Der Blog für Trashfilme und B-Kultur

Skyfall Premiere am 30.10.2012


Wer unseren Twitter-Account beobachtet, der war gestern quasi hautnah dabei, als ich mir das Getümmel um die Deutschlandpremiere des neuen James Bond Streifens Skyfall angesehen habe. Da das Gros unserer Leser wahrscheinlich nicht den Zusatzcontent unserer sozialen Netzwerke im Blickfeld hat, will ich an dieser Stelle einen ausführlichen Bericht abliefern. Schließlich ist viel passiert. Mehr als ich dachte. Aber lest selbst...



Als ich letztes Jahr einen kurzen Rapport von der „Cowboys and Aliens“ Premiere abgab, deutete ich schon an, dass Filmpremieren eigentlich nicht mein Ding sind.  Im selben Atemzug sagte ich aber auch, dass ich für James Bond eine Ausnahme machen würde.

Gesagt getan. Also stiefelten wir zum Potsdamer Platz, nur um zu merken, dass die Veranstaltung nicht wie letztes Jahr im Sony-Center, sondern im nahegelegenen Berlinale Palast stattfinden sollte. Man wollte offensichtlich eine Schippe drauflegen und die dicke Hose anziehen.

Obwohl ich trotz guter Vorsätze recht kurzfristig angereist war, gab es noch genügend Platz am roten Teppich. Das kalte Wetter spielte mir in die Hände. Kurz darauf sah ich auch den heimlichen Star des Abends – den legendären Aston Martin DB5. Bei dem zeitlosen Klassiker handelt es sich nicht nur um eins der schönsten Vehikel aller Zeiten, sondern laut Aussage des Moderators Steven Gätjen, auch um das Original aus dem Klassiker Goldfinger. Ich will ihm einfach mal glauben.

 Der sagenhafte Aston Martin DB5


Endlich an der Umzäunung des roten Teppichs angekommen machte ich mich darauf gefasst, mir die Beine gehörig in den Bauch zu stehen. Plötzlich schaut mich jemand von der anderen Seite des Läufers an und gestikuliert wild in meine Richtung. Zuerst fühle ich mich nicht angesprochen. Dann merke ich, dass der Mann tatsächlich mich meint und schaue genauer hin. Es beginnt in meinem Gedächtnis zu dämmern, doch eine Erkenntnis kommt nicht zustande. Als es schließlich peinlich wird, frage ich einfach mal nach: „Sorry, sag bitte noch mal deinen Namen.“ „Marcus, wir haben zusammen studiert. “ antwortet der Fremde.

Ich begebe mich auf die gegenüberliegende Seite der Umzäunung, um den ehemaligen Kommilitonen zu begrüßen. Wir tauschen uns über die Nutzlosigkeit unseres Studiums aus und endlich beginne ich mich zu erinnern. Im Gespräch stellt sich dann heraus, dass nicht mein ehemaliger Studienkollege sondern dessen Freundin ein James Bond Fan ist. Nun können wir gemeinsam rumstehen und uns die Zeit mit Albernheiten vertreiben, um uns die ganze Angelegenheit erträglicher gestalten. Dass die beiden Plätze in der ersten Reihe haben, ist definitiv auch kein Nachteil. Schließlich bin ich ja deutsch und wir Deutsche wollen doch vor allem Eins: Gute Plätze haben.

Als ich meine Nachbarn so betrachte merke ich, dass ich hier nur Zaungast und kein Platzhirsch bin. Die harten Fans warten seit Stunden in der Kälte und sind mit Stiften und Autogrammvorlagen in vielfacher Ausfertigung angerückt. Ich halte lediglich mein Buch „Bond on Set“ und einen Standard-Edding in der Hand.

Dann beginnt der Moderator des Abends –Steven Gätjen– mit seiner Zaubershow. Ich bin zwar kein Fan des Grinsemanns, doch ich muss ihm lassen, dass er vorbereitet ist und sympathischer durch die Veranstaltung führt als sein weibliches Pendant vom letzten Jahr. Natürlich verteilt der geile Steven auch noch Karten für die Premiere. Die ersten Exemplare ergattern selbstverständlich kleine Mädchen die laut eigener Aussage höchstens 5 Filme des erfolgreichen Franchises gesehen haben und nicht mal die simpelsten Fragen zu 007 („Nenn mir doch mal drei James Bond Darsteller!“) beantworten können.

Als es an das Verteilen der weiteren Freikarten geht, nähert sich Gätjen tatsächlich der eben angesprochenen Freundin meines Kommilitonen. Auf die Frage ob sie alleine angereist sei, sagt sie „Nein zu zweit!“ und gewinnt nach Beantwortung einer simplen Frage zwei Premierenkarten. Warum sie nicht einfach gelogen und „Wir sind zu viert hier und besuchen unsere Freunde aus Berlin!“ gesagt hat, werde ich wohl nicht verstehen. So gehen meine Freundin und ich leer aus. Die eigentliche Filmpremiere war zwar nicht mein auserkorenes Ziel, aber die Nummer war trotzdem ungeil.

Langsam beginnt auch die Prominenz auf den roten Teppich zu perlen. Verglichen mit den „Berühmtheiten“ der letztjährigen Premiere sind tatsächlich einige bekannte Gesichter darunter. Eva Padberg, Klaus Wowereit, Oliver Kalkofe und Jürgen Tarrach schlendern an uns vorbei.

Selbstverständlich gibt es auch B-Ware im Angebot der Prominenten. Niemand Geringeres als der Fackelmann persönlich – Axel Schulz – gibt sich die Ehre. Mit Alexandra Kamp Groneveld, bekannt aus Gassenhauern wie „Halb Tot“ und „Sumuru – Planet der Frauen“, schließt sich der Kreis. Die gute Dame war nämlich schon letztes Jahr bei der Premiere von „Cowboys and Aliens“ anwesend. Wenigstens weiß ich jetzt wofür HD-Schminke gebraucht wird.

Kurz darauf geht die Post ab. Die ersten Beteiligten an Skyfall tauchen auf. Zuerst verteilt Sam Mendes, der oscarprämierte Regisseur des neuen Bondfilms, eifrig Unterschriften. Ich recke mich nach vorne und habe das Glück die Signatur des Meisters zu ergattern.

Sam Mendes

Dann erscheint auch das neue Bondgirl Bérénice Marlohe. Abgesehen von einem Blick ins Dekolleté gehe ich diesmal leer aus. Nach einer kurzen Pause schiebt sich Ludger Pistor (der Schweizer Banker in Casino Royale) an uns vorbei. Er signiert mein Büchlein. Darüber freue ich mich mehr als ich gedacht habe. Aber schließlich trifft man nicht jeden Tag einen Darsteller aus „Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem“. Die Bond-Produzentin Barbara Broccoli entgeht mir wiederum.

Bérénice's Melonen

Ludger Pistor und mein Stinkefinger

Barbara Broccoli


Plötzlich wird es eng. 007 persönlich signiert nun die Devotionalien der Fans. Doch obwohl Craig genügend Gelegenheit hat mir ein Autogramm zu verpassen, werde ich ausgelassen. Aber was soll’s – Ein Autogramm von Roger Moore nenne ich ja bereits mein Eigen und Daniel Craig kommt wieder.

Daniel Craig

Die Autogramme von Sam Mendes (unten) und Ludger Pistor (oben)

Zum Schluss taucht der in Berlin unvermeidliche Joko Winterscheidt auf. Für die Freundin meines Kommilitonen knipsen wir ein Foto der beiden, auch wenn sich mir nicht erschließt, warum man einen Schnappschuss des Hipster-Papstes haben will. Vielleicht bin ich aber auch abgehärtet. Winterscheidt kriegt man in Berlin beim Kauf von 10 Schrippen dazu. Egal.

Die Messe ist gelesen. Die Menge lichtet sich spürbar. Wir beglückwünschen meinen Kommilitonen und seine Freundin zum Gewinn der Tickets und dackeln nach Hause. Der vermeintliche Verlust der Freikarten wurmt mich nicht weiter. Ich muss mich jetzt auf Wichtigeres konzentrieren. Schließlich ist es heute Abend endlich soweit. Der Film auf den ich mich nun Jahre gefreut habe kommt endlich in die Kinos.

– Commodore Schmidlabb –

P.S.: Für mehr Fotos oder zusätzliche Infos empfehle ich euch die gestrige Berichterstattung auf Twitter anzuschauen. Dort findet ihr auch ein witziges Deathmatch der Bond-Darsteller.

Keine Kommentare: