Der Blog für Trashfilme und B-Kultur

Hai-Doublefeature: Sharknado & Bait

Im Spätsommer 2013 war ich zu einem verlängerten Wochenende-Besuch bei meinem Freund und Blog-Kollegen Commodore Schmidlabb eingeladen. Bei der Aussicht ein Wochenende mit Videospielen und schlechten Filmen zu verbringen, konnte ich natürlich nicht nein sagen.
Zusätzlich gab es da ja auch noch den angestrebten Besuch im Gernsehclub, um dort mit Gleichgesinnten den SchleFaZ - Film Frogs anzuschauen. Eine wunderbare Erfahrung, die ich jedem, der etwas von Social Viewing und Trahsfilmen hält, nur empfehlen kann.

Unseren Bericht zum Gernsehclub findet ihr hier: GERNSEHCLUB-BERICHT
Die Review zu "Frogs - Killer aus dem Sumpf" gibt es wiederum hier: FROGS - KILLER AUS DEM SUMPF - REVIEW

Die Würfel waren also schnell gefallen und die Tickets bald gebucht.
Neben so manch kleiner Trashperle mit Franco Columbu nahmen wir uns auch einen Abend mit zwei (im wahrsten Sinne des Wortes) Hai-lights vor.
Zeitgleich nahm sich nur einige hundert Kilometer weiter auch unser Kollege ACT den Film Sharknado zur Brust und somit können wir euch somit gleich eine doppelte Review präsentieren.
Sharknado und Bait!
Vereint in ihrem Hai-Dasein!


Skarknado und Bait - Doppel-Review




Sharknado - Genug gesagt! - Cover
Sharknado - Cover



USA / 2013

Regie
Anthony C. Ferrante

Darsteller
Ian Ziering -  Fin Shepard
Tara Reid - April Wexler
John Heard - George
Cassie Scerbo - Nova Clarke
Jaason Simons - Baz Hogan
Alex Arleo - Bobby











Wenn man mal drüber nachdenkt, ist die deutsche Kinolandschaft recht generös, was die Aufnahme von Filmen auf ihre Leinwände angeht. Immer wieder schaffen es Monsterfilme mit zweifelhafter Story und dafür noch schlechteren CGI-Effekten in unsere Kinos. Manche mit guten Schauspieler, wie bei "Snakes on a plane", manche mit eher talentarmen Gestalten, wie es beispielsweise bei Sharknado der Fall ist.
Als Fan solcher Filme, kann ich dies natürlich nur gut heißen und hoffe, dass es auch noch lange so bleiben wird.
Von Zeit zu Zeit kommt es zu Situationen, in denen ich versuche Freunden oder Arbeitskollegen den Reiz von Trashfilmen zu erklären. Natürlich scheitere ich damit in den meisten Fällen. Oftmals an der Trennlinie warum einige Filme einfach nur schlecht und andere schon wieder so schlecht, dass sie unterhaltsam sind.
Umso verwunderter war ich, als mir aus allen Ecken von Sharknado berichtet wurde. Die logische Weiterentwicklung des Haihorror-Genres scheint nach Sharktopus und Bait ein Maß an Absurdität erreicht zu haben, welches selbst Ottonormalverbrauchern den Witz an der Sache zu vermitteln scheint. Folglich sah ich in einem hippen und angesagten Elektronikkaufhaus Sharknado sogar unter den Topneuheiten stehen und griff mit 7 Euro sogar verhältnismäßig tief in meine Tasche.


Tornado + Sharks = Shaknado
Tornado + Sharks = Sharknado... That's Evolution, baby!
Story
Tragischer Held der Geschichte ist Beachboy Fin, welcher mit seinem Kumpel Bez den Tag damit verbringt ein paar Wellen zu reiten und am Strand abzuhängen. So ein laues Leben kann man sich natürlich nur leisten wenn man andere arbeiten lässt - und zwar in der eigenen Surferkneipe, welche sich scheinbar auf dem Santa Monica Peer am Strand von Los Angeles befindet.
Dort arbeitet die heiße Nova hinter der Bar und Säufer George an seinem Leberschaden. Einer der beiden entpuppt sich zudem als heimlicher Verehrer des Barbesitzers. Im protzigen Beverly Hills wohnt indes auch noch Fins Ex-Frau April und der gesamte Nachwuchs, welcher aber nicht sonderlich gut auf den Erzeuger zu sprechen ist.
Als würde damit die Gülle noch nicht genug dampfen, kommt auch noch aus heiterem Himmel ein Orkan angebraust, der allerlei gefräßige Haie in die Stadt schwemmt. Als verantwortungsbewusster Surfer fasst Fin den Plan, seine Freunde, Familie sowie seinen besten Kunden aus der Stadt zu schaffen.



Fazit
Die Vorschusslorbeeren haben Sharknado leider alles andere als gut getan. Die zugegeben grandiose Idee, hob meine Erwartungen auf ein Level, welches der Film bei weitem nicht erreichen konnte. Wie bei Low-Budget Filmen mittlerweile üblich, sind sämtliche Special Effects am Computer entstanden. Aus diesem Grund erkennt man recht leicht, welche Aufnahmen von einer echten Naturkatastrophe entliehen  und welche mehr schlecht als recht zusammengezimmert wurden. Ein Schmunzeln trieben mir dabei die Szenen aufs Gesicht die scheinbar in einer Autowaschanlage gedreht wurden. Gerade wegen dieser Collage an Filmschnipseln verliert man jedoch schnell die Übersicht, wann und wie hoch das Wasser steht, oder ob es jetzt hell oder dunkel ist.
Obwohl ich zugegeben für allerlei Öko-Kram recht empfänglich bin, wirkt die Pseudo-Moral, welche durch geldgierige Haifänger und das erwähnen des Klimawandels nebenbei aufs Tableau gebracht, merkwürdig deplatziert. Des Weiteren ist mir aufgefallen, dass ich durch übermäßiges Konsumieren von Haihorror soweit abgestumpft bin, dass ich lediglich eine gelassene Gleichgültigkeit für die Opfer der Hai-Attacken entwickeln kann. 

 
Hai vs Kettensäge
Das ultimative Duell: Hai vs Kettensäge
Die „Schauspieler“, welche von American Pie bis Beverly Hills 90210 zusammengesammelt wurden, zeigen jedoch über der ganzen Länge des Films genau die gleiche Unfähigkeit Gefühlsregungen zu zeigen.  Etwas Spaß kommt lediglich durch die kuriosen Auftrittsorte der Haie auf (z.B. Fenster, Gulli oder einfach vom Himmel). Man sollte auch genau auf die Reaktionen der Hai-Opfer achten die von „Och nö, warum ich?“ bis „Aua, lass mich los“ reichen.
Ich rate stark davon ab, das Budget einer ganzen Pizza für die DVD auf den Kopf zu hauen. Lieber warten bis Tele5 den Film zeigt und ein paar Shark-Shooter-Schluckspecht Cocktails in die Rübe kippen.



Außerdem:
  • Es finden sich (vielleicht ungewollt?) Anspielungen auf die Spielberg-Filme "Der Weiße Hai" und "1941".
  • Die Musik im DVD Menü ist besser als der ganze Film.
  • In der Realität scheinen Haie frühzeitig Orkane zu bemerken und schwimmen einfach weg. Es gibt Versuche per GPS Peilsender dadurch ein natürliches Frühwarnsystem zu errichten.
  • Die Lösung zur Bekämpfung der Tornados ist völlig absurd.
  • Octalus, Deep Blue Sea und Deep Star Six sind mittlerweile Filme der Güteklasse A.
  • Die Flucht in die Wüste war von vornherein eine blöde Idee, dort gibt es bekanntlich Sand Sharks. 

Bewertung

6 von 10 Punkten



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Bait - Haie im Supermarkt - Cover
Bait - Cover
Australien-Singapur / 2012

Regie
Kimble Rendall

Darsteller
Richard Brancatisano - Rory
Sharni Vinson - Tina
Chris Betts - Lockie
Julian McMahon - Doyle
Alex Russell - Ryan
Xavier Samuel - Josh
Phoebe Tonkin - Jaimie
Lincoln Lewis - Kyle
Cariba Heine - Heather








Story
Rückblick - Der Rettungsschwimmer Josh muss zusehen, wie sein bester Freund, welcher obendrein noch der Bruder seiner Verlobten Tina ist, von einem Hai verspeist wird. Die Trauer und Schuld zefressen den armen Kerl und die Verlobung ist auch dahin.
Heute, ein Jahr später – Ein kleines Städtchen an der Küste von Australien verlebt einen ruhigen beschaulichen Tag. Die Leute gehen Einkaufen oder flanieren am Strand umher. Doch plötzlich ändert sich alles schlagartig, als eine riesige Tsunamiwelle den Ort überschwemmt. Das eigentliche Unglück ist eigentlich recht schnell vorbei. Doch eine Arschkarte hat das Schicksal für eine Gruppe von Menschen, in der sich zufälligerweise auch Josh und Tina befinden dann doch ausgeteilt.
Diese befinden sich nämlich in einem Supermarkt, der just in dem Moment, als der Tsunami die Stadt trifft, überfallen wird. Doch damit noch nicht genug. Das Wasser kann aufgrund baulicher Mängel nach dem Tsunami leider nicht mehr abfließen. Und außerdem hat die Flutwelle auch noch ein kleines Geschenk in Form von lebendigem Hai-Sushi in den überfluteten Gängen hinterlassen.
Na Prost Mahlzeit, das kann ja ein Einkauf werden.


Haiköder
Haiköder mal anders
Fazit
Bait - Haie im Supermarkt, allein der Titel ist pures Gold.
Ich meine, wie absurd ist das denn bitte? Haie? Im Supermarkt? Verrückt!
Aber ehrlich gesagt, wurde das Versprechen, dass der Titel gibt, auf fast schon logische Art und Weise aufgelöst. Gut, nur fast, aber immerhin. Wenn man bedenkt, wie man so ein Viech überhaupt da rein bekommen soll, ist ein Tsunami ja schon eine der sinnvollsten Varianten.
Der Film selber angelt ja letztendlich nach Zuschauern. Daher wollen wir uns doch einfach mal 6 der Köder anschauen, mit welchem wir Zuschauerfischchen gelockt werden sollen:

Köder Nr. 1: CGI vs. Pappkameraden
Heutzutage wird ja gerne alles computeranimiert. Vom kleinsten Grashalm über Tiere, Monster und sogar Menschen (wenn ich an Daredevil denke, möchte ich diesbezüglich erneut kotzen), alles wird mit Nullen und Einsen rausgehauen.
Doch muss das wirklich sein? Ganz klar: Nein!
Und hier bietet Bait eine gute Mischung. Denn neben einigen CGI-Sequenzen, wird ab und an auch noch auf das gute alte Monster aus Pappmachè zurückgegriffen. Das gibt einem doch irgendwie ein warmes Gefühl, als wäre Roger Corman in der Nähe.
Pappmachè-Hai
Willkommen General Pappmachè
Köder Nr. 2: Drama, Baby, Drama!
Damit das ganze Hai-Dilemma seine ganze Freude entfalten kann, wurde Josh, dem Helden der Geschichte eine entsprechend dramatische Vorgeschichte mitgegeben. Sein bester Freund, gleichzeitig auch noch der Bruder seiner Bumsbiene, stirbt spektakulär bei einem Haiangriff, weil er ihn nicht retten kann! Viel schlimmer noch, weil dieser unseren Helden zunächst sogar selber vor dem Hai retten muss.
Ich fürchte, damit kommt der beste Freund eher nicht in den Recall.  

Köder Nr. 3: Lücken wollen gefüllt werden
Da Bait nicht nur den Hai, sondern auch die menschlichen Diskrepanzen in den Vordergund stellt, entstehen eigentlich keine richtigen Unterhaltungslücken, was man ja leider nicht von allen Monsterfilmen behaupten kann.

Köder Nr. 4: Kenn'se den?
"Irgendwie und irgendwo hab ich den doch schon mal gesehen", denkt man sich, wenn man sich die Gesichter der Schauspieler anschaut. Kein Wunder, denn mehr als die Hälfte der Darsteller wurden aus dem großen Pool der Seriendarsteller abgeschöpft. Ist ja auch nicht dumm, so hat man immer das Gefühl, jemand Halbprominenten gecastet zu haben. Und im Zuschauer macht sich ein warmes, behagliches Gefühl des Vertrauten breit.

Köder Nr. 5: Je weniger desto besser
Manchmal sind weniger Haie eben mehr Haie. Unfug sagt ihr? Nein, sage ich. Denn mal ehrlich, wenn man mit einer solchen Masse an Haien, wie in Sharknado zugebombt wird, verliert das einzelne Tier irgendwie seinen Glanz und seine Gefährlichkeit. In Bait sind es lediglich zwei Haie, die aber aufgrund der Konstellation und ihrer Präsenz unbezwingbar scheinen. So lass ich mir das gerne gefallen.


Köder Nr. 6: Showdown
Leute, ich will euch nicht spoilern. Daher werde ich keine Details über den Showdown ausplaudern. Aber nur so unter uns: Der Showdown trumpft richtig auf. Genau so muss es enden und nicht anders. alles andere wäre Unfug gewesen – echt jetzt.



Bewertung

8 von 10 Punkten


In Summe lässt sich also sagen, dass sowohl Bait, als auch Sharknado ihre großen Momente haben. Jedoch weiß Bait auch noch die haifreie Zeit sehr gut zu füllen, so dass man sich eigentlich dauerhaft unterhalten fühlt, während Sharknado doch den einen oder anderen kleinen Durchhänger hat. Auch qualitativ merkt man Bait den Unterschied im Budget an. Immerhin hatte Bait mit etwas 20 Mio US$ fast das 100fache des Sharknado-Budgets von 250 Tsd. US$.
Wenn ihr euch also entscheiden müsst und euch nicht, wie wir, beide Filme anschauen könnt/wollt, dann würden wir euch auf jeden Fall zu Bait raten.

American Cyborg Terminator & Trash Bronson

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