Der Blog für Trashfilme und B-Kultur

Killers from Space

USA 1954 
Länge: 70 Minuten

Regie:
W. Lee Wilder (tatsächlich der Bruder von Billy Wilder)


Darsteller:
Peter Grave
Barbara Bestar
James Seay
William Gerstle


Killers From Space ist ein schönes Beispiel, wie tief verwurzelt doch eigentlich unsere Angst vor dem Unbekannten ist. “Space? Keinen Schimmer was da los ist, aber wenn von da oben was weg kommt, muss es böse sein!” Ein wiederkehrender Fakt in der Filmindustrie. Selbst Clowns aus dem Weltall (siehe Space Invaders aka Killer Clowns from Outer Space) sind nicht lustig, sondern bösartig... gut, so groß ist der Unterschied zu irdischen Clowns dann doch nicht. Vielleicht sollten man diese einfach vorbeugend als Waffe ins Weltall schießen.


Story

Aber nun zum Wesentlichen: Gleich die ersten Minuten des Films geben einem das Gefühl, wieder in der Schule zu sitzen und einen Lehrfilm zu sehen - samt schlechtem Ton, der aus einem Super 8- Projektor stammen könnte. Ein Gefühl das übrigens über die volle Länge des Films nicht unwesentlich abnimmt. So wird beispielsweise dem Zuschauer einleitend ausführlich der Ablauf eines Atombombentests in der Wüste von Nevada erklärt. Zur Verteidigung kann man an dieser Stelle durchaus sagen "Jaa, so eine Atombombe hochjagen hätte doch das Buget des Films wortwörtlich gesprengt" aber warum zum Oppenheimer muss man denn den ganzen scheiß Lehrfilm zeigen?

Hauptdarsteller Dr. Martin ist auch gleich mit von der Partie. Man erkennt ihn an dem einzigen Flugzeug, welches durch moderne Bluescreentechnik in den Atompilz düsen kann. Direkt nach dem ausführlichen Durchfliegen der Explosion entdeckt Dr. Martin jedoch etwas viel Interessanteres, ein funkelndes Objekt im Testgebiet. Allerdings fallen umgehend die Instrumente aus und der Düsenjet macht Feierabend.


Omas Hausfrauentipp zum Geldsparen beim Filmdreh: Soll das Flugzeug abstürzen, dreh einfach die Archivaufnahme um 90 Grad.
Nachdem Dr. Martin für Tod erklärt wurde, taucht er dann doch unverhofft wieder in der Zivilisation auf. Dr. Martins Brust ist von operativen Eingriffen gezeichnet und er kämpft zudem mit erheblichen Gedächtnislücken. Zusammengenommen genügt dies den Behörden, um stark an der Echtheit dieses "Dr. Martins" zu zweifeln. Von weiteren Atombombentests ausgeschlossen bleibt Dr. Martin nur eine nicht allzu aufregende Flucht vor den Behörden. Ein Storyansatz, der bis dahin eigentlich etwas an Potential birgt, wären da nicht die ungewollt/gewollt komischen Kostüme der Aliens.

Are we not Men...?
Gerade die PingPong-Ball-Augen machen es (zumindest für mich) unmöglich, nicht bei jeder zweiten Szene laut loszulachen. Vielleicht handelt es sich hier ja sogar um den Ideengeber zu Muppets from Space? Obendrauf ist ihre tödliche Geheimwaffe - die ja in keinem Ufo fehlen darf - eine Auswahl von Aufnahmen aus dem Biounterricht, welche allerlei Insekten und Reptilien zeigt. Aber durch "geschickte" Schnitttechnik wirken die Viecher natürlich richtig groß, bzw. Dr.Martin richtig klein, was gleichsam zum kichern anregt.

Welcome to Earth Party 1954
Somit ergänzen wir den einleitenden Gedankengang: Clowns aus dem Weltall sind böse, wohingegen es aussieht, als ob Killer aus dem Weltall durchaus lustig sein können. 

Verrückte Welt - wahnsinniges Weltall ... oder andersrum?

Das Ende des Films war übrigens totaler Käse, weshalb ich es euch eigentlich auch verraten kann, damit ihr 70 Minuten eures Lebens sinnvoller verbringen könnt

ACHTUNG AB HIER SPOILERTS (zum lesen makieren):

In Zeiten gestiegener Strompreise ist es natürlich schwer die Stromrechnung für die Hege und Pflege einer Monsterarmee zu bezahlen. Daher zapfen die Schnorrer from Space dreist das ortliche Stromnetz an. Nachdem Dr. Martin vom FBI aufgegriffen und mit ausreichend Wahrheitsdrogen versorgt wurde, erinnert er sich natürlich an diese Tatsache.

Simple Lösung: Dr. Martin fährt zum Kraftwerk und stellt einfach den Strom ab. Zack, Ende, keine weiteren Erklärungen! Wahrscheinlich auch nur weil die Grundschule keine Lehrfilme über fliegende Untertassen hatte, die man sich hätte entleihen können oder aber ein Teil der Crew zum Augenoptiker musste.

The Original Beatles
Übrigens habe ich in diesem Artikel nicht annähernd so oft den Namen Dr. Martin erwähnen können, wie es der Film in 70 Minuten geschafft hat.
 

Bewertung: 
4 von 10 Punkten

American Cyborg Terminator

Kommentare:

Baronesse hat gesagt…

Ich wär auf jeden Fall dafür Clowns ins All zu schießen. Egal, ob das als Waffe funktioniert oder nicht, schaden kann es jedenfalls nicht!

ACT hat gesagt…

Bin dabei. Eine Sojus Rakete hat eine Traglast von ca.7100 Kg das macht pro Rakete ca. 89 Clowns a 80 Kg. Bau und start der Rakete wird auf 70 Millionen Euro geschätzt. Jetzt müssen wir nurnoch rausfinden wieveile Clowns es auf der Welt gibt.Scheinbar gibt es keine Welt Clown Vereinigung.