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I bury the living

USA 1958
76 min.

Regie:
Albert Band

Darsteller:
Richard Boone – Robert Kraft
Theodore Bikel – Andy McKee
Howard Smith – George Kraft







Auf Druck der Familie übernimmt Robert Kraft den vakanten Posten des örtlichen Friedhofsdirektors von „Immortal Hills“. Wichtigstes Arbeitswerkzeug ist dabei ein Lageplan des Friedhofs, der Aufschluss über die Belegung der Grabstellen gibt. Als Robert eines Tages versehentlich mit einer schwarzen Nadel eine reservierte Grabstätte markiert, stirbt tags darauf dessen Inhaber.

Zuerst glaubt er an einen makabren Zufall. Doch auch Freunde und Geschäftspartner, die ebenfalls eine Ruhestätte auf „Immortal Hills“ gekauft haben, segnen das Zeitliche als Robert ihre Ruhestätten weitere Nadeln in den Plan sticht. Kann es sich immer noch um unglückliche Zufälle handeln oder verfügt Robert über die Macht über Leben und Tod zu entscheiden? Und wenn dem so ist – was passiert, wenn er die Gräber der Toten als unbelegt markiert?

Der Weg zur Filmhölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Dass dieser Sinnspruch für viele Sci-Fi- und Horror-Filme der fünfziger Jahre gilt, hat Ed Wood bereits eindrucksvoll bewiesen. Kann also die verheißungsvolle Geschichte von „I bury the living“ ihren Reiz entfalten, selbst wenn sich mit Albert Band eine echte B-Movie-Größe (u.A. bekannt für Robotjox, Troll und TerrorVision) für den Film verantwortlich zeichnet?

Sie kann. Denn dem Regisseur gelingt es, mit der oftmals starren und theaterhaften Inszenierungsweise vieler Genrekollegen zu brechen. Den geistigen Verfall des Robert Kraft vermittelt er mit einigen beeindruckenden und unerwarteten Bildern und Sequenzen. Der Lageplan des Friedhofs ist dabei das zentrale Stück der Ausstattung, dem Band geschickt eine eigene Präsenz verleiht.

Der Friedhofsdirektor verliert sich in der Arbeit
Welches Geheimnis birgt der Lageplan des Friedhofs?
Zudem steht Richard Boone die Rolle des Friedhofsdirektors am Rande des Wahnsinns gut zu Gesicht. Und auch der restliche Cast verleiht den Stereotypen des 50er-Jahre Gruselfilms die erforderliche Eigenständigkeit. Erfreulicherweise wagt sogar der Soundtrack den Schritt aus der Beliebigkeit.

Eigentlich gibt es an „I bury the living“ nichts auszusetzen. Fans der „Twilight Zone“ werden sich hier sofort wohl fühlen. Allein das niemals gedrehte alternative Ende (über das ich mich hier nicht auslassen werde) fehlt zum Kult-Status. Aber auch so ist „I bury the living“ ein echter Geheimtipp, der es wert ist ausgegraben zu werden.

– Commodore Schmidlabb –

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