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The man with the iron fists

USA 2012 
95 min. 

Regie:
RZA

Darsteller:
RZA – Schmied
Rick Yune – X-Blade
Russel Crowe – Jack Knife
Lucy Liu – Madam Blossom
Dave Bautista – Brass Body
Byron Mann – Silver Lion 







Jeder hat so sein Steckenpferd. Bei Ninjas, Steven Seagal und Kumite-Filmen kann ich einfach nicht wegsehen. Das RZA vom Wu-Tang Clan dagegen ein ausgepägtes Faible für die Filme der Shaw Brothers hat, ist ein offenes Geheimnis. Schließlich leitet sich der Name der Band ja vom Kampfstil Wudangquan ab und die Truppe veröffentlichte bereits Musikvideos, Comics und ein Videospiel mit Martial Arts Thematik. Das sich der Rapper / Regisseur/ Schauspieler nun seinen ersten vollwertigen Kung-Fu Film gönnt ist also nicht weiter verwunderlich.

Doch worum geht’s in "The man with the iron fists"?

Scheißegal! Die Handlung ist genau wie bei den meisten Filmen der Shaw Brüder Nebensache. Seien wir doch mal ehrlich – wir wollen doch nur sehen wie jemand die Fresse vollkriegt. Wir wollen sehen, wie ehrwürdige Kampfsport-Meister mit riesigen aufgeklebten Augenbrauen die unglaublichsten Manöver vollführen und diese Hürden nimmt „The man with the iron fists“ fliegend.

Wer jetzt annimmt, dass „The man with the iron fists“ den Shaw Brothers iauf Schritt und Tritt folgt, wird eine herbe Enttäuschung erleben. Zwar finden sich sowohl inhaltlich als auch optisch genügend Zitate die den Kenner genüsslich mit der Zunge schnalzen lassen, doch eine minutiöse Kopie der alten Filme sieht (buchstäblich) anders aus.

Das ist aber auch gut so. Schließlich leben wir im Jetzt und RZA hat zu viele unterschiedliche Einflüsse zu verarbeiten, als dass er eine simple Reproduktion abliefern könnte. Daraus resultiert die starke – aber auch eigenwillige – optische Identität des Films.

Auch akustisch wird hier nicht auf Hausmannskost zurückgegriffen. RZA’s musikalischer Herkunft ist der Soundtrack aus Hip-Hop und Neo-Soul geschuldet, der ebenso oft zündet wie er in den Boxen krepiert.

Leider verhageln zahlreiche handwerkliche Mängel das Regiedebüt des Musikers. Unsinnige Bildteilungen, unverständliche Sprünge in der Handlung und teilweise überflüssige Szenen kratzen am Lack der ansonsten schillernden Produktion. Doch gerade weil „The man with the iron fists“ ein so flamboyantes Werk geworden ist, kann man manchen Patzer verzeihen.

Abschließend sei noch erwähnt, dass ich den Genuss des Films im englischen Original empfehle, da die Synchronisation der Titelfigur an Meisterwerke aus der fleischfarbenen Ecke der Videothek erinnert.

Fazit: 
„The man with the iron fists“ ist weniger ein klassischer Kung-Fu Film sondern ein knallbunter Bastard aus den unterschiedlichsten Einflüssen. Das diese Mischung den Puristen nicht schmecken wird ist klar. Wer sich aber auf das knallbunte Spektakel einlässt, wird eine Melange erleben die zugleich bekannt und frisch wirkt. Eine glasklare Empfehlung kann ich demnach nicht aussprechen. Vielleicht nur soviel: Einen Film in dem ein Wrestler mitspielt MUSS man gucken. Das ist Ehrensache.

– Commodore Schmidlabb –

Kommentare:

DJANGOdzilla hat gesagt…

Es gibt also tatsächlich doch noch jemandem, dem der Film gefallen hat. Freut mich!^^

Anonym hat gesagt…

Mir hat er auch gefallen :D