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Chillerama


USA 2011
115 Min.

Regie:
Adam green – The diary of Anne Frankenstein
Joe Lynch – Zom-B-movie
Adam Rifkin – Wadzilla
Tim Sullivan – I was a teenage wearbear

Darsteller:
Richard Riehle – Cecil Kaufman
Eric Roberts – General
Joel David Moore – Hitler
Kane Hodder – Meshugganah

Manchmal liegen Rezensionen wie Blei auf meiner Festplatte. Begründet ist das meistens dadurch, dass der gesehene Film mich sprachlos macht und gerade deswegen eigentlich eine besondere Review verdient hätte. Chillerama verursacht mir seit dem Fantasy Filmfest 2011 ein schlechtes Gewissen und reichlich Kopfzerbrechen.
Doch damit ist es jetzt vorbei. Nicht etwa, weil ich endlich die grandiose Idee für eine Rezension habe, die Chillerama gerecht würde, sondern weil ich diesen Film einfach für zu gut halte, um ihn mit keiner Zeile zu würdigen.
Zuerst sollte ich erklären, dass Chillerama ein Episodenfilm ist. Die einzelnen Beiträge sind dabei als Filme im Film in eine Rahmenhandlung um die bevorstehende Schließung eines Autokinos eingebettet. Hier eine kleine Zusammenfassung der Episoden:

Wadzilla
Miles Munson hat ein Problem. Nachdem ihn ein dubioser Arzt mit einer experimentellen, radioaktiven Medizin behandelt, brodelt es bei Munson in der Hose. Die Arznei lässt nämlich seine einzige Samenzelle mutieren. So kommt es, dass Munson nach einer Partie Fünf gegen Willi, ein intelligentes Spermium von der Größe einer Ratte entfleucht. Leider bleibt das Mistvieh nicht so possierlich. Es wächst kontinuierlich, legt ein aggressives Verhalten an den Tag und beginnt die Stadt zu zerstören. Da kann es nicht lange dauern, bis das Militär auf den Plan tritt und zur Attacke auf das Ejakulat bläst. Dabei kommt auch B-Movie Ikone Eric Roberts nicht ungeschoren davon.

Insgesamt gesehen ist Wadzilla ein ganz witziger Auftakt, der jedoch mit den anderen Episoden nicht mithalten kann. Zu Lachen gibt es trotzdem genug. Allein der Look der Spezialeffekte mag mir nicht gefallen.

I was a teenage werebear
Es ist 1962. Der junge Ricky geht auf eine ganz normale High-School in Malibu. Doch Ricky ist nicht wie seine Mitschüler. Die Gang des Schulrowdys Talon zieht den jungen Burschen in ihren Bann. Ricky ahnt ja nicht, dass es sich bei Talon und seinen Jungs um Werbären handelt. Das bedeutet, dass sie sich in dicke, behaarte Männer in freizügigen Lederoutfits verwandeln können. Bei einem Wrestling-Match beißt Talon Ricky in den Hintern. Fortan ist dieser auch zu einem Leben als Werbär verdammt. Das kann logischerweise nicht gut gehen und so kommt es zu einem denkwürdigen Finale. Stellt euch Stephen Kings Carrie in der prall gefüllten Blue Oyster Bar vor.

Wie ihr wahrscheinlich bemerkt, werden hier Streifen wie Eis am Stiel, Grease, The lost boys, Teen-Wolf und die belanglosen Beach-Boy-Filme der 60er Jahre auf die Hörner genommen. Und das sehr gut. I was a teenage werebear ist ein schnörkelloser Spaß, bietet jede Menge Lacher.

The diary of Anne Frankenstein
Was soll ich dazu sagen? Der Titel drückt ja eigentlich schon alles aus. Ich kann euch lediglich bestätigen, dass es in dieser Episode tatsächlich um ein jüdisches Frankenstein-Monster geht.
Dieser Beitrag ist geradezu unfassbar - Unfassbar respektlos und unfassbar komisch. The diary of Anne Frankenstein ist für mich die beste Episode

Fazit:
Chillerama kommt mir ein bisschen vor, wie der böse Zwilling von „Kentucky Fried Movie“. Aber den Vergleich werden sich die Macher gefallen lassen. Immerhin ist John Landis Frühwerk heute ein Kultfilm. Und auch Chillerama könnte einer werden. Ich gehe soweit zu sagen, dass Chillerama ein Kultfilm werden MUSS.

Wer aber nur über Integrations-Komödien oder österreichisches Kabarett lachen kann, wird mit Chillerama eine herbe Enttäuschung erleben. Chillerama ist ein handgemachtes, derbes Stück Kino in dem Alles was der menschliche Körper ausscheiden kann über die Leinwand fliegt. Am meisten Spaß macht so ein Streifen natürlich wenn man ihn sich mit anderen Freaks anschaut. Also ruft doch mal wieder eure Freunde an...
  
9 von 10 möglichen Punkten

– Commodore Schmidlabb –

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