Der Blog für Trashfilme und B-Kultur



Sehr geehrte Damen und Heringe,

bereits zum zweiten mal in diesem Monat darf ich Euch ein Novum präsentieren. So ist es uns eine Freude, das erste Gastreview auf trash-o-meter, dem Filmblog für echte Gefühle, veröffentlichen zu können. Passend zu Halloween dreht sich die Rezension um einen echten Horrorstreifen – Against the dark. Der ist natürlich nicht nur aufgrund seiner Vampir- (oder Zombie)Thematik gruselig, sondern auch erschreckend schlecht! Wir danken tausendfach für die geleistete Arbeit und verneigen unsere Häupter in Demut für die selbstlose Aufopferung im Namen des Trashfilms.

Vielleicht habt Ihr ja auch Lust einen Gastbeitrag an dieser Stelle zu veröffentlichen? Kein Problem! Wenn Euch die Finger jucken, dann kontaktiert uns über das Gästebuch oder die E-mail-Adresse kajuwitrash@hotmail.de. Es muss auch nicht unbedingt ein Review sein... 
Vielleicht sind unter Euch ja Experten für Pinku-Violence oder Giallo-Filme, die schon immer etwas loswerden wollten. Eure Mühe soll natürlich auch belohnt werden. Nach Veröffentlichung des Beitrags werden wir Euch ein paar feine Dinge feilbieten, aus denen Ihr sodann Euren Preis auswählen könnt. Natürlich müsst Ihr uns dann eine Versandadresse oder eine Alternative anbieten. Aber auch eine persönliche Übergabe in Berlin schließe ich nicht aus. Wir freuen uns auf Euren Input. In diesem Zusammenhang bitte ich darum, dass sich Hans Klopek bei uns meldet...

Aber nun öffnen wir voll Stolz die Pforten für unsere erste Gastreview unseres Lesers Johnny Gueststar Viel Spaß!



Against the Dark
USA 2009


Länge: 93 min




Darsteller:
Steven Seagal............Commander Tao
Tanoai Reed………...Tagart
Jenna Harrison….......Dorothy
Stephen Hagan……...Ricky


Welches Genre hat Steven Seagal bisher noch niemals in seiner Karriere bedient, obwohl es wie für ihn gemacht zu sein scheint? Ganz genau – das Genre des Zombiefilms. Seagal-Fans wie Zombiefilm-Fans haben jahrelang diesem Moment entgegengefiebert. 2009 war es dann schließlich so weit. Steven Seagal trat an – Against the Dark...


Wir entscheiden nicht, wer Recht oder Unrecht hat, wir entscheiden nur, wer weiterleben darf…  (Commander Tao alias Steven Seagal)

Der übliche Vorspann: Ein unbekannter Virus breitet sich plötzlich blitzartig aus. Die „Infizierten“ fangen an, brutal Jagd auf die anderen Menschen zu machen und sich von ihnen zu ernähren…
Nur eine kleine Gruppe Überlebender kann sich noch zu einem Krankenhaus durchschlagen.
Durch ein großes Fenster gestiegen, gibt es aus irgendeinem Grund auf einmal kein Zurück mehr. Das Krankenhaus ist zombieverseucht, und um sich zu retten, müssen sie durch die Tiefgarage raus und anschließend eine „Siedlung“ aufsuchen. Allerdings hat die Gruppe NUR VIER STUNDEN Zeit, das Gebäude zu verlassen, denn dann schließt sich durch eine Automatik das Garagentor, und die Überlebenden wären für immer verloren! Nun gibt es nur noch einen, der das Leben der Unschuldigen retten kann. Sein Name? – Commander Tao alias Steven Seagal!

Seagal, der seit Jahren vergeblich versucht, seine immer beträchtlicher werdende Fettheit mit immer länger werdenden schwarzen Ledermänteln zu kaschieren, ist allerdings nicht allein unterwegs. Ihn begeleiten die „Jäger“. Sie sind gut darin, auf besonders ausgefallene Weise Zombies umzunieten, vor allem aber sind sie cool und haben’s einfach drauf. Abgesehen von Commander Tao und einem weiteren Typen bestehen die „Jäger“ noch aus zwei der besten Erotikdarstellerinnen dritter Garde, die man für kleines Geld kriegen kann. Ich kenne keine Darstellerinnen, die besser einen ganzen Film lang mitlaufen können, ohne dabei auch nur ein Wort zu sagen. Es gibt wohl keine Darstellerinnen, die überzeugender mit hängenden Schultern danebenstehen können, während etwas passiert, und es gab wohl niemals Zombiejägerinnen, deren Kampfausrüstung schlagkräftiger war. Ich meine, würdet ihr nicht auch auf die Idee kommen, euch für heftige Kämpfe gegen bissige, hochinfektiöse Zombies bloß mit extrem kurzen Messern auszurüsten?

Naja, jedenfalls müssen sich die „Jäger“ beeilen, denn neben dem Problem mit dem automatischen Garagentor hat ihnen auch noch das Militär Bescheid gegeben, dass es den gesamten Sektor in wenigen Stunden mit Bombern zerstören möchte. Das heißt also für Seagal: Noch schneller langsam cool gehen, noch cooler grimmig gucken und noch grimmiger alle dreißig Minuten einen tiefgründigen Spruch loslassen wie: Jeder versucht, irgendwie zu überleben, oder Tja, wisst ihr, wir tun das, was wir tun müssen – wir jagen und töten. So geht’s immer weiter…Exakt, Steven, so geht’s immer weiter: Seagal und seine Getreuen gehen in schwarzen Klamotten durch anonyme Gänge, gucken entschlossen und zerhauen alle fünf Minuten mal einen Zombie, während parallel dazu die Protagonisten durch anonyme Klinikgänge irren, unsicher gucken und alle fünf Minuten mal vor einem Zombie flüchten und nicht so gern gebissen werden wollen.

Es lohnt sich nun, noch genauer auf die Zombies in Against the Dark zu sprechen zu kommen: Sie wühlen in blutigen Klamotten rum, sie knabbern knusprige Kakerlaken, sie können auf Kommando heulen, sie sind ängstlicher, vampirähnlicher, einfach bösartiger. The new zombie generation trinkt das Blut aus Kaffeebechern von Menschen, die sie vorher an den Füßen an der Decke aufgehängt hat. Im Übrigen gab es heiße Diskussionen – sowohl in der Realität unter Experten,  als auch im Film – ob die „Infizierten“ wirklich Zombies oder doch eher Vampire seien. Aber es sind wohl tatsächlich Zombies, denn in einer Szene liegt ein Toter auf einer Bahre, und die „Infizierten“ stehen um ihn herum und stopfen sich ihre süßen Schnütchen mit seinen glupschigen Eingeweiden voll. (Mmh, glupschige Eingeweide…)

Wieder zurück zur Handlung: Die Protagonisten legen sich während sie flüchten und herumirren zwischendurch auch ganz gern mal einfach mitten im zombieverpesteten Klinikflur schlafen oder lassen sich von einem verrückten Professor entführen, der sie dann seiner kleinen Tochter zum Fraß vorwerfen möchte…


Commander Tao mit seinen „Jägern“ – so cool…

Ach, eigentlich ist der Plot doch nich’ so spannend, dass man sich so ausgiebig mit ihm beschäftigen sollte. Vielmehr ist es eigentlich so, dass man sich Laufe des Films ganz unwillkürlich verschiedene kuriose Fragen stellt: Wieso z.B. spitzt sich eine Zombiefrau stöhnend und mit einem diabolischen Grinsen die eigenen Zähne ausgiebig mit einer Pfeile an, um sich anschließend ein Messer zu besorgen, um ihr Opfer damit aufzuschlitzen? Und warum trennen sich die unbeholfenen Protagonisten gleich von Seagal und seinen Leuten, unmittelbar nachdem sie von ihnen aufgefunden worden sind, und ziehen wieder allein durch das zombieverseuchte Klinikgebäude? Warum springt Morgan (so ’ne Art Gerard Butler für Arme) ohne Erklärung aus einem Fahrstuhl raus und landet dann im Wasser (!), wo er (zu Recht) von einem tauchenden Zombie todgebissen wird? Weshalb besteht Seagal darauf, noch länger durch das Krankenhaus zu streifen als nötig, um weitere Zombies zu zersäbeln, obwohl er genau weiß, dass das Militär in ’ner knappen halben Stunden den ganzen Laden samt Insassen wegbomben will? Konnte der Cutter tatsächlich nur bis zwei zählen? Tja, Fragen über Fragen…Ihr seht, ein philosophisches Werk also.

Aber ich will langsam zum Ende kommen (ein Satz, der einem auch gegen Ende des Films häufiger durch den Kopf geht). Die „Jäger“ schaffen es unter Verlusten, ihre Schützlinge in die Tiefgarage zu begleiten, und natürlich können sie mit ihnen in allerletzter Sekunde aus dem Krankenhaus flüchten, bevor alles zerbombt wird und so weiter. Schließlich steigen die Überlebenden der Gruppe in irgendein Auto, das da dann einfach steht, und fahren kichernd weg in Richtung „Siedlung“.
Nicht aber Steven Seagal, denn er muss weiterziehen – Against the Dark

Fazit
Die Story könnte man noch milde als abgedroschen oder uninspiriert bezeichnen. Aber der Schnitt ist einfach nur peinlich: In einer Einstellung beschützt Seagal die Protagonisten und metzelt einen Zombie mit seinem Katana nieder, und in der nächsten Sekunde ist er plötzlich verschwunden, und jeder ist wieder auf sich allein gestellt, um dann auf einmal zwei Minuten später wieder direkt neben ihnen zu stehen. Aber auch die übrige Filmcrew wollte wohl ihrem Ruf als Trashtruppe alle Ehre machen, indem sie sich ganz am Ende des Films so aufstellte, dass sie sich samt Kamera im Autolack spiegelte.
Against the Dark bietet zwar in einigen Momenten ganz elegante Kämpfe, wie man sie von Seagal gewohnt ist, objektiv betrachtet, ist der Streifen natürlich dennoch nicht berauschend. Aber allein schon, weil ich ein Seagal- und Zombiefilm-Freund bin, und weil die Vorstellung, dass Seagal in einem Zombiefilm eine Hauptrolle spielt, mich ganz hibbelig macht, vergebe ich…

4 von 10 Kaffeebechern voller Blut

(…und hoffe insgeheim, dass Steven Seagal eines Tages wieder antritt – Against the Dark...)


– Johnny Gueststar –

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

aktualiesiert mal bitte die Rubrick trashige Rezensionen, da fehlen die neuen streifen :-)

Commodore Schmidlabb hat gesagt…

Aye, Aye! Wir arbeiten dran.

– Commodore Schmidlabb –

gutscheine zum ausdrucken hat gesagt…

guter Beitrag