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My Word is My Bond: The Autobiography


Roger Moore with Gareth Owen
Michael O’Mara Books, 2008
336 Seiten mit Bildern und Index




Ich bin kein großer Freund von Romanen. Besonders wenn darin Dunkelelfen oder  gottgleiche Forensiker vorkommen habe ich den Deckel der Altpapiertonne schneller als das Buch aufgeschlagen. So kommt es, dass ich häufig lieber zu Biografien und Sachbüchern greife.
Im vorliegenden Buch sollte ich als Fan von Roger Moore also meine Erfüllung finden. 



So kam es auch. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Biographien ist „My Word is my Bond“ charmant, witzig und vor allem gut lesbar. Viele Probleme die andere vertextlichte Lebensgeschichten haben, wie nicht enden wollende Lobpreisungen (Alan Rickman) oder Abrechnungsgelüste (Dennis Rodman - wir berichteten), sind bei „My Word is My Bond“ gar kein Thema. Zudem ist das Buch mit seinen 336 Seiten vom Umfang her gerade richtig. Der Leser hat dabei keinen Moment, das Gefühl wichtige Lebensphasen des Autors vorenthalten zu bekommen.

Wenig überraschend beginnt die Biographie des Polizistensohns mit seiner Kindheit in London und dem beginnenden zweiten Weltkrieg. Über Sir Rogers Zeit beim Royal Army Service Corps und seine kurzen Modelkarriere (unter Anderem für Strickwaren und Zahnpasta) gelangt der Leser an die dicken Stücke des Kuchens – Roger Moores Karriere als Schauspieler.

Ein Schlaglicht liegt natürlich auf seinem Erfolg als Serienstar in „Ivanhoe“, „Die Zwei“ und seinem Durchbruch mit dem britischen TV-Klassiker „The Saint“. Das Kernstück bildet natürlich sein 12-jähriger Lauf als James Bond. Der Leser erfährt hier vieles über die Hintergründe der Agentenfilmserie – selbstverständlich auch über die zahlreichen Streiche die Sir Roger seinen Kollegen, allen voran Desmond Llwelyn alias Q, gespielt hat.

Überhaupt hat Moore den Schalk im Nacken. Sein Humor und die witzigen Anekdoten über seine Freunde Michael Caine und David Niven machen „My Word is My Bond“ zur unterhaltsamsten Biographie die ich bislang gelesen habe. Damit der Charme der Erzählungen erhalten bleibt empfehle ich den Genuss des Buches im englischen Original.

Hält man sich an meinen weisen Rat ist „My Word is My Bond“ von der ersten bis zur letzten Zeile unterhaltsam. Wenn es überhaupt einen Dämpfer gibt, sind es die Kapitel über Sir Rogers UINICEF Engagement. Klar ist sein Einsatz für eine bessere Welt löblich, aber ebenso klar ist, dass UNICEF weniger glamourös und spannend als James Bond ist.

Alles in allem ist „My Word is My Bond“ Pflichtlektüre für James Bond Fans und alle Freunde des charmanten Briten.

8 von 10 möglichen Punkten

– Commodore Schmidlabb –


P.S.: Pünktlich zum 50sten Kino-Jubiläum ist Roger Moores zweites Buch „Bond on Bond“ erschienen. Diesmal geht es allein um den Geheimagenten Ihrer Majestät. Außerdem hatte Sir Roger Sonntag Geburtstag – wir gratulieren nachträglich.

P.P.S.: Fairerweise muss ich gestehen, dass es sich bei Alan Rickmans Biographie nicht um eine Autobiographie handelt. Die Autorin war mit Sicherheit eine besessene Stalkerin.

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