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Escape Plan

USA 2013
115 Min.

Regie:
Mikael Håfström

Darsteller:
Sylvester Stallone – Ray Breslin
Arnold Schwarzenegger – Emil Rottmayer
Jim Caviezel – Hobbes
Sam Neill – Dr. Kyrie
Amy Ryan – Abigail
Vinnie Jones – Drake







Was vorbei ist, ist vorbei. Das trifft auch auf die große Blütezeit des amerikanischen Actionfilms zu. Während in den Neunzigerjahren eine Vielzahl von Actionstars erfolgreich um die Gunst des Publikums buhlte, fehlt es der Filmwelt heute an Nachwuchs mit genügend Profil.

Das bemerkte auch Sylvester Stallone – der Grandseigneur der Macho-Action – und versuchte dem Genre mit alten Mitteln neues Leben einzuhauchen. Der Reanimationsversuch gelang und seit dem 2008er Kino-Hit „The Expendables“ sind Stallone und Schwarzenegger wieder als Menschenlocher vom Dienst unterwegs.

„Escape Plan“ ist Sly’s aktueller Versuch an alte Erfolge anzuknüpfen und den Gemütszustand der 90er wiederherzustellen. Doch „first things first“ – wovon handelt Stallones aktuelles Werk?




Ray Breslin (Sylvester Stallone) – seines Zeichens professioneller Gefängnistester und Ausbrecher – wird von der CIA angeheuert ein neues, angeblich ausbruchsicheres High-Tech-Zuchthaus zu testen. Die Tinte auf dem Vertrag ist kaum trocken, da bemerkt Breslin, dass finstere Gestalten im Hintergrund gar kein Interesse an seiner Dienstleistung haben. Vielmehr wünschen sie sich, dass der Ausbrecherkönig im Superknast sein Ende findet. Breslins Stimmung liegt erklärlicherweise am kalten Betonboden.

Doch was währe ein Gefängnisfilm ohne Knast-Kumpel, die wieder für gute Laune sorgen? Den Part übernimmt der stets zu Scherzen aufgelegte Emil Rottmayer (Arnold Schwarzenegger). Rottmayer hat ebenso wie Breslin Lust auf einen Tapetenwechsel und fortan schmieden die beiden Haudegen den „Escape Plan“.

Nicht gerade ein Ferienlager: Breslin und Rottmayer im Superknast

Das bleibt dem blitzgescheiten und hundsgemeinen Knast-Direktor Hobbes, gespielt vom Jesus-Darsteller Jim Caviezel, nicht verborgen. Es kommt zum Duell Zuchthaus-Sadist gegen Ausbrecher, wie wir es auch aus „Lock up“, „Fortress“ und weiteren Gefängnis-Reißern aus alten Tagen kennen.

Obwohl „Escape Plan“ sich nicht bewusst als legitimer 90er Jahre Actionstreifen positioniert, so vermittelt er dieses Gefühl doch besser, als viele Actionfilme der letzten Jahre. Doch woran liegt das?

Das Superknast-Setting ist sicherlich ein wichtiges Teil des Puzzles. Zudem erinnert die Ausstattung – – insbesondere die Kostüme der Wachen – an den damaligen Drang zur Überzeichnung. Dabei ist natürlich ausschlaggebend, dass diese Entscheidungen nicht aus Kalkül getroffen wurden, sondern (scheinbar) unbewusst auf dem visuellen Gedächtnis des Kollektivs fußen. So erinnert beispielsweise das Innere der Sci-Fi-Vollzugsanstalt wohltuend an die diversen Heizungskeller, die so vielen Direct-to-Video-Schinken der Neunziger als Drehort dienten.

Berufs-Sadisten: Direktor Hobbes und seine Wachen

Das klingt alles sehr gut? Ist es auch! Für Schwarzenegger-Fans gibt es dennoch eine schlechte Nachricht: Auch bei „Escape Plan“ sind Sly und Arnie keine gleichberechtigten Partner. Zwar flimmert Schwarzenegger nun erheblich länger über die Leinwand, doch der Leitwolf bleibt weiterhin Stallone.

Wo wir gerade beim Thema Schwarzenegger sind: Wie es bei Arnolds Filmen eigentlich selbstverständlich ist, empfehle ich „Escape Plan“ im englischsprachigem Original zu genießen. Der Grund ist allerdings nicht sein Akzent, sondern vielmehr seine Muttersprache. Als Arnie einen Nervenzusammenbruch simuliert, fällt er ins Österreichische zurück und das ist sogar noch viel komischer als das berühmte Schwarzenegger-Englisch. Diese Großtat – und da verspreche ich nicht zu viel – gehört ab sofort zu Schwarzeneggers „Greatest Hits“.

Obwohl alleine diese Szene den Kauf der Kinokarte, respektive der DVD rechtfertigt, ist der Film auch in Gänze ein sehenswertes Stück Actionkino geworden – Mehr noch: „Escape Plan“ ist der bisher beste Film der Actionstars seit ihrer Rückkehr auf die große Leinwand.

– Commodore Schmidlabb –

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