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Die Brut des Bösen

Die Brut des Bösen - Cover
Die Brut des Bösen - Cover
aka The root of evil


Deutschland / 1979

Länge: 85 min

Regie:
Christian Anders

Darsteller:
Christan Anders – Frank Mertens
Deep Roy – Van Bullock
Dunja Rajter – Cora Ramada






Story
Frank Mertens leitet eine Karateschule im schönen Madrid. Das Unternehmen floriert und Mertens hat einen gewaltigen Schlag bei den Frauen. Alles könnte so schön sein, gäbe es nicht den sinisteren Van Bullock. Der kleinwüchsige Drogenbaron benutzt Karateschulen zur Tarnung seiner üblen Geschäfte. Van Bullocks neuester Schuppen soll ausgerechnet direkt gegenüber von Mertens Etablissement entstehen. Zwei sind Einer zuviel denkt sich der Zwerg darauf und versucht Mertens mit Geld zur Aufgabe seiner Schule zu überreden. Doch da Frank das Andenken seines ermordeten Meisters – der ebenfalls der Gründer der Lehranstalt war – in Ehren halten will hat er gar keinen Bock auf den Sell-Out. So sieht sich Van Bullock gezwungen zu härteren Mitteln zu greifen und schickt dem coolen Frank seine Schlägertruppen auf den Hals. Nachdem sich Mertens der Friedensstörer erwehrt hat schaltet er auf Angriff und beginnt die Jagd auf Van Bullock. Doch er ahnt nicht, dass der kleinwüchsige Miesling und sein bulliger Leibwächter Komo bereits seinen Meister erfolgreich eliminieren konnten...



Kritik
Wann ist ein Trashfilm besonders gut? Natürlich wenn Unvermögen und Größenwahn aufeinandertreffen  – beides Hürden die Anders fliegend nimmt. Das der ehemalige Schlagersänger, der hier in Personalunion als Drehbuchautor, Komponist, Regisseur und Hauptdarsteller auftritt, sich schon in den Siebzigern geistig von unserer Welt verabschiedet hat, beweißt „Die Brut des Bösen“ eindrucksvoll.

Besonderes Augenmerk verdienen in diesem Zusammenhang die Trainings-Montagen, die allein der Befriedigung von Anders’ Ego dienen. In minutenlangen Szenen vollführt der Schlagerbarde seltsame Übungen. So macht er Liegestütze ohne Hände und Füße oder bewegt seine Bauchdecke auf bizarr wellenartige Weise. Dabei ist er nur mit einer obskuren Ledershorts bekleidet, die er wahrscheinlich einer He-Man-Figur ausgezogen hat. Offensichtlich will sich der Schlagersänger auf diese Weise als der legitime Nachfolger von Bruce Lee in Szene setzen. Dieser Realitätsverlust ist besorgniserregend und urkomisch zugleich.
Aber natürlich mangelt es auch nicht an handwerklicher Stümperei. Mikrofone im Bild sind der Standard und die Dialoge könnte auch ein Hund geschrieben haben. Allein musikalisch kann man Anders ausnahmsweise wenig vorwerfen. Wer nicht die große Kunst erwartet wird mit einem Soundtrack überrascht, der überraschend groovy ist – doof, aber groovy!
Zusammenfassend muss ich gestehen, dass es schwer ist diesem Meisterwerk des deutschen Trashfilms mit Worten gerecht zu werden. Ich könnte versuchen, noch einige witzige Szenen zu beschreiben, wie Anders’ spontane Entblößung durch einen Dornenstrauch oder Dunja Rajters Bauchtanz im Drogenrausch. Doch diesen Film muss man einfach erleben, denn er spielt in einer eigenen Liga.  Die Brut des Bösen trägt seinen Namen verdienterweise, denn kaum ein anderer Film bietet einen derart tiefen Blick in die Fratze des Wahnsinns.

Fazit

Dieser Film ist voll und ganz Anders.

10 von 10 möglichen Punkten

– Commodore Schmidlabb –

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