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Pacific Rim


USA 2013
FSK: 12
Länge: 
131 Minuten

Regie:  
Guillermo del Toro


Darsteller:
Charlie Hunnam - Raleigh Becket
Diego Klattenhoff: Yancy Becket
Idris Elba - Stacker Pentecost
Rinko Kikuchi - Mako Mori
Robert Kazinsky - Chuck Hansen
Max Martini - Herc Hansen
Charlie Day - Dr. Newton Geiszler
Burn Gorman - Dr. Hermann Gottlieb
Ron Perlman - Hannibal Chau


Ich muss zugeben, selbst als Liebhaber von überdimensionalen Monstern, die ihr Lebensglück darin suchen, wie kleine Jungs in den Armeisenhaufen zu trampeln, war ich im Vorfeld von „Pacific Rim“ verunsichert ob ich diesen Film nun für ansehnlich oder für unerträgliche Massenware zu halten habe. Zu tief sitzt scheinbar noch das Trauma, welches Michael Bays Transformers bei mir ausgelöst hat, so dass ich bei CGI Robotern erst mal skeptisch wurde. Zudem bekamen die im Vorfeld gesehenen Filme „World Invasion: Battle Los Angeles“ und „Skyline“ von mir das Prädikat: Besonders kacke.


Nachdem ich aber erste positive Berichte über den Film erhielt und zudem die Information, dass sogar Ichiro Honda dankend im Abspann erwähnt wird, begann sich die Hurra-Waagschale leicht zu heben, zumal Guillermo Del Toro eigentlich auch sein Handwerk versteht und bis jetzt ordentliche Arbeiten ablieferte. 


Sodann nahm ich meine neu gewonnene Neugier und meinen Freund und Co-Blogger Trash Bronson und begab mich nach Eis, Pommes und Bier (in der Reihenfolge) in Richtung unseres Stammkinos in Bochum. Dieses Lichtspielhaus hat die sympathische Angewohnheit, alle Filme ausschließlich in 2D zu zeigen, was für Leute mit Sehschwäche als auch für Leute mit knapper Kasse eine echte Wohltat ist. Soviel sei dazu gesagt, der Film funktioniert auch, wenn nicht sogar gleich gut, in 2D. Ich hatte an keiner Stelle des Films das Gefühl, dass eine Szene lediglich aus dem Grund der 3D Effekte entstanden sei.


Zum Film:
Dass aus dem Pazifischen Feuerring bis jetzt nicht wirklich etwas Gutes kam, setzt sich auch in diesem Film fort. Neben Erdbeben und Tsunamis tauchen nun sogar hochhaushohe Monster, nach den Japanischen Kaijū genannt, aus dem Meer auf und versetzten die Menschen in Angst und Schrecken. Als Antwort darauf fertigen die Menschen die auf den Filmplakaten gekonnt posierenden Roboter, Jaeger genannt. Hierbei wurde sich des Deutschen bedient, ob es für unsere internationalen Freunde dadurch cooler klingt kann ich nicht beurteilen, ich hatte jedoch nicht nur einmal während des Films einen Roboter vor meinem inneren Auge, welcher einen grünen Filzhut mit Gamsbart auf den Kopf hatte, und aus den Lautsprechern „Hollari du schöner Jägersmann“ erklingen lässt.  Am Rande: Gleich die ersten 15 – 20 Minuten zeigen wie Wolfgang Petersons Film „Der Sturm“ um ein vielfaches erträglicher hätte sein können.

Im Grunde genommen ist das schon der grobe Umriss der Story. Was macht diese nun besser als Schundstreifen wie Roland Emmerichs Godzilla? Als allererstes finde ich sie, trotz des SciFi/Fantasy Settings, bis zu einem gewissen Grad glaubhaft. Was machen Menschen wenn sie einer größeren Bedrohung gegenüberstehen? Sie rücken näher zusammen, ohne dass dabei Nationalitäten oder Ideologien eine Rolle spielen (siehe WK2). Zudem ist auch der Lösungsansatz nur allzu menschlich, kaum tritt eine Naturkatastrophe auf, versucht man diese mithilfe von Technologie in den Griff zu bekommen, seien es jetzt Erdbebenwarnsysteme oder Tsunamimauern. Übertragen auf den Film findet man letztere in leicht größerem Maßstab sogar wieder.

Zudem spielt Del Toro gekonnt mit Klischees und Archetypen ohne es albern wirken zu lassen. Sei es der ewig schreiende und strenge Commander  (Idris Elba), der stark an einen beliebigen Polizeichef aus Cop-Serien erinnert (von Zeit zu Zeit sollte man mal wieder Sledge Hammer gucken), bis hin zu dem russischen Piloten Team, welches wie eine Mischung aus Brigitte Nielsen und den Macho Man Randy Savage aussieht (Robert Maillet / Heather Doerksen). Das Australische Team (Max Martini / Robert Kazinsky) sind Paul-Hogan-like harte Knochen und man erwartet eigentlich in jeder Szene, dass sie mit Fosters Dosen um sich werfen. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch - wie zu erwarten - auf den amerikanischen Piloten Raleigh Becket (Charlie Hunnam) der sich als sympatischer Draufgänger präsentiert.


Auch ohne ihren Roboter führchten sich die Monster vor Sasha und Alexis Kaidanovsky

Etwas zu früh im Film (gleich am Anfang) wird für meinen Geschmack verraten woher und warum die Kaijū da sind. Hätte man damit bis zur Mitte des Films (das Gehirn Experiment) gewartet, hätte man den Zuschauer seiner Phantasie überlassen, und die wunderbar schrulligen Theorien der beiden nerdigen Wissenschaftlern (weitere Archetypen) hätten so mehr Nährboden gehabt.

Spricht man von den Kaijū, so ist es herrlich erfrischend, dass ihr Aussehen von Mal zu Mal variiert und sich in ihrem Design aber auch wunderschön Del Toros Handschrift wiederspiegelt. Hellboy Ron Perlman wurde übrigens auch mit einer kleinen Nebenrolle bedacht. Einzig und allein die Farbgebung der Kaijū, welche meist recht grau gehalten ist, lässt sie vor dem neongrellen Hong Kong und den voll beleuchteten Jaegern etwas trist wirken. Da der Film aber auch überwiegend in der Dunkelheit spielt, regt dies bei einigen Zuschauern vielleicht gewollt zum Gruseln an?





Wollen eigentlich nur spielen


Auf Seiten der Jaeger ist mir aufgefallen, dass auch diese vom Design her eine nette Bandbreite an den Tag legen. Es wird zwar nicht ausdrücklich erwähnt, jedoch bin ich davon überzeugt, dass diese Varianz mit dem Ursprungland des jeweiligen Jaegers zusammenhängt. Die Jaeger aus Australien und die USA sehen irgendwie westlicher aus, währenddessen der russische Pабота aussieht als ob er gerade dem Kalten Krieg entsprungen sei. Der chinesische Vertreter ist natürlich klassenkonform rot angestrichen und wird gleich von drei Piloten gesteuert (die Luu Drillinge spielen die Tang Drillinge). Obendrein haben die Jaeger noch jeder Knackige Codenamen als da wären: Cherno-Alpha; Crimson Typhoon, Gipsy Danger oder Striker-Eurika. Wie schon durchgeschimmert ist werden zur Steuerung der Kolosse, aufgrund irgendeiner komplizierten Erklärung jeweils mehrere Piloten benötigt, deren Gehirne synchron geschaltet werden. Bei den lustigen Bewegungsabläufen innerhalb der Jaeger Cockpits wurde ich dabei aus komischen Gründen, volle Kanne an Roboter Bill & Roboter Ted erinnert.


Hatten die Möglichkeit zum größten Luftgitarren Solo der Welt.

Fazit:
Wie schon Trash Bronson korrekterweise bereits während des Films bemerkte, handelt es sich eigentlich um eine gekonnte Mischung aus den japanischen Serien Godzilla und Neon Genesis Evangelion. Allen Fans dieser Roboter/Monster Nische werden mit diesem Streifen zwei Stunden gute Unterhaltung haben, obendrein gibt es hier und da etwas Martial Arts Action. Neben dem ganzen Rumgebalge und hirnraubender Action, lässt der Film dabei sogar noch Zeit und Raum um etwas auf die Charaktere einzugehen. Negativ viel mir einzig und allein das Hollywood Klischeeende des Films auf, was aber auch nicht wirklich anders zu erwarten war, da es sich ja um einen amerikanischen und nicht einen japanischen Film handelt. Im Vorfeld wurde mir zudem berichtet, es komme noch „Etwas im Abspann“, was sich jedoch als einer der lahmsten und plattesten Gags des Films herausstellte und das Warten nicht wirklich rechtfertigt. Auch wenn der Film wenig sinnvolle Ansätze für eine Fortsetzung hat, scheint die Fangemeinschaft eine Petition für Selbige angeleiert zu haben. Mit einem Großkonzern wie Warner im Rücken wird es wahrscheinlich nicht lange dauern bis es wieder auf die Jagd geht (Hellboy III wäre mir persönlich lieber). 

Für dieses Mal gibt es von mir jedoch: 8 von 10 Punkten


FanArt / Trailer:
https://www.youtube.com/watch?v=A85EtOalcsM

American Cyborg Terminator

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