Der Blog für Trashfilme und B-Kultur

ACHTUNG: SHUT UP CRIME!


Originaltitel:
Super (USA 2010)

Länge:
96 min.

Regie:
James Gunn

Darsteller:
Rainn Wilson - Frank  / The Crimson Bolt
Ellen Page - Libby / Boltie
Liv Tyler - Sarah
Kevin Bacon - Jock

Webseites:
www.thecrimsonbolt.com
www.jamesgunn.com


Zunächst einmal möchte ich mich bei unseren 12 Lesern für meine langmonatige Abwesenheit auf unserem kleinen Familienblog entschuldigen. Nur arbeiten und nicht über Trashfilme bloggen kann nicht wirklich der Sinn des Lebens sein, weshalb ich nach einem aberwitzigen Marathon aus universitären Quatsch und menschenunwürdiger Arbeit, durch die DVD- Abteilung eines hippen und allgemein angesagten Elektronikkaufhauses schlenderte. Auf der Suche nach neuen Trash und Unterhaltung fiel mir nichtsahnend „Super“ ins Auge, auf welchen mich der Commodore im Rahmen des letzten Fantasy Filmfests aufmerksam machte. Mein erster Gedanke war, dass man für 8,99 Euros an sich nichts falsch machen könne, weswegen ich zur 13,99 Euro Deluxe Sammler Doppel DVD in einer hübschen Papphülle griff.

Warum passt dieser Film auf unseren Blog? Nun, in aller erster Linie weil James Gunn uns mit Drehbuch und Regiearbeit beglückt. James Gunn hat bereits Drehbücher zu Knallern wie „Tromeo & Julia“ hervorgebracht, für welches er dann auch 150 Dollar als Gage bekam. Zudem wird ihm das Zitat zugesprochen „If life gives you lemons, make lemonade. If life gives you assholes make a Troma movie“. Außerdem fühle ich mich aus unerklärlichen Gründen dazu verpflichtet diesen Film möglichst vielen Menschen (also allen 12) nahezubringen, weswegen ich sogar noch beim Abspann wie ein Wahnsinniger zum Laptop griff und Ray-Charles-artig in die Tasten kloppte.

Zur Story:
Frank (Rainn Wilson) ist was man sich (vielleicht auch zu Unrecht) unter einem typischen Amerikaner vorstellt. Er ist leicht debil, haut in einem Diner die Buletten auf den Grill und hat dann und wann auch mal Visionen von Jesus und Gott. Jedoch zieht er das große Los und freundet sich mit Kellnerin Sarah (Liv Taylor) an, die er auch kurze Zeit später heiratet. Sarah wird jedoch trotz Drogenentzugs und Therapie rückfällig und verlässt Frank um zu ihrem Dealer Jock (Kevon Bacon) zu ziehen. Dieses Ereignis ist das, was für Bruce Wayne die Ermordung seiner Eltern war, weswegen Frank fortan als „Crimson Bolt“, nach dem lauten Kundtun seines Mottos "Shut Up Crime", allerlei Verbrecher krankenhausreif schlägt. Unterstützt wird er dabei nach einiger Zeit von seinem eigenen Sidekick „Boltie“ (Ellen Page) die einen absurd perversen Spaß an Gewalt entwickelt.

Fazit:
Trotz des oft gezogenen und auch nicht ganz von der Hand zuweisenden Vergleichs zu  „Kick Ass“ hat James Gunn mit „Super“ ein kleines Meisterwerk abgeliefert, welcher leider in dem momentan etwas inflationären Angebot an Superheldenfilmen untergegangen ist. Wie ich gestehen muss, hat mich jedoch „Kick Ass“ sowohl in der Comicform als auch in der Filmadaption nicht komplett überzeugt. Es handelt sich zwar trotz Nicolas Cage nicht um einen grauenhaft schlechten Film, jedoch hatte ich das Gefühl das sich die Zielgruppe eher auf Comic-Nerds beschränkt und irgendetwas fehlt.
 
Der Film „Super“ hat auf der anderen Seite dieses Irgendetwas, neben seinen Independent-Charme und brillanten Schauspielern hat der Film zudem einen gewaltigen Vorteil gegenüber vielen Filmen unserer Zeit. Er hat – wenn man das so sagen darf – so etwas wie Herz und Seele. Trotz der Grundstruktur eines Superheldenfilms mangelt es in keiner Minute an Glaubwürdigkeit. Selbst der leicht religiöse Touch, wenn man ihn nicht als Satire verstehen will, stört nicht im geringsten, da er wie schon gesagt durchaus zu einem einfach gestrickten Amerikaner passt. Der Film glänzt durch Romantik ohne dabei kitschig zu wirken. Er ist entsetzend Brutal ohne diese Brutalität zu verherrlichen und weist neben einer guten Portion Humor stellenweise auch leichte Züge von Dramatik und Melancholie auf – ein mehr als guter Mix, der den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute zu fesseln vermag. Immer wieder stellt man sich dabei die Frage ob die schockierende Gewalt der Hauptrolle überhaupt gerechtfertigt ist oder ob sie die Probleme des Lebens lösen kann. Die Lösung für einen langweiligen Abend fernab des mittlerweile beschämend schlechten Fernsehprogramms heißt und ist einfach „Super“.

Trailer:


Ähnlich genial wie Abgedreht, deshalb ebenfalls 9 von 10 Punkten

American Cyborg Terminator

1 Kommentar:

Baronesse hat gesagt…

Hey, schön mal wieder was von dir zu lesen ACT!