Der Blog für Trashfilme und B-Kultur

Clash of the Ninjas

Hong Kong 1986
90 min.

Regie:
Godfrey Ho

Darsteller:
Paulo Tocha – Tony
Louis Roth – Mr. Roy
Eric Neff – Jeff
Joe Redner – Mr. Foster






Es war wie ein Rausch. Ein Goldrausch.
Es war die Zeit kurz nach der Jahrtausendwende, als sich die Leute landauf landab von ihren alten Videokassetten trennten. Es war auch die Zeit, in der mein Filmgeschmack endgültig baden ging.

Der fast unerschöpfliche Angebot an minderwertigen Tapes führte fast zwangsläufig zur Gründung dieses Blogs. Sicherlich wurde der Grundstein für meine Affinität zum Trashfilm bereits in meiner Kindheit gelegt. Doch waren es damals die Flohmärkte und Videotheksauflösungen, die mir Machwerke wie Rollerblade, R.O.T.O.R. die Killermaschine, Mutant Hunt und eben auch Clash of the Ninjas vor die Füße kotzten.

Besagtes Aufeinandertreffen der Ninjas ist ein lupenreiner Vertreter der dadaistischen No-Budget-Ninja-Streifen der Großmeister von Filmark International. Die Filmschmiede von Tomas Tang überschwemmte in den achtziger Jahren den Videomarkt mit einer Vielzahl von Ninjafilmen der Güteklasse Z.
Für die Einhaltung dieser Güteklasse sorgte Tangs fleißigster Mitarbeiter, der Regisseur Godfrey Ho, der für einige der miesesten Filme verantwortlich ist, die jemals gedreht wurden. Kaum verwunderlich also, dass er später als der „Ed Wood von Hong Kong“ zu zweifelhaftem Ruhm gelangen sollte.

Unter den zahlreichen Ninja-Filmen von Filmark International nahm Clash of the Ninjas in unserer Wahrnehmung immer einen besonderen Platz ein. Aber natürlich standen meine Kollegen und ich noch ganz am Anfang unserer Laufbahn als selbsternannte Trashfilm-Experten. Das ist lange her und gewisse Resistenzen haben sich gebildet. Einen Ninjafilm von Godfrey Ho kann uns heute nicht mehr umhauen. Oder doch? Es ist also an der Zeit Clash of the Ninjas ein weiteres mal in den Videorekorder zu schieben und der Nagelprobe zu unterziehen.

Doch worum geht es eigentlich?
Schon bei dieser Frage muss ich ausholen. Das liegt natürlich nicht daran, dass der Plot der Ninja-Mär besonders verschachtelt oder intelligent wäre. Im Gegenteil. Die Geschichte passt auf die Rückseite einer Briefmarke. Die seltsame Machart der Ninja-Filme von Godfrey Ho ist es, die Neulinge brüsk vor den Kopf schlägt.

So schneidet Ho mithilfe seiner legendären „Cut-and-Paste“-Technik aus mehreren minderwertigen Filmen einen noch schlechteren Film zusammen. Unter seiner Ägide entstanden nach diesem Schema scheinbar unendlich viele Filmgurken aus chinesischem Fremd-Material und einer Handvoll nachgedrehter Ninja-Szenen – Im Allgemeinen eine ungenießbare und schwer nachvollziehbare Melange des Wahnsinns.

Im Gegensatz zu vielen anderen Ninjafilmen von Ho ist Clash of the Ninjas auch ohne bewusstseinserweiternde Drogen zu verstehen. Die Geschichte um den hinterlistig dreinblickenden Mr. Roy, der mit seiner Ninja-Bande einen Organhandel-Ring betreibt und den Totmacher und Secret-Service-Agenten Tony ist weiß Gott simpel genug. Doch diesmal fällt Godfrey Ho mehr als nur ein Trick ein, um die nachgedrehten Szenen mit dem Fremd-Material zu verweben. Fast könnte man meinen, dass sich Godfrey Ho dieses eine mal Mühe gegeben hätte. Das ist natürlich Quark.

Das merkt man spätestens wenn es um die Ausführung geht. Von Sekunde eins an krankt Clash of the Ninjas an den selben Mängeln, die alle Ninjastreifen von Filmark unverkennbar machen. Was für den ernsthaften Cineasten eine Qual ist, versetzt den Trashfilm-Fan in Verzückung – Die albernen Kulissen, die schlecht gekleideten Laiendarsteller, die von den Gesetzen der Physik und Logik befreiten Actionszenen. All das bietet Clash of the Ninjas im Überfluss.

Darüber hinaus bietet der Film eine der schlechtesten schauspielerischen Leistungen, die ich je gesehen habe. Die Szene, in der Tony (laut Klappentext „ein excellenter Ninja-Fighter“) seinen verwundeten Kollegen im Krankenhaus besucht und Rache am sinistren Mr. Roy schwört, sucht ihresgleichen. Allein für dieses Bonmot stehen wir tief in der Schuld von Godfrey Ho.

Wir verneigen uns vor einem echten Meister – einem Ninjameister.
Danke Mr. Ho.

– Commodore Schmidlabb –

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