Der Blog für Trashfilme und B-Kultur

Heute vor 29 Jahren...


Am heutigen Tage feiern wir ein besonderes Ereignis. Heute vor jährt sich die Veröffentlichung  des Albums „Optical illusion“ der New Romantics Band Prisma zum 29sten mal. Das Duo, bestehend aus  Sänger und Keytarspieler Terence Boyd und Bassist Alan Christopher Tunip, gilt als Vorreiter der New Wave-Bewegung.

Beide wachsen in der Kleinstadt Wolverhampton in den West-Midlands auf. Terence Boyd und Alan Christopher Tunip lernen sich bereits in der Grammar School kennen. Beide sind Außenseiter und sympathisieren mit der Punk-Bewegung. Schnell werden sie unzertrennlich. Es folgen erste zaghafte Versuche in der Musik. Sie gründen mit einem Schulfreund die Punkband „The b-movies“, die sich jedoch nach nur wenigen Monaten auflöst. Doch Ihre Bühnennamen haben bis heute Bestand. Boyd nennt sich von nun an Trash, während sich Tunip als Cyborg betitelt.

Ihr Interesse gilt von nun an David Bowie. Seine Musik und sein Auftreten sind den Beiden ein leuchtendes Vorbild. Beeinflusst durch das Erscheinungsbild des Musikers entwickelt sich ihr Interesse für Mode, das sie später auszeichnen soll.  Doch zu Schulzeiten bringen ihnen die extravaganten Outfits kein Lob, sondern mehrere Einladungen in das Büro der Direktorin ein. Auch ihre Mitschüler reagieren mit Hohn und Spott auf die optische Verwandlung. Als die Beiden eines Tages aus einem Fastfood-Restaurant treten, werden sie von Rüpeln bedroht. Als Tunip sich wehrt, schlagen sie das Duo zusammen. Dieses Ereignis nennt Boyd Jahre später den ausschlaggebenden Punkt für den Umzug in die Hauptstadt London.

Trash und Cyborg im Blitz Club 1985 (v.l.n.r.)

Dort finden die beiden Paradiesvögel schnell Anschluss. Im legendären Blitz Club bilden sie die Speerspitze der sogenannten Blitz Kidz – einer Gruppe von hippen, modebegeisterten  jungen Erwachsenen, die zu David Bowie und Roxy music tanzen. Und wieder ist es ihr ungewöhnlicher Geschmack für Mode, der beide zu Szene-Berühmtheiten heranreifen lässt. „Wir sahen aus wie eine Bande Piraten aus dem Weltall“, erinnert sich Tunip anlässlich eines Interviews des Zürcher Tagesspiegels im Sommer 2010. Tatsächlich bedient sich der Look des Duos, bei amerikanischen Science-Fiction Filmen der vierziger Jahre und Elementen des Kabuki-Theaters.

Beflügelt von Ihren Erlebnissen in der vibrierenden Londoner-Clubszene, rufen Trash und Cyborg ihre neue Band „Prisma“ ins Leben. Der Sound ist synthetisch, schnell und extrem tanzbar. In Eigenregie produzieren Prisma ihre erste Single „Cyborg Terminator“ mit der B-Seite „Bronson“. Die in Kleinstauflage hergestellte Schallplatte ist heute ein wertvolles Sammlerstück. Ebensso werden „Lazer Cowboy“ und „Planet Mogo“ Clubhits. So kommt es, dass ein befreundeter Modestudent Ihren Song „Neon Romeo“  für eine Modenschau benutzt. Der zufällig anwesende Produzent Mick Griffin nimmt daraufhin die beiden jungen Musiker unter Vertag.

Bereits im nächsten Monat beginnt die Produktion ihres ersten Albums „Optical illusion“.  Eine Tour durch England folgt. Zuerst beeindruckt der rasche Erfolg die noch junge Band. Mit der künstlerischen Annerkennung durch die Presse treten auch Zweifel und Drogen in den Bandalltag. „Teilweise wurde uns das Koks in riesigen Waschpulver-Kartons aufs Hotelzimmer geschafft. Einmal haben wir sogar echtes Waschpulver konsumiert.“, gesteht Boyd in seiner 2008 erschienenen Biographie.

Die Schattenseiten des Musikbusiness und die vielen Nachahmer, die im Fahrwasser von Prisma entstehen, führen Tunip und Boyd die feste Verbindung von Pop-Musik und Kommerz allzu stark vor Augen. „Viele der anderen Bands haben unseren Look kopiert und nicht wirklich verstanden worum es uns geht.“, erinnert sich Tunip heute.

So beschließt die Band sich bei Ihrem zweiten Album nicht den Erwartungen der Fans und der Presse zu beugen. „Mirage“ ist deutlich düsterer und experimenteller als sein Vorgänger.  So befindet sich auf dem Tonträger eine gewagte elektronische Cover-Version des Edith Piaff Chansons „Je ne regret rien“. Mit der ersten Single  „Noir “ gelingt Prisma der erste Top 10 Hit in England .  Der Feuilleton lobt die Veröffentlichung in den höchsten Tönen. Prisma sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Boyd ist verärgert über die Salonfähigkeit, die Ihre Kunst erreicht hat. Über eine Anfrage von Coca-Cola, die zweite Single vom Album Noir für einen Werbespot nutzen zu wollen gerät das Duo in Streit. Diese kreative Differenzen führen zum Split der Band. Während Terrence Boyd sich  nun seiner Zweitband „The incomplete motion“ widmet, beginnt Tunip Soundtracks für Film und Fernsehen zu komponieren. Erst 2008 bricht das jahrelange Schweigen zwischen den beiden Parteien. 2011 folgt eine Welttournee. Das neue Album „Jack of Hearts“ soll im kommenden Jahr erscheinen.

1 Kommentar:

Boyd hat gesagt…

Fuckin fuck fuck... the Mainstream!