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SchleFaZ - Blacula: Nüchtern vs Voll

Blacula - Filmposter
Blacula - Filmposter
USA 1972
93 min

Regie:
William Crain

Darsteller:
William Marshall – Blacula
Vonetta McGee – Tina
Denise Nicholas – Michelle
Thalmus Rasulala – Dr. Gordon Thomas








Besondere Filme bedürfen einer besonderen Behandlung. Blacula ist ohne Zweifel ein besonderer Film. Anlässlich der Ausstrahlung der Abenteuer des funky Vampirs in der Sendereihe „Die schlechtesten Filme alle Zeiten“ des Münchner Senders Tele 5 würdigen wir Blacula mit einer etwas anderen Review.


Blacula: Nüchtern vs. Voll wie eine Haubitze
Blacula: Nüchtern vs. Voll wie eine Haubitze

 Wir vergleichen heute das Erlebnis den „SchleFaZ“ alleine und nüchtern zu sehen mit der Erfahrung Blacula in einer zunehmend besoffener werdenden Gruppe von Freunden zu schauen. Den Anfang macht Commodore Schmidlabb, der sich den Film im stillen Kämmerlein mit unvernebeltem Kopf ansieht.

Commodore Schmidlabb sieht Blacula – alleine und nüchtern

Blacula ist mir kein Unbekannter. Als Blaxploiation-Fan kenne ich den „Schwarzen Dracula“ schon einige Jahre. Und auch der grandiose Soundtrack von Gene Page ist aus meiner Playlist gar nicht mehr wegzudenken.
Die Ankündigung, dass mit Blacula auch endlich der Blaxploitation-Film Einzug in die SchleFaZ hält, ist für mich fast eine Erlösung. Zwar gibt das schwarze Exploitation-Kino deutlich dämlichere Streifen her, aber ich will mich nicht beschweren. Zu sehr freue ich mich, dass Blacula einem breiten Publikum zugänglich gemacht wird.
Besonders gespannt bin ich darauf, wie das an Monster-Fische gewöhnte SchleFaZ-Publikum den schwarzen Dracula aufnimmt. Im Vergleich zu Filmen wie „Sharknado“ und „Mega Piranha“ wirkt der Witz von Blacula schließlich fast subtil.
Als es endlich Freitag ist, eröffnen Kalkofe und Rütten den Abend mit einem kurzen Abriss zu Blacula und überfliegen schnell das Thema Blaxploitation. Ein paar Infos mehr hätte ich mir gewünscht, weiß aber auch, dass die Peoples zu Hause keine Schulstunde wollen. Sie wollen das exakte Gegenteil. Und das ist auch okay.
Gleichzeitig merke ich, wie sehr mir der Blaxploitation-Film am Herzen liegt. Mit bissigen Kommentaren werde ich heute wohl nicht glänzen – Im Gegenteil. Die Witze die online gerissen werden entbehren für mich jeder Grundlage. Zu wohlig warm ist dafür der campy Charme, den Blacula erzeugt. Entsprechend sitze ich die ersten Minuten mit verschränkten Armen auf der Couch und rümpfe meine Nase ob der Abfälligkeiten wie eine Diva.
 
Blaculas schwarzer Sarg
Blacula hat natürlich einen schwarzen Sarg!

Doch ich sehe auch eine Chance für mich. Ich werde zum Missionar für den Blaxploitation-Film und den übernatürlich guten Soundtrack von Gene Page. Ich habe nämlich entdeckt, dass der Versandhändler Amazon noch ein einziges Exemplar des Soundtracks auf Lager hat und mache es mir zur Aufgabe ihn bis zum Ende des Films an den Mann/die Frau zu bringen.
Vielleicht stehe ich mit meiner Gebetsmühle aber auch alleine im dunklen Wald. Leider muss ich sehen, dass sich ein paar SchleFaZ Fans tatsächlich über den Mangel an Riesenhaien beklagen. Doch ich gebe nicht auf. Ich predige weiter und habe schlussendlich Erfolg. Gleich zwei SchleFaZ-Fans investieren ihr Geld in den Soundtrack und ich fühle mich tatsächlich etwas stolz.
Als der schwarze Dracula sich schlussendlich in Rauch auflöst, hat der Film online doch einige Freunde gefunden. Ich atme innerlich auf. Für mich ist Blacula ein herzhaftes Hinterbleibsel der analogen Ära. Vielleicht nehme ich den Film zu ernst. Vielleicht trübt auch die grobkörnige Nostalgie trotz klaren Verstandes meinen Blick ist. Doch für mich steht fest: Blacula mag zwar kein Leben in sich haben, – dafür hat er jede Menge Soul.


Trash Bronson sieht Blacula - mit Freunden... und nur 5 Minuten lang wirklich nüchtern

Es ist der erste Freitag im Februar und in diesem Jahr bedeutet dies, wie an jedem ersten Freitag eines Monats: SchleFaZ-Zeit! Und was haben wir inzwischen gelernt - SchleFaZ ist ein Gemeinschaftsereignis.
Daher ist der Plan so beschlossen, wie offensichtlich. In gesellschaftlicher Runde wird sich gepflegt einer hinter die Binde gekippt und dabei Blacula, als erster Blaxploitationfilm der nunmehr schon bekannten B-Movie-Reihe konsumiert.
Mit dabei natürlich Blogkollege ACT und zwei weitere gute Bekannte, die wir der Anonymisierung halber einfach einmal Abdullah Biff B. (Biff) und die Polska Lyric Machine (Machine) nennen wollen. Biff und Machine sind eher weniger Trashfilm-Fans, als Freunde des Saufens.
Damit das Ganze auch stilvoll vonstattengeht geht es geschwind in naheliegende Einkaufsetablissements wo die notwendigen Knabberutensilien und - viel wichtiger noch - die Zutaten für den Cocktail des Abends, den Bloody Blacky zusammengekauft werden. Während ACT relativ problemfrei den Blutwurz organisiert, muss ich allerdings alternativ zu Himbeer-, bzw. Johannisbeer- anstelle von Brombeersirup greifen. Salmiak- und Lakritzlikör sind ja prinzipiell schon das Gleiche.

21:00 Uhr:
Mit ACT und Biff im Gepäck trudel ich bei Machine eine. Dieser hat passenderweise einen 60 Zoll-Fernseher, auf welchem der 70er-Jahre-Analogfilm bestimmt besonders detailiert rüberkommt. Das Knabbermaterial wird fein in kleinen Schüsseln drapiert und griffbereit auf dem Wohnzimmertisch platziert. Noch eine Stunde bis zum Start des Films - die Vorfreude steigt.

21:22 Uhr:
Wir sind neugierig auf den Cocktail zum Film - Bloody Blacky, daher wird noch einmal ein Blick auf das Rezept geworfen und eine erste Runde des recht ungewöhnlichen Getränks gemischt.

21:25 Uhr:
Die Giftmischer von Tele 5 meinen es nicht gut mit uns. Nach einigen kurzen Nippern wird uns schnell bewusst, dass der Gaumengenuss bei diesem Getränk wohl eher ausbleiben wird. Der Cocktail ist klebrig und viel zu süß. Welcher Scharlatan mag sich dieses - man verzeihe meine Worte - Gesöff nur ausgedacht haben?

21:41 Uhr:
ACT erklärt soeben Biff und Machine die Herkunft und Bedeutung des Wortes Blaxploitation. Er fasst es in etwa so zusammen: Ein Film mit Sex und Gewalt und Afroamerikanern. Dies soll sich noch als mittelschwerer Fehler im Nachhinein herausstellen.

21:59 Uhr:
So langsam rückt der Startpunkt näher. Wir entschließen uns noch mal einen Bloody Blacky nachzumixen, um gut vorbereitet in den Film zu gehen.

22:10 Uhr:
Endlich geht es los. Das einleitende Intro läuft und wir warten auf die literarische Einleitung der beiden Moderatorenexperten Oliver Kalkofe und Peter Rütten.

22:18 Uhr:
Bloody Blacky wird vorgestellt und mit ihm ein Trinkspiel welches darauf hinausläuft, sich bei jedem Vampirbiss einen dieses furchtbaren Flüßig-Alptraums zu zischen - Rütten sagt etwas von "ich spüre meine Zehen nicht mehr"...

22:23 Uhr:
Da ist das erste Bissopfer Blackula himself ist geboren: Bloody Blacky-Zeit...
Blacula - der Meister des Halsbiss
Blacky - keiner beißt besser
22:25 Uhr: 
Was für ein funky Titelsong. Aber dafür sind Blaxploitationfilme ja durchaus bekannt. Wir schwofen zu viert mit und fühlen uns selber auch grade ein wenig funky. 

22:33 Uhr: 
Und wieder wird Blut geschlürft - inzwischen strecken wir den Cocktail mit irgendeinem hochprozentigem Melonen-Vodka, damit das Zeuch nicht so auf der Zunge klebt. 

22:34 Uhr: 
Ach du kacke, jetzt hat er die andere "Paradetunte" (Zitat aus Police Academy) auch noch gebissen - so ein Dreck - aber zur Belohnung gibt es schlechte Hall-effekte... oder sind die schon in meinem Kopf?
Blacula-Opfer
"Paradetunte" + Vampirbiss = Michael Jackson
22:37 Uhr: 
Auftritt Gordon - Held, Gegegnspieler von Blackula und passionierter Langeweiler. Wann kommt denn eigentlich der nächste Biss? 
Gordon - Ein Schnurbimeister
Gordon - Ein Schnurbimeister
22:40 Uhr: 
Die erste Abschnitt ist geschafft. Rütten und Kalkofe quasseln irgendwas vom bösen "N"-Wort und von einigen spezifischen Punkten der Blaxploitation-Szene. Wie immer fassen die beiden das bisher Geschehene ganz pragmatisch zusammen und man mag ihnen nur zustimmen. 

Ab diesem Moment wurde beschlossen, nicht nur bei Bissen, sondern auch während Nicht-Bissen etwas zu trinken...

22:49 Uhr: 
Auf geht's zur zweiten Etappe, höchste Zeit, ich hab langsam Durst. Machine merkt an, das bisher noch überhaupt niemand gepimpert hat... was is'n das eigentlich für ein Blaxploitationstreifen ohne Pimperei? 

22:52 Uhr: 
Endlich mal wieder ein Opfer des Gruselzampanos. Inzwischen sind unsere Mischverhältnisse auch irgendwie aus dem Ruder gelaufen. Ich merk' schon, dass ich die Plempe echt nur ertragen kann, wenn ich besonders viel davon zu mir nehme... 

23:00 Uhr: 
Na also, wieder einer, geht doch, runna mit dem Zeuch! 

23:...ähhhh 13 Uhr: 
Wie getz, schon wieda ein Teil rum und Kalkrütten-Pause? Ich glaub der Rütten beschwert sich grade, dass zu wenig Leute sterb'n.. und Biff und Machine werden grade etwas quängelig, dass immer noch keine Tit... äh Brüschte zu seh'n sind. Und bei mich fängt sich Kopf an zu drehen... irgendwo... äh wie. 

23 Uhr dreiunschwanzig: 
Huch, geht ja weidda! 

Irg'ndeine Uhrscheit: 
Da wiad eina gebissn! Wiesso issn main Glas leah? Und wo sin die nacketen Weibah??? 

Ssseit is relatief: 
Wiejetz' Karneval? Wann hamma dennauf schowas umschaltet??? Issas dea Kallofe? 

An dieser Stelle wurde eine sinnvolle Fortführung leider unmöglich, so dass wir aus Gründen des Anstandes leider ausblenden müssen. Schalten Sie auch morgen wieder ein, wenn es heißt: 
Kater - Das einzig Wahre zum Frühstück.


++ Trash Bronson & Commodore Schmidlabb ++

Bildquelle: fairmedia GmbH

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