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The search for Weng Weng

Australien 2007
92 min.

Regie:
Andrew Leavold

Darsteller:
Dolphy
Nick Deocampo
Marrie Lee
Don Gordon Bell
Imelda Marcos
Imee Marcos
Pia Moran




Im Leben jedes ernsthaften Trashfilm-Aficionados kommt der Moment, in dem er oder sie im Internet auf einen Ausschnitt des philippinischen Actionfilms „For your height only“ stößt. Das Highlight der irrwitzigen Bond-Kopie ist ohne Zweifel der kleinwüchsige Hauptdarsteller Weng Weng. Zu sehen, wie sich der 83 Zentimeter große Geheimagent todesmutig in gleichsam alberne wie geniale Actionszenen stürzt, ist der Fix, den Trashfans suchen. Den Meisten geht aber spätestens dann die Puste aus, wenn sie merken, wie schwierig es ist, mehr über Weng Weng zu erfahren – geschweige denn seine Filme käuflich zu erwerben.



Nicht so Andrew Leavold! Getrieben von unerschöpflicher Neugier macht sich der australische Regisseur und Filmhistoriker auf den Weg, Klarheit über das Schicksal der winzigen B-Movie-Legende zu erlangen. Leavolds abenteuerliche Reise führt ihn von Weng Wengs Wegbegleitern bis ins Exil der philippinischen Ex-Diktatorin Imelda Marcos. Das Ergebnis dieser mehrjährigen Odyssee ist der Dokumentarfilm „The Search for Weng Weng“.

Der Zuschauer erfährt aber nicht nur eine Menge über den sogenannten „Midget-James-Bond“, die Dokumentation gibt darüber hinaus einen Einblick in die wilde und aufregende Blütezeit des philippinischen Trashfilms, die uns Perlen wie zum Beispiel „James Batman“ beschert hat.

Anlässlich der deutschen Erstausstrahlung des Films im Berliner Z-inema hatte ich die Gelegenheit mit Leavold zu plaudern und kann getrost sagen, dass ich in meinem Leben wohl nie einen größeren Filmfreak getroffen habe. Sein Wissen über den (Trash-)Film kann man nur als profund bezeichnen. Seine Begeisterung für das Medium Film spürt jeder, der seinen Geschichten folgt. 
Leavold Anwesenheit ist aber keineswegs Voraussetzung, um „The Search for Weng Weng“ geniessen zu können. Seine Begeisterung für den Trashfilm im Allgemeinen und Weng Weng im Speziellen überträgt sich auch so auf den Zuschauer. Nach 92 Minuten kann man gar nicht anders, als den winzigen Exploitation-Star zu lieben – und Leavolds Film gleich mit.

– Commodore Schmidlabb –

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