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Die unglaubliche Geschichte des Mr.C

Originaltitel: The Incredible Shrinking Man
USA 1957


Länge: 81 Minuten

Regie: Jack Arnold




Darsteller:
Grant Williams - Scott C.
Randy Stuart - Louise C.
Paul Langton - Charlie C.



Es ist Sonntag. An sich schon ein freudiger Fakt, der in seiner Bedeutung für mich noch gewinnt, da ich ihn tatsächlich so verbringen kann, wie man ihn verbringen sollte – auf der Couch mit einer Tasse Tee und mit alten schwarzweißen Mantel & Degen- oder Abenteuerfilmen auf dem Bildschirm.

Erfreut über "Die Fahrten des Odysseus" war ich jedoch noch nicht vollends gesättigt. Die Frage "Was nun?" geisterte mir durch den Kopf. Bei dem Gedanken an einen bestimmten Film fuhr mir jedoch ein Geistesblitz durch den Kopf, woher meine Tradition womöglich ihren Ursprung hat.

Es war meine erste Begegnung mit Jack Arnold in meiner frühen Jugend. Nicht persönlich, aber zumindest mit seinen Werken. Damals kam es oft vor, dass ich die Wochenenden bei meinen Großeltern verbringen durfte. Wie es sich für gute Omas und Opas gehört, setzten sie den anvertrauten Bengel vor den Fernseher und ließen ihn Katastrophen- und Horrorfilme wie zum Beispiel "Poseidon Inferno", "Flammendes Inferno" oder eben auch "Die unglaubliche Geschichte des Mr.C" gucken. In Erinnerungen und Gebäck schwelgend entschied ich mich für "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C", eine nicht genug gewürdigte Perle der Filmgeschichte.

Inhalt:
Das Abenteuer beginnt mit einem sonnigen Bootstrip von Mr. und Mrs. C. Das C steht übrigens (Achtung Pseudo-Spoiler) für Carey. Was mir als Kind natürlich noch nicht bewusst war, ist die Tatsache, wie fortschrittlich dieser Film für das Produktionsjahr 1957 ist. Gemeint ist zum Beispiel die Diskussion um das Thema "Wer holt das Bier?". Auf diese Frage entgegnet Mrs. C ihrem Gatten nämlich ganz trocken: "Hol es dir doch selber" – schwer vorstellbar für die Fifties. Schließlich lässt sich die Dame dann doch überreden und verschwindet unter Deck, um das Bier rauszukramen. Ein glücklicher Zufall, da just in diesem Moment eine wabernde Wolke (in guter Enterprise-Manier) vorbeizieht und Mr.C in lustigen Glitzerstaub hüllt.

Passiert immer wenn man die Photonentorpedos auf der Kommode liegen lässt.

In der Folge verliert der gute Mann zunehmend an Gewicht und Größe. Doch statt dies als revolutionäres Diätmittel zu vermarkten, schiebt er die Schuld zunächst erst einmal auf die Wäscherei. Mrs. C hat hingegen ihre ganz eigene Theorie. Überzeugt davon, dass ihr Mann nicht genug Vitamine zu sich nimmt, verkündet sie freudig: "... ich werde dich täglich mit Vitaminen füttern. Du bekommst nur noch Kuchen, Eis und Schlagsahne". Vermutlich entstand so ein weiterer Aspekt der Sonntagnachmittage auf der Couch, nämlich ausreichend "Vitamine" zu sich nehmen. Ebenso so ungewöhnlich wie die Ernährungstheorien von Mrs. C ist für den Zuschauer von heute, dass der Film sich kritisch mit den Medien, dem Zusammenhang von Krebs und Strahlung, sowie dem Umgang der Gesellschaft mit "abnormalem" Aussehen kritisch auseinandersetzt.

Gerade mit dem letzten Aspekt hat Mr. C stark zu kämpfen und fühlt sich immer mehr wie ein Monster – allerdings auch nur bis zu einem Wendepunkt im Film. Dann wird Mr. C durch ein anderes Monster in Form einer gehässigen Katze abgelöst. Getrieben vom Verlangen nach einem schnellen Snack, jagt sie den mittlerweile daumengroßen Mr. C in den Keller, der sich dank der Stufenhöhe als Falle erweist.

*ding dong* Guten Tag, darf ich mit ihnen über Schnurri den Katzengott reden?

Von diesem Punkt an zählt für Mr.C nur noch eins, nämlich Überleben. Ähnlich wie MacGyver baut er sich aus allerlei Alltagsgegenständen nützliche Werkzeuge um dieses Ziel zu sichern. Im Gegenzug werden für uns scheinbar trivial wirkende Gegenstände zu fast unüberwindbaren Hindernissen.

Wissenschaftler finden den 4 Aggregatzustand: Kuchen

Die Special-Effects sind dabei, wie für Jack-Arnold-Filme üblich, ihrer Zeit voraus und einfach umwerfend. Ergänzt werden sie durch ein geschicktes Spiel mit Kamera- und Blickwinkeln. Auch das Szenenbild wirkt durch den Einsatz von überdimensionierten Kulissen auch heute noch erstaunlich überzeugend.

Fazit:
Super fetzig. Ob mit oder ohne die Großeltern ein guter Zeitvertreib für einen gammeligen Sonntagnachmittag.

Daher 8 von 10 Punkten

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