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Commodore Schmidlabbs Jahresrückblick 2014

Bald ist es wieder soweit. Sektkorken knallen, bunte Wolken erblühen am Himmel,  Menschen in dicken Jacken umarmen sich und das Jahr ist rum. Und wie es zum Jahresende üblich ist, will auch ich den Rückblick auf 2014 wagen. Ich sage wagen, weil es unter Umständen ein ziemlich schwieriges Unterfangen werden könnte. Schließlich habe ich mich immer öfter aus dem Treiben der modernen Pop-Kultur zurückgezogen.

So gucke ich nur selten moderne Serien und löse noch seltener einen Fahrschein für den Hype-Train. Nur wenige Neuerscheinungen begeistern mich noch. Demnach ist die Krönung des Jahres für mich ein Oldie. Ohne Zweifel rede ich von der längst überfälligen Veröffentlichung der klassischen Batman-Serie mit Adam West. Diese ist dafür der erhoffte Knaller – auch durch die nüchternen Augen eines Erwachsenen.

Meine Platte des Jahres steht ebenfalls mit einem Bein in der Vergangenheit. Die Rede ist von Body Counts Rückkehr mit ihrem Album Manslaughter. Obwohl sich die Themenkomplexe im Vergleich zu den Gründungstagen aufgrund der veränderten Lebenssituation von Ice-T  etwas verschoben haben, sind Body Count immer noch der größte Bürgerschreck am Platze. Meine Anspieltipps: Talk shit – get shot und Pray for death.

Doch selbstverständlich hat die Kulturszene auch im Jahr 2014 Produkte ausgespuckt die mir zugesagt haben. Den Anfang machte der Sci-Fi-Streifen Snowpiercer. Wer sich auf die zugrundeliegende Idee des Films einlassen kann, wird eine intensiv inszenierte Dystopie erleben (Meine Review findet ihr hier). Mit Dawn of the planet of the apes hält das zweite Sci-Fi-Spektakel Einzug in meinen Rückblick. Nicht nur dank der unfassbar guten Effekte ist Teil 2 vorbildhaftes Blockbuster-Kino und lässt den Vorgänger weit hinter sich. Den Abschluss bildet Sci-Fi-Film Nummer 3 – Scarlett Johanssons Sci-Fi-Kammerspiel Under the skin. Aber Vorsicht – statt Laser-Knarren gibt’s hier Kunst, Kunst und noch mal Kunst.

Natürlich gab es auch Enttäuschungen. So war für mich der zweite Versuch, Godzilla die amerikanische Staatsbürgerschaft zu verpassen, ein über weite Strecken fader Werbespot für die US-Armee (Meine Review gibt’s hier). Enttäuscht hat mich auch The Raid 2. Während der Vorgänger mit exquisiter Non-Stop-Action glänzte, ist die Fortsetzung eine zweieinhalbstündige Laberorgie im Yakuza-Milieu, die mich erst gegen Ende aus dem Tiefschlaf wecken konnte. Gelangweilt hat mich auch Sharknado 2 – zu viel gewollte Craziness, zu viel als Ironie getarnte Selbstherrlichkeit.  Alle drei Filme muss ich kein zweites mal sehen.

Deutlich größeren Unterhaltungswert boten mir da einige Neuentdeckungen aus der Videokiste. Am wildesten trieben es wahrscheinlich American Commando Ninja von Großmeister Joseph Lai und Kickbox Gladiator von Anthony Elmore, der in Personalunion Drehbuch, Regie, Musik und Hauptrolle vergeigte.
Wirklich ungetrübtes und makelloses Vergnügen kam dieses Jahr eigentlich nur aus dem Hause Nintendo. Meine eigentlichen Highlight des Jahres sind demnach Mario Kart 8 und Hyrule Warriors.

Ob die Aussichten für das nächste Jahr besser sind, vermag ich derzeit nicht zu sagen. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass mich 2015 neben James Bond auch andere Filme und Serien aus meinem kulturellen Schneckenhaus holen können.

– Commodore Schmidlabb –

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