Der Blog für Trashfilme und B-Kultur

Steven Seagal – live in Berlin [Teil 1]

Seagal. Seagal. Immer wieder Seagal. Regelmäßige Leser von Trash-o-Meter wissen, dass der wuchtige Kampfsport-Gott bei mir stets eine Hauptrolle spielt. Großen Anteil an meiner Faszination für Lord Steven hat dabei sicherlich sein seltsamer Nimbus, den sich der Schauspieler, Kampfsportler, Philanthrop, Erfinder, Energy-Drink-Produzent und Musiker durch seine zahlreichen Tätigkeiten und seine zunehmend wirren Statements in der Presse erarbeitet hat.

Der Ankündigung einer Konzertreise des Actionstars durch Europa begegnete ich dementsprechend mit kindlicher Freude. Nicht einmal der gesalzene Preis von 50€ pro Ticket würde mich von dieser transzendenten Erfahrung abhalten können. Schließlich ergibt sich nicht jeden Tag die Gelegenheit eine echte Legende des Trashfilms in Fleisch und Blut zu sehen.

Steigen sollte die Sause im Berliner Imperial-Club. Als ich eintreffe, warten vor dem Etablissement bereits etwa 100 Anhänger des Actionstars. Fans, die mit auf Wellpappe gekritzelten Wehrufen um Resttickets betteln, sucht man jedoch vergeblich. Das mag an der sehr selbstbewussten Preisgestaltung liegen, die vielleicht aber auch eine gezielte Maßnahme war, um den Anteil an Spaßvögeln im Publikum zu drosseln. Zudem ist es unzweifelhaft, dass wohl kaum jemand von der Musikkarriere Seagals weiß.
 Immerhin bekomme ich eine Antwort auf die Frage, die ich mir eigentlich immer vor einem Konzert stelle „Was für ein Publikum kommt wohl?“. Und wie immer bekomme ich die selbe Antwort – ein Gemischtes: Junge, Alte, Frauen, Männer, Bluesfreunde, Männer mit Zöpfen, Männer ohne Zöpfe...

Plötzlich drängelt sich ein etwa sechzigjähriger Mann (mit Zopf) mit Backstage-Pass um den Hals an mir vorbei. In der Hand hält er etwas, dass aussieht wie eine in Alufolie eingeschlagene Portion Pommes, die selbst einen Grizzly sattmachen würde. „Das muss ein Roadie sein, der Seagal sein Abendbrot bringt.“, denke ich mir und stelle mir vor, wie Steven sich die Fritten mit der Faust in sein Maul schiebt und dabei Mayo an seinen albernen Bart schmiert. Seltsamerweise steigert das meine Vorfreude auf den Gig.

Kurze Zeit später öffnen sich die Türen des Clubs. Obwohl ich recht spät angereist bin, finde ich einen Platz in unmittelbarer Nähe der Bühne. So nah werde ich der Trashfilm-Ikone nie wieder kommen, denke ich mir. Trotzdem bleibe ich gut eineinhalb Armlängen entfernt von der Bühne – Ich bin ja nicht lebensmüde. Oft genug habe ich in seinen Filmen gesehen, was Segal mit seinen Händen anrichten kann...



In unserer Fortsetzung wird endlich die Frage geklärt, ob Steven Seagal ein Könner an der Stromgitarre ist, oder nicht...


– Commodore Schmidlabb –

Keine Kommentare: