Der Blog für Trashfilme und B-Kultur

Fünf Geschwister


Es ist mir eine besondere Freude unseren österlichen Themenmonat „Christen-Trash“ mit einer Premiere nochmals hochleben zu lassen. Erstmalig rückt ein Hörspiel in den Fokus. Damit tue ich mir zudem selbst einen Gefallen, denn seit fast 2 Jahren trage ich den Wunsch, diesen Beitrag zu schreiben, in mir.

Dem Motto des Monats entsprechend, handelt es sich um ein christliches Hörspiel – ein protestantisches um es präzise zu formulieren. Der Ohrenschmaus beruht nämlich auf der Buchreihe „Die fünf Geschwister“ des evangelischen Pfarrers Dieter B. Kabus.

Enttäuscht über den geringen Anteil christlich geprägter Geschichten in der Jugendliteratur, machte es der Pfaffe einfach selbst und ließ die Schreibmaschine klackern. Ab 1980 erschienen die Abenteuer der fünf Pfarrerskinder zuerst in Buchform und anschließend als Hörspiele.
Nach seinem Entschluss Kinderbücher zu schreiben, macht Kabus das einzig vernünftige – er klaute bei der legendären Enid Blyton und ihren Fünf Freunden. Das Grundgerüst jeder Folge ist demnach immer dasselbe:

Kinder fahren in Urlaub – wittern bald ein Geheimnis – forschen nach – stellen im Alleingang die Übeltäter

Diesem Muster folgend kann die Hörspielreihe eigentlich nicht viel falsch machen, oder? Und tatsächlich sind die Abenteuer der fünf Geschwister hörbar – bis der christliche Hammer zuschlägt. In der Tat funktionieren die Geschichten ein bisschen wie Horrorfilme. Immer wenn ihr glaubt, alles sei in Ordnung, passiert etwas Schreckliches. Natürlich kommt es nicht zu Mord und Totschlag, doch das muss es auch nicht. Die grotesken christlichen Schockmomente sorgen für offene Münder und durchschnittlich drei Schlaganfälle pro Minute.

Als beispielsweise drei der fünf Geschwister von einer Gangsterbande entführt werden, wenden sich die in Freiheit verbliebenen Kinder nicht an die Polizei. Was sollen die ollen Schutzmänner auch schon machen? Die können doch bloß doof in der Gegend ermitteln und Leute festnehmen. Diese Art von Justiz ist den fünf Geschwistern viel zu irdisch. Sie vertrauen stattdessen auf Jesus und beten um Hilfe. Die kommt prompt in Gestalt einer Gruppe junger Christen mit ihren Wandergitarren.
Bei einer weiteren Gelegenheit wird versucht, den Angriff einer Giftschlange mit einem Gebet abzuwehren. Als Gott überraschenderweise nicht eingreift, erklären sich die Geschwister diesen Umstand einfach damit, dass Gott wohl andere Pläne für sie hat – Auf so einen Irrsinn kann man sich einfach nicht vorbereiten!

Erschwerend kommt hinzu, dass die Kinder nicht unbedingt Sympathieträger sind. Die fünf Geschwister sind spießiger als ein Reihenhaus und gleichsam das Abziehbild des hässlichen Deutschen. Was ich damit meine?
Viele Abenteuer der fünf Pfarrerskinder spielen im Ausland. Da sollte es selbstverständlich sein, dass die Menschen in Frankreich oder Italien eben französisch oder italienisch sprechen. Denkste! Die braven Pfarrerskinder sind enttäuscht, über die mangelnden Deutschkenntnisse der Einheimischen. Auch mit rudimentären Sprachkenntnissen findet man vor den fünf Geschwistern keine Gnade. Spricht man jedoch deutsch und zeigt sich unterwürfig, steht einer Freundschaft nichts mehr im Weg. Zudem kann man die Moral der Blagen nur als bigott bezeichnen. Was für andere gilt, trifft auf die Kinder in göttlicher Mission nicht zu. Wenn der Herr es befiehlt, sind auch Einbruch und Bespitzelung hehre Mittel um ans Ziel zu kommen. Der Zweck heiligt hier in der Tat die Mittel.

Dass ich die Abenteuer der fünf Geschwister trotz des ekelhaften Benehmens der Kinder, der ewig gleichen Strukturen der Hörspiele und der absurden christlichen Botschaften immer wieder höre, hat nichts mit einer tiefgehenden Liebe zur Materie zu tun. Der Konsum tut beinahe körperlich weh. Doch fast nichts schmerzt so schön...

– Commodore Schmidlabb –


Kommentare:

Ugdalf hat gesagt…

Manborg - Retter Der Zukunft

http://www.filmstarts.de/kritiken/200902/trailer/19442827.html

*hüsel

Trash Commando 2000 hat gesagt…

Ist aber kein christlicher Film,oder? Kommt Manborg echt ins Kino? Das kann doch nicht sein, oder?

– Commodore Schmidlabb

Ugdalf hat gesagt…

ne ist gerade auf DVD erschienen, und auf einschlägigen seiten umsonst zu sehen (stream)

Blogger hat gesagt…
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