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SchleFaZ: Titanic II - Die Rückkehr

Vor kurzem beglückte uns unser aller Lieblings-Trashsender Tele 5 mit dem Film Titanic 2 als neusten Schundfilm aus der Reihe SchlefaZ - Die schlechtesten Filme aller Zeiten.

Jetzt war mir natürlich klar, dass eine einfache Rezension schon lange nicht mehr das ist, was unsere Leserschaft von mir erwartet. Außerdem gestehe ich, dass ich immer nach der etwas anderen Review strebe. Ist natürlich nicht immer ganz einfach und gelingt auch öfters mal nicht - das gebe ich zu.
Aber (mit einem langezogenen "A") das hindert mich natürlich nicht daran, mir immer neuen Unfug auszudenken.
Nachdem also unser letzter SchleFaZ-Bericht zu Blacula zu einem Erlebnisbericht wurde, wollte ich mich diesmal ganz meiner schizophrenen Seite hingeben.
Daher suchte ich den Drogenhändler meines Vertrauens auf und schmiss mir im Anschluss alles von A wie Antidepressiva bis Z wie Zahnpasta ein.
Nur so war es mir möglich, meinen inneren Shane Van Dyke zu erwecken und mit ihm ein ausführliches Interview über seinen Film Titanic 2 - Die Rückkehr und einen Vergleich zum nicht verwandten "Titanic" mit Leonardo DiCaprio zu führen.
Ich bin der festen Überzeugung, dass der reale Shane Van Dyke die gleichen Antworten zu meinen Fragen gegeben hätte und sehe das Ganze also berechtigterweise als formell echtes Interview mit Herr Van Dyke - oder vielmehr ein Schizophrinterview.
Wer das Gegenteil behauptet lügt!






Trash Bronson: Herr Van Dyke, erst einmal vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für ein Interview genommen haben.
Shane Van Dyke: Gut, kostet mich ja nicht so viel Zeit - findet ja schließlich nur in Ihrem Kopf statt. (lacht)

Trash Bronson: Ja, ähm, gut, da haben Sie natürlich recht. Meine erste Frage an Sie - Wie kamen Sie vor einigen Jahren eigentlich auf diese völlig bescheuerte Idee einen Film über ein fiktives Schiff mit dem Namen Titanic II zu machen?
Shane Van Dyke: Also, das verbitte ich mir doch, dieser Film war alles andere als eine bescheuerte Idee! Gut, ich hatte mit den Kumpels bei Asylum (die Produktionsfirma / Anm. d. Redaktion) an dem Abend schon ordentlich einen durchgezogen, das geb ich gerne zu. Aber als ich in 5 Minuten dann das Drehbuch zu dem Flop, ähm Film zusammengestümpert habe, hat mich eben einfach die Muse geküsst.

Trash Bronson: Wie nahe haben Sie sich dabei an den Blockbuster Titanic mit Leonardo DiCaprio gehalten?
Shane Van Dyke: Natürlich so nahe wie es nur geht. Wir haben damals schließlich einen Mockbuster produziert und bei solchen ist es ja schließlich Sinn und Zweck so viel und so dreist wie möglich zu klauen. Aber davon mal abgesehen ist Titanic II natürlich der viel bessere Film... und ich bin natürlich auch deutlich begabter, als DiCaprio.

Trash Bronson: Sie spielen in dem Film ja quasi das Gegenstück zu DiCaprio, als reicher versnobter Millionär Hayden Walsh. Denken sie wirklich, dass diese Darstellung die bessere wäre?
Shane Van Dyke: Aber sicher doch, schließlich spiele ich quasi mich selber, was könnte bitte besser sein? Und außerdem kommen meine Fähigkeiten bei CGI-Hintergründen immer besonders zur Geltung.

Trash Bronson: Ein gutes Stichwort. Wieso sind CGI-Effekte eigentlich so abgrundtief schlecht? Ich meine, quasi 80% des Films wurden mit dem Computer gemacht, hätte man da nicht vielleicht wenigstens ein wenig Liebe in die Details und die Ausführung legen können?
Shane Van Dyke: Also erstmal waren es nicht 80, sondern 90% des Films. Und außerdem reden wir hier von einer Produktion mit einem Budget von 500.000$. Da 450.000$ Dollar davon erst mal an mich gingen - was, wenn man meine fantastischen Leistungen angeht, noch maßlos unterbezahlt ist - blieben für alles andere ja lediglich 50.000$ übrig. Also hab ich mich einfach zusammen mit dem 12-jährigen Sohn eines Kumpels an einen alten C64 gesetzt und die Effekte selber gemacht.
Außerdem haben wir einfach auf jegliche weiter Schauspiel-Stars, außer mir, verzichtet.

Trash Bronson: Aber mit Bruce Davison hatten Sie doch sogar einen ehemaligen Oskarnominierten mit an Bord.
Shane Van Dyke: Der hat uns nichts gekostet, den haben wir erpresst.

Trash Bronson: Oh mein Gott, das ist ja furchtbar.
Shane Van Dyke: Ach was, ging nur um etwas unangenehme Bilder von ihm und Max Wright.

Trash Bronson: Ähm, nun gut, kommen wir zurück zum Film. Viele der Zuschauer fragen sich, was denn eigentlich die sogenannte "Message" des Films sein könnte. Die Spekulationen reichen hierbei von "der Mensch sollte sein Schicksal nicht herausfordern" bis zu "die globale Erwärmung ist eine unkontrollierbare Gefahr". Gab es wirklich eine Botschaft und wenn ja, wie genau sollte die lauten?
Shane Van Dyke: Ja, in der Tat hatte ich mich bemüht eine eindeutige "Message", wie Sie so schön sagen, in den Film zu stecken. Die Botschaft lautet: "Ich, Shane Van Dyke bin ein endgeiler Typ".
Klasse oder? Und doch so offensichtlich.

Hayden Walsh alias Shane Van Dyke
Hayden Walsh alias Shane Van Dyke - ein endgeiler Typ
Trash Bronson: Okay, aber mal zusammengefasst, auf was sind Sie bei diesem Film stolzer - Ihre nichtvorhandene schauspielerische Leistung, Ihr mieses Drehbuch oder doch Ihre unfähigen Regieanweisungen?
Shane Van Dyke: Ich will Ihnen mal was sagen, so manch einer würde sich doch die Finger nach so viel fehlendem Talent, wie bei mir lecken. Sagen wir doch einfach mal, wie es ist.

Trash Bronson: Zum Abschluss noch eine Frage, die mit Sicherheit alle Leser von uns juckt. Was können wir in Zukunft noch von Ihnen erwarten? Gibt es schon anstehende Projekte?
Shane Van Dyke: Derzeit erhole ich mich noch ein wenig von meinem letzten Film "Battledogs", aber ich werde mit Sicherheit auch 2014 wieder mit meinen guten Freunden von Asylum böses planen. Titanic III ist mit sicherheit eine Option.

Trash Bronson: Da bleibt uns vermutlich ein erneuter Schrecken nicht erspart. Vielen Dank für das Interview, Herr Van Dyke.
Shane Van Dyke: Ja, ja, schon gut. Und jetzt mach die Biege, ich muss mich in meinem eigenen Glanze sonnen!

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