Der Blog für Trashfilme und B-Kultur

Welcome to the jungle

USA/ UK 2013
95 min.

Regie:
Rob Meltzer

Darsteller:
Adam Brody – Chris
Jean-Claude van Damme – Storm
Kristen Schaal – Brenda
Rob Huebel – Phil
Megan Boone – Lisa
Bianca Bree – Ashley
Kristopher Van Varenberg – Brett




„Nice guys finish last“ besagt ein amerikanisches Sprichwort. Dementsprechend hat der brave Chris wenig Chancen in der Hackordnung seines Büros aufzusteigen oder gar die Sahneschnitte der Belegschaft abzugreifen. Ausgerechnet nachdem ihm der ekelhafte Angeber Phil seine Idee für einen wichtigen Kundentermin geklaut hat, verkündet der Chef eine Teambuilding-Maßnahme auf einer unbewohnten Insel.

Leiter des Survival-Seminars ist der knallharte Ex-Soldat Storm (van Damme), der den introvertierten Chris sofort im Fadenkreuz hat. Umgeben von dem gnadenlosen Drillsergeant und seinen Feinden in einer feindlichen Umgebung sieht die Zukunft für Chris alles Andere als rosig aus. Als dann ein fataler Zwischenfall auf der Insel zur Anarchie führt, bietet sich Leisetreter Chris die Gelegenheit sich zum Alphatier aufzuschwingen, oder bei dem Versuch ins Gras zu beißen...




Fazit:
Ein Blick auf das Kinoposter verrät, dass „Welcome to the jungle“ keine minutiöse Verhaltensstudie ist. Schließlich war hier nicht Loriot am Werk. Doch die Charaktere erkennt jeder, der einmal in einem Büro gearbeitet hat. Selten habe ich einem Kino-Bösewicht derart ein schreckliches Ende gewünscht, wie dem Büro-Schleimer Phil.

„Welcome to the jungle“ ist aber zu keinem Zeitpunkt eine Dödel-Komödie, die nur gut aussieht, weil Katastrophen wie „Meine Frau, die Spartaner und ich“ die Latte in den letzten Jahren extrem tief gelegt haben. Die Gags sind gut und reichlich vorhanden. Zudem stimmt das Timing und das Setting ist relativ unverbraucht. Was könnte also schiefgehen?

Gegner des Actionwunders Jean-Claude van Damme könnten am komödiantischen Gespür des Belgiers zweifeln. Doch das Spagatmonster beweißt, dass es tatsächlich einen Sinn für Humor und Selbstironie hat. JCVD – van Dammes geniales Vermächtnis aus dem Jahr 2008 – war also kein Zufallstreffer. Die Actionikone nimmt sein Image derart gekonnt auf die Schippe, dass seine Auftritte dem Film die nötigen Glanzpunkte verleihen.

Freunde der Familie van Damme haben darüber hinaus zwei weitere Gründe, den Film zu schauen. Jean-Claudes Sprösslinge (Bianca Bree und Kristopher Van Varenberg) sind ebenfalls in der Besetzungsliste vertreten. Normalerweise wäre das für jeden Filmfreund, der schon mal die Namen Frank Stallone oder Aaron Norris gehört hat, ein nicht zu überhörendes Warnsignal. Doch JCVDs Nachwuchs hält das Niveau der restlichen Besetzung und diese macht ihren Job mehr als ordentlich. Und hey! –  auch die B-Movie Szene Nachwuchs!

Es gibt also keinen Grund den Film nicht zu sehen. „Welcome to the jungle“ ist die beste Komödie des Fantasy Filmfests seit Black Dynamite und für mich die lang ersehnte frische Brise im stickigen Dunst der Spoof-Movies. Ist aber eigentlich auch kein Wunder. Denn wie sagte es bereits der große Axel Rose? „ Welcome to the jungle we've got fun and games.“

– Commodore Schmidlabb –


Keine Kommentare: