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If footmen tire you, what will horses do?

USA 1971
52 min. 

Regie: Ron Ormond

Darsteller:
Cecil Scaife – The Commissar
Judy Creech – Judy
Gene McFall – Assistant Commissar
Estus W. Pirkle – as himself







Ron Ormond hatte viele Jobs. Doch nicht als Zauberer oder Rollerderby-Produzent sollte er Berühmtheit erlangen. Es waren Exploitationfilme wie „The monster and the stripper“ und „The girl from tobacco row“ , die ihn für eingeschworene Fans unsterblich werden ließen. Doch nachdem der Regisseur in den späten 60er Jahren einen Flugzeugabsturz überlebte, sollte alles anders werden. Von nun an widmete er seine Schaffenskraft der Christploitation. Hätte Gott geahnt, wie mies die Filme würden, hätte er wahrscheinlich dafür gesorgt, dass Ormond den Flugzeugabsturz nicht überlebt.

„If footmen tire you, what will horses do?“ nimmt einen besonderen Platz in Ormonds Werk ein und ist berüchtigt für seine christliche Propaganda, die so durchsichtig wie Fensterglas ist. Eingebettet in die warnenden Worte des Predigers Estus Pirkle entwickelt Ormond eine grauenhafte Zukunftsvision von Amerika. Die USA – verführt von Autokino und Rock’n Roll – haben ihren direkten Draht zu Gott verloren. Das der Iwan nur auf so eine Gelegenheit gewartet hat ist logisch. Folglich besetzen die gottlosen Kommunisten die US of A und internieren alle Christen, um sie zu foltern oder einer Gehirnwäsche zu unterziehen.

Das allein wäre die Basis für einen schlechten Film. Doch die bis ins letzte Detail vergurkte Inszenierung lässt den Zuschauer fassungslos zurück. Da wäre zum Beispiel der kommunistische Kommissar mit Backenbart – eine Art sadistischer Räuber Hotzenplotz – der es nicht schafft einen glaubhaften russischen Akzent zu entwickeln oder ihn im Verlauf einer Szene zu halten.
Überaus drollig sind auch die einzelnen Predigten von Estus Pirkle, der die Schuld für den Verfall der Sitten und die Abkehr von Gott beim Tanzen und Samstagmorgen-Cartoons sucht.

„If footmen tire you, what will horses do?“ ist eine Todsünde aus Celluloid. Wer den Streifen gesehen hat weiß: Ron Ormond muss sich nicht vor anderen großen Namen des Exploitationfilms verstecken.  Also schaut diesen wichtigen Film: Er ist nur knackige 52 Minuten lang und frei verfügbar. Tut ihr es nicht, kommt der Russe!

– Commodore Schmidlabb –

P.S.: Einen ausführlicheren Überblick über das Leben und das Werk Ron Ormonds erhaltet ihr hier.

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