Der Blog für Trashfilme und B-Kultur

Haus der tausend Gaumenfreuden


Nach einer kleinen Pause im letzten Jahr haben wir 2013 wieder die Kochlöffel  im Geiste des Großmeisters des Grusels geschwungen. Diesmal legen wir sogar ein 3-Gänge Menü hin und kredenzen sogar einen Kuchen als Nachtisch – wie es in den USA ja auch viel üblicher ist. Zusätzlich haben wir auch noch einen TV-Snack zubereitet, der prima zu Halloween passt. Oder generell zu jedem guten Horrorfilm.



Vorspeise:


Mushrooms in Cream
Man nehme:
500gr Pilze (Zucht-Champignons oder ein Mix aus frischen Pilzen)
3EL Butter
¼ TL Salz
½ TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
240gr Sahne
Pilze putzen und in Scheiben schneiden. In einer Pfanne die Butter heiß werden lassen. Die Pilze ca. 3min in der Butter schwenken und immer wieder damit beträufeln. Mit Salz und Pfeffer würzen und die Sahne hinzugeben. Das ganze auf kleiner Flamme ca. 5min köcheln lassen.

Vincent serviert die Pilze mit in Butter geschwenkten Toastdreiecken. Bei uns gab es dazu die folgenden Popovers.


The Best Popovers
Man nehme:
100gr Mehl (nach Wahl: normales Weizenmehl, eine Mischung, Dinkel,…der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt)
¼ TL Salz
120ml Milch
2 große Eier
120ml Wasser
ca. 6EL flüssige Butter

1. Das Mehl, Salz und die Milch in einer Schüssel (am besten mit Ausgießtülle) mit dem Handrührgerät mixen. Die Eier hinzugeben und das Ganze ca. 2min aufschlagen bis die Masse hellgelb und luftig ist. Dann gibt man das Wasser hinzu und mixt nochmals auf höchster Stufe, bis der flüssige Teig schaumig ist und Blasen wirft. Bei Zimmertemperatur für eine Stunde abgedeckt ruhen lassen.
2. Den Ofen auf 200° vorheizen. Sechs leere Förmchen (dazu kann man ein Muffinblech benutzen, kleine Souffléförmchen oder einfach Kaffeetassen auf einem Backblech platziert) für 5-8min in den heißen Ofen stellen. Dann vorsichtig herausnehmen, jeweils einen Esslöffel Butter in jedes Förmchen geben und für ca. 5min zurück in den heißen Ofen stellen. Die Butter sollte dann dampfen, aber nicht anbrennen oder spritzen.
3. Den Teig in der Zwischenzeit nochmals aufschlagen und anschließend vorsichtig in die heißen Förmchen mit der dampfenden Butter eingießen (max. zu zweidrittel füllen, die Küchlein gehen noch auf). Dann für 20min und ohne die Ofentür zu öffnen (!) bei 200° backen, dann auf 175° runterschalten und weitere 10-15min backen bis die Küchlein fest und goldbraun sind.
4. Die noch heißen Popovers vorsichtig in einen Brotkorb stürzen und direkt servieren, solange sie noch schön warm und puffig sind.

Man kann in den Teig auch Kräuter oder Käse einarbeiten – ganz nach Geschmack. Für Parmesan-Popovers z.B. 75gr geriebenen Parmesan hinzugeben.



Hauptspeise:





Vincent Price's Quiche Lorraine
Man nehme:
120gr Mehl
1 Eigelb
115gr Butter
1 Prise Salz
1-2 EL Wasser (möglichst kalt)

250gr Speck, gewürfelt
250gr Schweitzer Käse, gewürfelt
8 Eigelbe
450gr Sahne
¼TL Senfmehl
¼TL Pfeffer

Das Mehl, das einzelne Eigelb, die Butter sowie eine Prise Salz mit etwas Wasser zunächst mit den Knethaken des Handmixers kurz vermengen, dann per Hand einen homogenen Teig, der sich leicht zu einer Kugel formen lassen sollte, erstellen. (Wenn der Teig zu sehr klebt, ist er zu nass. Dann einfach ein wenig Mehl nachschütten. Ist er zu krümelig, braucht es noch ein wenig Wasser.)
Die Teigkugel dann zum Ruhen 30min in den Kühlschrank packen.

Dann den Teig in einer Quiche-Form oder normalen Springform ausrollen, dabei an den Rändern möglichst gleichmäßig hochdrücken und überall mit einer Gabel einpieksen. Eine Runde im Ofen blindbacken. (Also einfach so, ungefüllt vorbacken. Am besten legt man auf den Teig eine Lage Backpapier und füllt diese mit speziellen Backerbsen oder einfach Reis. Es geht aber auch so…)
Zunächst 8min bei 220°, dann auf 175° runterschalten und nochmals 3min drin lassen.

In der Zwischenzeit die 8 Eigelbe mit Sahne, dem Senfmehl und Pfeffer verrühren.
Wenn der Teig goldgelb gebacken ist, aus dem Ofen nehmen und Käse und Speck draufstreuen. Dann die Eigelb-Sahne-Masse darauf geben und zurück in den Ofen damit für ca. 45min bei 175°. Zum testen ein kleines Messer einstechen und wieder raus ziehen. Wenn nichts dran kleben geblieben ist, ist das Werk vollbracht.

Eine Quiche Lorraine ist absolut einfach zu machen und ein echte Wohlfühl-Gericht. Der Meister wandelt das Original aber natürlich ab und nimmt statt Schinken eben Speck. Das muss man mögen. Als Vegetarier haben wir einfach drauf verzichtet und hatten am Ende eine große, dicke, saftig-würzige Käsetorte, die sündhaft zu essen war und von der kein Krümel den Abend überlebt hat.

Als Beilage gab es




Vincent Price's Salad
Man nehme:
1 Kopf Eisbergsalat
1 Kopf Romana
1 große rote Zwiebel
50gr bzw. 1 kleine Dose Olivenscheiben
2 Zehen Knoblauch, fein gehackt
3 Tomaten, in Achteln
Feta Käse
Reisessig
Öl

Die Zusammenstellung des Salates verbreitet den Charm der 70er Jahre, keine Frage. Feta Käse war für die Bekanntschaften von Mr. Price etwas völlig neues und aufregendes. Unsereins ist heutzutage natürlich anderes gewohnt, aber nichtsdestotrotz ist der Salat am Ende lecker und eine kleine Zeitreise.



Nachtisch:



Gâteau Grand Marnier
Ein Kuchenrezept, dass Vincent Price aus einem Urlaub in Frankreich mitgebracht haben soll.

Man nehme:
225gr Butter
225gr Zucker
3 Eigelbe
3 Eiweiße
1TL Grand Marnier
280gr Saure Sahne
Abgeriebene Schale einer Orange
120gr gehackte Walnüsse
240gr Mehl
1TL Backpulver
1TL Natron
Die Eiweiße in einem hohen Gefäß aufschlagen, bis sie steif und glänzend sind. Beiseite stellen.
Den Zucker und die Butter cremig aufschlagen, nacheinander die Eigelbe zufügen. Dann den Grand Marnier, die Orangenschale und Walnüsse dazu geben.
Das Mehl, Backpulver und Natron gemeinsam durch ein Sieb in einer Schlüssel vermengen, nach und nach und abwechselnd mit der Sauren Sahne in die Butter-Zucker-Masse einrühren.
Nun vorsichtig den Eischnee unterheben.

In eine gefettete Kastenform füllen und ca. 50-55min bei 170° im Ofen backen.

Glasur: 115gr Zucker
250ml Orangensaft (am besten frisch gepresst)
100ml Grand Marnier

Diese Zutaten gut miteinander verrühren und über den noch warmen Kuchen gießen.
Dadurch wird er super saftig und orangig (aber auch noch süßer! Wer es lieber nicht so zuckrig mag, nimmt etwas weniger des weißen Kristallin und stattdessen gerne auch etwas Zitronensaft mit in die Glasur).



Zum Knabbern:






Pepitas a la Curry
Ein guter TV-Snack, gerade zu Halloween im #horroktober, da man dafür Kürbissamen braucht. Am besten einfach unbehandelte, die man in jedem guten türkischen Supermarkt bekommt, aber im Notfall geht es auch gut mit bereits gerösteten.

Man nehme:
30gr Curry-Pulver (am besten nach dem folgenden Rezept von Vincent Price)
300ml Wasser
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1TL Salz
Saft einer Limette

300gr Kürbiskerne

3EL Butter
Salz zum bestreuen (am besten grobes Meersalz)

In einem Topf vermengt man alle Gewürze mit dem Limettensaft und dem Wasser und lässt das ganze vorsichtig köcheln, so dass ein wenig Flüssigkeit verdampft. Dann die Kürbiskerne hinzufügen und für 5min ziehen lassen, ohne zu kochen.
Dann vorsichtig abgießen (den Sud kann man wiederverwenden – entweder für eine weitere Portion Pepitas oder auch als Basis für ein Currygericht) und die Kürbiskerne auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen, mit Butterflöckchen und grobem Salz besprenkeln und bei 100° sehr langsam rösten bis die Kerne knackig sind.


Delights of the Far East Curry Powder
In den 70ern waren Indien und die indische Küche noch mysteriös und voller unbekannter Gewürze, zumindest für die Hörer des Beverly Hills Cookbooks auf 12 Musikkassetten. Als Serviervorschlag empfiehlt Vincent Price zu einem indischen Abend Duftkerzen, Sitar-Musik und Tücher mit Glöckchen dran. Sein Augenzwinkern kann man förmlich hören…

Man nehme:
40gr frisch gemahlenen Pfeffer
Zimtstange (ca. 5cm insgesamt), in Stücke gebrochen
1 EL Cumin
2 EL Kardamonsamen
1 El Koriandersamen
Die Gewürze im Mörser oder einer ausrangierten Kaffeemühle mahlen und anschließend langsam in einer Pfanne (ohne Öl) anschwitzen, bis sie anfangen zu duften. Dabei ständig rühren und aufpassen, dass nichts anbrennt.
Abkühlen lassen und über alles Mögliche streuen. Vincent mag Curry auch gern auf Popcorn mit Butter, Hühnchen oder Frischkäse.


– Baroness van Munchhausen –

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