Der Blog für Trashfilme und B-Kultur

And now for something completely different...


An dieser Stelle folgt etwas, was ich normalerweise tunlichst vermeide - ein Beitrag zu etwas, was aber mal so gar nüscht mit B-Kultur zu tun hat. Aber seit gestern bin ich gefesselt von etwas, was sich Musik nennt.

Doch zunächst zum Anfang.
Es ergab sich, dass sich vor gut einer Woche eine Freundin bei mir meldete und fragte, ob ich nicht Lust auf eine Art "Live"-Event im UCI hätte. Dort sollte es nämlich ein Double-Feature geben. Zuerst der Dokumentarfilm Back and Forth und danach dann eine Live-Übertragung aus den U to the S to the A (sprich: juu-äss-äii) der Band um die es sich bei der ganzen Sache dreht, die Foo Fighters. Da ich ein Freund der rockigen Töne bin und die Foo Fighters in meiner Gunst weit oben stehen, war ich natürlich dabei. Flugs noch dem American Cyborg Terminator Bescheid gesagt und 3 Karten bestellt und schon standen die Zeichen auf Rock mit Aussicht auf Spaß.
Am gestrigen Donnerstag ging es dann auch mittels des ÖPNV zum UCI - jaja, ich weiß, Bus fahren ist Müll, aber dafür kann man was trinken.
Um 21 Uhr ging der Spaß dann auch ohne Werbung und all dem Schnickschnack direkt los. Zunächst gab es, wie bereits erwähnt, die Doku, welche sich mit der Bandgeschichte der Foo Fighters und abschließend auch mit der Entstehung des neuen Albums beschäftigt.

Kurz und knapp: Eine der besten Banddokus, die ich je gesehen habe! Eine super Mischung aus Kommentaren der (Ex-)Bandmitglieder und Berichten aus den Medien gepaart mit tollem Filmmaterial. Eine doku, die selbst für Leute, die keine Ahnung von Musik haben absolut guckenswert ist. Und nach dieser Doku muss man Dave Grohl und den Rest der Bande einfach mögen. Sympathisch und offen erzählen sie auch von den negativen Höhepunkten und Entscheidungen, die im Laufe der Bandgeschichte enstanden. Das ganze unterlegt mit dem angenehmen Humor der Rockgruppe aus den Staaten bildet die Doku ein schönes, rundes Gesamtpaket.
Doku vorbei, 5 Minuten Pinkelpause. Ich gebe zu, was danach kam, hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Ich hatte einen Konzertlivemittschnitt oder so etwas erwartet. Aber stattdessen gab es eine Liveaufnahme aus eine Studio, wo die Band sozusagen einen Auftritt ohne Publikum zum Besten gab. Hierbei wurden alle neuen Lieder des neuen Albums, fast ohne Pause, rausgehauen.
Im Abschluss kommentierte Mr. Grohl das ganze auch als äußerst "weird", dem ich mich gerne anschließen möchte. Doch vor allem im Nachhinein betrachtet bin ich darüber alles andere als böse. zum einen konnte man bewundern, wie gut die Foo Fighters doch in der Lage sind ihre Lieder live abzurocken, so dass es klingt, als wären es korrigierte Studioaufnahmen. und zum anderen konnte man sich durch die klare Soundqualität sehr gut von der dahinter steckenden musikalischen Qualität überzeugen.
Einzige kleine wermutstropfen waren die gelegentlichen Tonaussetzer, die es gab, weil das ganze eine via Satellit Liveübertragung war und das Publikum im Kino, was bei dem Konzert ungefähr so viel Emotionen wie Günther Netzer zeigte. Nur rumnörgeln konnten alle gut, wenn es mal wieder eine kurze 1-2 sekündige Tonpause gab. Schon traurig, dass ich mir komisch vorkommen musste, wenn ich zwischendurch mal mit dem Kopf mitnicken oder den Händen oder Füßen den Rythmus mitgehen wollte. Nichtsdestotrotz ein absolut gelungener Abend.

Lange Geschichte, kurzer Sinn. Warum erzähl ich euch das überhaupt, wenn es doch so absolut Null mit Trash zu tun hat?
Ganz einfach. Es ist jetzt bestimmt schon eine gefühlte Ewigkeit her- also bestimmt ein Jahrzehnt oder so-, dass ich von einem Album derart begeistert war, dass ich es in einer Nonstopp-Schleife hören möchte und am liebsten auch noch morgens die Hülle als Frühstückbrettchen benutzen würde.
Hier ist es endlich mal wieder soweit. Das Album ist fett! Zwei der Lieder, White Limo und Rope, konnte man bisher ja schon in voller Länge genießen dürfen. Und diese waren ja bereits guter Stoff. Doch auch alle anderen Lieder können dieses Level halten. Ausreißer gibt es da eigentlich nicht. Wer auf den baladigen Stil des letzten Albums steht, wird mit diesem wohl nicht so viel anfangen können, denn hier regiert der Rock und das gilt so ziemlich für alle 11 Songs.
Hervorheben möchte ich allerdings dann doch eins der Stücke. Bisher kannte man ja nur den 30sekündigen Anfangsteil von Bridge Burning und dieser ließ einem ja schon das Wasser im Mund zusammenlaufen. Kommt jedoch auch noch der Rest des Liedes dazu, bewegt man sich auf eine Foo Fighters-Extase zu. Gitarrenriffs vom feinsten und was mich dazu noch besonders glücklich macht ist der Schlagzeugrythmus. Mein Hit des Jahres hat zumindest jetzt schon einen ganz heißen Anwärter.

Also, Freunde, ihr seid Rockliebhaber? Kauft den Scheiß!
Ihr steht auf die Foo Fighters? Kauft den Scheiß!
Ihr mögt geile Gitarrenriffs und harte Schlagzeugpassagen? Kauft den Scheiß!
Ihr habt keine Ahnung von Musik? Kauft den Scheiß, danach habt ihr es!
Ihr steht eher auf den Wendler? Nach diesem Album nicht mehr, kauft den Scheiß!
Ihr seid schwerhörig oder sogar taub? Diese Musik kann man spüren, kauft den Scheiß!

Ihr seht, es gibt kein Argument, das Album nicht zu kaufen. Also hopp-hopp auf zum Plattenladen eures Vertrauens und das Album importiert oder vorbestellt. Achja und seht zu, dass ihr euch die Doku anguckt, sobald sie auf DVD zu haben ist.

~Trash Bronson~

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