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Frogs - Killer aus dem Sumpf

Frogs - Killer aus dem Sumpf
Frogs - Cover
USA / 1972

Regie:
George McCowan

Darsteller:
Sam Elliott - Pickett Smith
Ray Milland - Jason Crockett
Joan Van Ark - Karen Crockett
Adam Roarke - Clint Crockett
Lynn Borden - Jenny Crockett

Musik:
Les Baxter
 







Ja, ich gebe es zu. Als ich mir das erste mal den Trailer zu "Frogs - Killer aus dem Sumpf" angeschaut habe, war ich maximal gelangweilt. Der Film wirkte so träge und es fehlten mir völlig die Highlights in jedweder Form.



Doch, ach, was war ich für ein Narr! Frogs bietet so viel mehr, als der Trailer auch nur anzudeuten vermag. Und im Nachhinein bin ich dann doch sehr froh, dass ich diesen Film der SchleFaZ-Reihe im Gernsehclub schauen konnte. Doch der Reihe nach...


Story
Der Patriarch Jason Crockett - immerhin von niemand geringerem gespielt als Oskar-Preisträger Ray Milland - lebt, an einen Rollstuhl gefesselt, in seinem schicken großen Anwesen auf einer total verwilderten Insel irgendwo in den Sümpfen von Fragmichnicht.
Wie jedes Jahr hat er zum 4.Juli seine Familie um sich gescharrt, um nicht nur dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, sondern auch diverese Geburtstage von sich und anderen Familienmitgliedern gemeinsam zu feiern.
Neben dem anwesenden Personal gibt es in diesem Jahr einen zusätzlichen unfreiwilligen Besucher der Festivitäten. Da Pickett Smith in seinem kleinen Kanu von Clint Crockett und seinem Motorboot rüpelhaft fast über den Haufen gefahren wird, "darf" er als Entschädigung gleich erst einmal auf der Insel bleiben und mit der Partyfamily abhängen.
Wäre das Szenario an dieser Stelle abgeschlossen, es würde uns im Folgenden wohl ein seichtes Drama über die Beziehungsverhältnisse innerhalb einer versnobten Südstaatenfamilie erwarten.
Doch Gott sei Dank, gibt es ja noch jegliches Getier auf der Insel. Allen voran die titelgebenden Frösche oder vielmehr Kröten. Diese sind in einer massiven Anzahl vorhanden und rauben der anwesenden Familie den letzten Nerv mit ihrem Dauergequake. Quasi als Anführer leiten sie eine Rebellion der Echsen, Krokodile, Schlangen und Vögel, die nach und nach immer mehr Opfer unter den Menschen fordert. Systematisch werden diese im weiteren Verlauf des Filmes von der aufmüpfigen Natur ausgeschaltet.
Die Party rückt da natürlich schon bald in den Hintergrund.

Frogs - Clint und Karen Crockett
Clint und Karen Crockett

Fazit
Das Problem, welches ich habe, wenn ich ein Fazit zu einem Film schreibe, ist eigentlich jedes mal das gleiche- wie fange ich nur an?
Auch bei Frogs - Killer aus dem Sumpf ist das mal wieder nicht anders. Erzähle ich euch von den Highlights? Oder doch lieber vom Gesamtpaket? Mache ich eine Auflistung oder einen zusammenhängenden Text mit Fokus auf einen ganz bestimmten Teil des Films? Verfalle ich in einen Ghetto-Slang oder bemühe ich mich im mittelalterlichen Hochdeutsch?
Wie wäre es mit allem auf einmal??? Nein, jetzt mal ehrlich, das würde ja kein Mensch ertragen. Aber Tiere vielleicht... was mich zum Ursprung zurück führt: Frogs!
Dieser Film hat einfach alles, was ein trashiger Tierhorrorfilm braucht.


Die Schauspieler
Mensch, was für ein Staraufgebot wir hier doch haben. Oskarschauspieler Ray Milland und Sam Elliott, vielen bekannt als der Cowboy an der Bar im Film The Big Lebowski geben sich hier die Ehre und man sollte meinen, dass wäre doch schon mal ein guter Anfang, um einen vernünftigen Film hinzubekommen.
Doch weit gefehlt, quasi die ganze Garde benimmt sich, als hätten sie das Schauspielern bei Berti Vogts höchstpersönlich gelernt. Ja, so ein Haufen Frösche ist schon wirklich schockierend, da kann man schon mal ein wenig Overacting betreiben. Wie, ihr steht auf Overacting? Na, dann ist Frogs auf jeden Fall ein Film für euch. Ich sagte grade "ein wenig" Overacting, aber eigentlich meinte ich "Overacting bis zum Anschlag"! Eine Sterbeszene ist wahrlich unterhaltsamer, als die andere und man wünschte es gäbe noch viel mehr Familienmitglieder, die den Löffel abgeben könnten.

Frogs - Tante Iris
Tante Iris gibt den Löffel ab

Triviales am Rande
  • Les Baxter der die Musik für den Film komponiert hat, ist niemand Geringeres, als der Erfinder der Unchained Melody.
  • Joan Van Ark spielte Spider-Woman in der gleichnamigen Serie in den 70ern.


Die Tiere
Frogs ist eigentlich nichts anderes, als ein Mafiafilm in der Tierwelt. Die Fröschen spielen den fetten Paten und die anderen Tiere dürfen die Drecksarbeit erledigen. So dürfen nacheinander Spinnen, Schlangen, Blutegel, Eidechsen, Krokodile und sogar Vögel ihr Unwesen treiben und die Menschen aufs Korn nehmen. Besonders gefällt mir hierbei, dass es sich um keine Gummitierchen, sondern durchgehend um echte Tiere handelt.
Heutzutage hätten die Filmemacher vermutlich längst eine Klage wegen Tierquälerei am Hals, aber damals Anfang der 70er war das wohl alles noch ok.
Nichtsdestotrotz kann man mit Fug und Recht behaupten, dass die tierischen Darsteller die menschlichen schauspielerisch in die Tasche stecken.

Frogs - Streichel den Frosch
Don Frog will gestreichelt werden

Die menschlichen Opfer verteilen sich auf die Tiere wie folgt:

Spezies Opfer
Frösche    1
Alligatoren    1
Spinnen    1
Eidechsen    1
Schnappschildkröten    1
Schlangen    2
Vögel    3

Gewinner sind also ganz klar die Vögel... ob der gute Alfred sich das wohl hier abgeschaut hat?
Frogs - Opfer der Natur
Nein, nicht Frankensteins Monster, sondern ein weiteres Opfer von Frogs!

Kommen wir also zu meiner Aussage vom Anfang der Rezension zurück. Der Film ist eine Granate und ich bin froh, ihn gesehen zu haben und ich kann euch nur ans Herz legen, euch auch einmal in den Trashfilm - Sumpf von Frogs zu begeben.


Bewertung

8 von 10 Kaulquappen


Zum Schluss möchte ich mich natürlich auch noch einmal bei den Kollegen vom Gernsehclub für die schönen Bilder, die ihr in diesem Beitrag seht, bedanken.

~Trash Bronson~

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