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Modesty Blaise – Die tödliche Lady


UK 1966
119 min.

Regie:
Joseph Losey

Darsteller:
Monica Vitti – Modesty Blaise
terence Stamp – Willie Garvin
Dirk Bogarde – Gabriel
Harry Andrews – Sir Gerald Terrant






Worum geht's?
Um ihre Ölförderechte im mittleren Osten zu wahren vereinbart die britische Regierung die Lieferung von Diamanten im Wert von 50 Millionen Pfund an den Besitzer der sprudelnden Quellen. Eine solche Beute wäre sicherlich auch für den kaltblütigen Diamantendieb Gabriel und seine Killer ein gefundenes Fressen. Deswegen bittet die britische Regierung die mit allen Wassern gewaschene Agentin Modesty Blaise die Lieferung der Edelsteine sicherzustellen. Doch auch Gabriel hat noch ein paar Trümpfe im Ärmel...

Der fiese Gabriel mit seinem noch fieseren Brillengestell

Modesty wer?

Bevor ich auf den Film selbst eingehe, möchte ich erstmal etwas zur Figur Modesty Blaise sagen. Also wer ist Modesty Blaise eigentlich? Geschaffen wurde die Figur von Peter O’Donell im Jahr 1963 und begann ihre Karriere als Comicfigur – genauer gesagt als Daily-Strip in der englischen Zeitung Evening Standard. Im Fahrwasser des hier besprochenen Films wurde Modesty schließlich eine erfolgreiche Romanfigur.

Modesty Blaise wuchs als Waise auf. Im Alter von 15 Jahren schloss sie sich der Verbrecherorganisation „Das Netz“ an und übernahm nach dem Ableben des Anführers die Organisation. Trotz des Verzichts auf Drogen- und Mädchenhandel wird die clevere Lady schon bald Multimillionärin und setzt sich in London zur Ruhe. Um sich die Zeit zu vertreiben nimmt sie fortan gefährliche Aufträge für die britische Regierung an.



Oft wird Modesty Blaise als der weibliche James Bond bezeichnet, doch der Vergleich hinkt. Modesty ist mehr als nur eine Kopie des Geheimagenten Ihrer Majestät. Die Figur vereint Eigenschaften von Catwoman, Pippi Langstrumpf, Bruce Wayne und eben auch James Bond in sich. Dabei ist Modesty Blaise etwas leichtfüßiger und weniger konservativ unterwegs als 007.

Zudem unterscheiden sich Modestys Abenteuer in einem Punkt gewaltig von denen des britischen Geheimagenten. Während James Bond alleine auf Weltrettung geht, hat Modesty Blaise mit dem kühnen Messerwerfer Willie Garvin einen gleichwertigen Partner an Ihrer Seite.

Fazit:
Ich wollte so sehr, dass dieser Film funktioniert. Doch das Ergebnis enttäuscht. Dabei hat Modesty Blaise eigentlich alles, was ein guter James Bond Rip-Off braucht: Exotische Schauplätze, einen catchy Themesong, einen Schurken ohne jede Empathie und ein entschlossenes Helden-Duo. Das Set-Design und die Klamotten sind sicherlich etwas drüber, haben aber reichlich Swing und kitzeln die Augen auf angenehme Weise.

Eine typische Junggesellenbude
Doch insgesamt gesehen ist der Film ist einfach zu schrullig (Musical-Sequenzen!) um wirklich gut zu sein und nicht lustig genug um als Parodie durchzugehen. Mit einer Laufzeit von 119 Minuten ist der Agentenstreifen auch eine relativ behäbige Angelegenheit.

Während ich den Film also nur bedingt empfehlen kann, rate ich den interessierten Lesern unter euch die Romane oder Comics genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Figur Modesty Blaise hat es nicht verdient in der Versenkung zu verschwinden.

5 von 10 möglichen Punkten


– Commodore Schmidlabb –


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