort, weshalb der König dazu gezwungen ist, seinen Monsterexperten zu befragen.

Dieser hat folgenden Plan: Die Ami wird gekidnappt woraufhin Pulgasari zwangsläufig angetrampelt kommt. Da dieser natürlich kein großes Interesse an der Enthauptung von Ami hat, beugt er sich den Anweisungen des Generals und setzt sich in so eine Kiste. Diese wird dann unter lautem Lachen angezündet, was im Endeffekt aber gar nichts bringt, da Pulgasari mittlerweile nicht mehr aus Reis sondern Metall besteht und vom Feuer lediglich etwas rot wird.

Auch Pulgasari hat scheinbar Verständnisprobleme wenn es darum geht,
wie er beseitigt werden soll.

Dem Monsterexperten des Königs wird klar, dass schnell ein neuer Plan her muss. Also wird Folgendes ersonnen. Man buddelt ein großes Loch, da plumst Pulgasari dann rein und obendrauf kommen jede Menge Steine. Um ganz sicher zu gehen, heuert der "Fachmann" noch so eine Esoteriktante an, welche an Pulgasari einen Exorzismus vornehmen soll.

An dieser Stelle hatte ich mich schon gewundert, warum Pulgasari so blöde sein soll, in ein Loch zu fallen, welches auf dem ersten Blick wie ein Braunkohletagebau aussieht und daher  mindestens aus einer mittleren Entfernung ersichtbar sein sollte.

Gerechnet habe ich natürlich nicht mit der Esoteriktante. Die tanzt komisch mit ihren Sektenjungfrauen ums Feuer und wirft dabei Klopapier auf Pulgasari. Von dieser Vorstellung leicht perplex – und geschubst von einem verwirrenden Filmschnitt – scheint Pulgasari dann doch irgendwie ins Loch gestolpert zu sein.

Damit will sich die Ami aber mal so gar nicht abfinden und schneidet sich die Unterarme auf, um noch etwas Blut auf das Felsengrab zu kippen. Das findet Pulgasari verständlicherweise so ekelig, dass er da sofort wieder rauskommt.

Ein kleines Päuschen vom Klassenkampf.

Ihr ahnt was als Nächstes kommt? Der Monsterexpert denkt sich was aus. Den folgenden Plan bekomme ich jedoch nicht mehr richtig zusammen. Die Rede war von einem großen Topf mit Feuerwerkskörpern um das ganze Monster bei der Schlacht um den Königspalast einfach wegzusprengen. Hinterher sind da aber nur solche Metalllöwen, die Pulgasari in den Mund schießen. Ach ja, glaubt ihr den obligatorischen Raketenbeschuss auf das Monster schenkt sich dieser Film? Denkste, Raketen hatten die Koreaner scheinbar schon im Mittelalter. Eine davon trifft Pulgasari sogar lustig am Kopf.

Das alles juckt das Monster natürlich recht wenig und hält ihn in keiner Weise davon ab, einfach auf den König draufzulatschen. Doch auch mit diesem vermeintlichen Happy End gibt Pulgasari sich nicht zufrieden und hat weiterhin Heißhunger auf Heavy Metal, weshalb er den Dorfbewohnern das ganze Werkzeug aus den Händen frisst.

Nun ist Ami an der Reihe einen guten Plan zu ersinnen um das Problem zu lösen. Sie stellt sich in eine bimmelnde Glocke, die Pulgasari dann samt des Mädchens auffrisst, was ihn logischerweise dazu veranlasst wieder ganz klein zu werden und von nun an als Bergsteiger zu leben.

FIN

American Cyborg Terminator

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