Der Blog für Trashfilme und B-Kultur








Oftmals heißt es ja, das Internet wäre eigentlich nur ein riesiges Lager für Pornographie. Das ist natürlich nicht ganz gelogen. Gebt zum Beispiel einmal die Begriffe "old" und "young" zusammen bei Google ein und betätigt die Bildersuche. Das Ergebnis spricht für sich, denke ich.
Aber das nur mal so am Rande.
Denn ein weiterer Hort, den das WWW darstellt, ist der für Nostalgiker und Ewiggestrige. Fast alles, was jemals irgendwo stattgefunden hat, kann hier nachgeschaut werden. Und ich persönlich begrüße das, denn zeitweise bin ich auch einer aus der Nostalgiker-Gang.
Heute möchte ich euch in eines dieser vergangenen Jahre mitnehmen. Folgt mir in das Jahr...


1990

Das erste Jahr der 90er Jahre war für uns Deutsche vor allem durch zwei Ereignisse geprägt. Eines davon war die Wiedervereinigung von West und Ost am 3. Oktober 1990. Keine Sorge, das Fernsehen ballert uns  genug damit zu, daher will ich euch einen geschichtlichen Abriss ersparen.
Das zweite wichtige Ereignis (für den kleinen Mann von der Straße jedenfalls) war wohl die Fußball-Weltmeisterschaft, die die deutsche Elf in einem feinen Finale gegen Argentinien gewinnen konnte. Ich erinnere mich daran noch sehr gut, weil ich die Weltmeisterschaft nämlich ganz klassisch in einem Autoradio in Schweden mitverfolgen konnte. Lang lebe der Deutschlandfunk.
Während also der kalte Krieg formell ad acta gelegt wurde, Jim Henson und Sammy Davis Jr. beide am 16. Mai das Zeitliche segnete und Karl-Marx-Stadt den Namen Chemnitz bekam, gab es auch in der Welt des Entertainments einige nicht unbedeutende Ereignisse.

Die Welt der Videospiele
In Europa startete der Gameboy seinen Erfolgsfeldzug und Sega brachte den Mega Drive auf den Markt. Das Duell mit Nintendo sollte die nächsten Jahre der Heimkonsolen-Branche bestimmen. Nintendo wiederum brachte in Japan den Super Familien Computer, kurz Famicom in Umlauf (wir Europäer durften aber noch bis 1992 warten, ehe der Super Nintendo auch zu uns kam).

Die Welt von Film und Fernsehen
Das Jahr 1990 war für das Kino ein Jahr der Fortsetzungen. Der Pate 3, Zurück in die Zukunft 3, Predator 2, Stirb Langsam 2, Robocop 2, Gremlins 2, Young Guns 2, Rocky 5 und Chucky 2 sind nur ein paar mehr oder minder populäre Beispiele, die die Zuschauer in den örtlichen Lichtspielhäusern erwarten konnten. Einige der Filme, welche mich damals oder zu einem späteren Zeitpunkt besonders gefangen genommen haben, will ich noch einmal Revue passieren lassen.

Teenage Mutant Hero Turtles 
Die Story:
Die Fernsehreporterin April O'Neil stößt auf vier maskierte grüne Typen, die sich als eine Mensch-Schildkröten-Mutation heraustellen. Die Turtles, namentlich Leonardo, Raphael, Donatello und Michelangelo leben in der Kanalisation zusammen mit ihrem Ziehvater Meister Splinter, einer ebenfalls mutierten Mensch-Ratte. Meister Splinter war vor der Mutation ein Kampfsport-Meister und hat seine amphibischen Zöglinge zu Ninjas ausgebildet. Zusammen mit O'Neil und dem hockeyschläger-schwingenden Casey Jones bekämpfen die Turtles das böse in Form von Shredder und seiner Footgang.

Fazit:
Cowabunga, Freunde! Die grünen Schildkröten-Freaks waren ein fester Bestandteil eines jeden Jungen-Kinderzimmers in den 80ern/90ern. Und neben dem fantastischen Spielzeug wurden wir auch noch durch Videospiele und eine Zeichentrick-Serie bei Laune gehalten. Im Jahr 1990 gab es dann sozusagen das Sahnehäubchen. Ein Film kam in die Kinos. Aber nicht nur irgendein Film, sondern ein Realfilm: Dieser Film war nicht umsonst ein riesen Erfolg an den Kinokassen. Die Story ist unterhaltsam und die Charaktere kriegen alle ihre nötige Zeit, um sich entfalten zu können. Natürlich liegt das Hauptaugenmerk auf den Schildkröten, deren Kostüme aber dermaßen gut geraten sind, dass sie selbst heute noch überzeugend aussehen und so manche ach so tolle Computeranimation aus den heutigen Blockbustern in die Tasche stecken können. Mich persönlich hat besonders der Auftritt von Casey Jones gefreut, definitv ein cooler Typ. Untermalt wurde die durchaus annehmbare Action in dem Film mit cartoonmäßigen Geräuschen, welche vermutlich nicht jedermanns Sache sind und dem Ganzen einen leicht klamaukigen Anstrich verpassen.

Bewertung:
8 von 10 mutierten Superhelden


Dick Tracy
Die Story:
Der Film, eine Adaption des gleichnamigen Comics, handelt vom Polizisten Dick Tracy, der als die letzte Bastion zwischen den braven Bürgern der Stadt und dem üblen Bandenboss Big Boy Caprice fungiert. Unterstützung erhält er hierbei von seiner Freundin Tess Trueheart und dem Jungen. Da Tracy Big Boy immer einen Schritt voraus ist (Spionage ist das Zauberwort), ist er natürlich ein Dorn in Big Boys Augen und dieser versucht ihn mit allen Mitteln zu beseitigen. Sicher, man kann isch natürlich denken, wie das Ganze am Ende ausgeht.

Fazit:
Dieser Film war für mich äußerst faszinierent, weil er eine absolute Comic-Atmosphäre schafft, in der die Schauspieler in teilweise so bizarren Rollen stecken, dass es einem die Hutschnur hochzieht. Das Gesamtbild stimmt und Warren Beatty kann ich mir seither nur schwer in einer anderen Rolle als die des Dick Tracy vorstellen. Hinzu kommt eine Spitzenbesetzung für die Schurken. Allein Dustin Hoffmann als der Murmler bringt mich jedes mal zum Lachen und Al Pacinos Maske ist so gut geraten, dass ich ernsthaft Probleme habe, ihn zu erkennen, selbst jetzt, wo ich weiß, dass er es ist.

Bewertung:
8 von 10 Comicheftchen


Tremors
Die Story:
Es ist was faul im Staate Nevada. Um genauer zu sein im kleinen Wüstenkaff Perfection, dass dadurch alles andere als perfekt zum wohnen wird. Dort lassen sich nämlich auf einmal monsterartige Riesenwürmer blicken, die alles verschlingen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist oder irgendeinem anderen Untergrund, durch den sich die Würmer nicht fressen können.Kevin Bacon und Fred Ward müssen sich zusammen mit einigen Bewohnern von Perfection nun dieser Monster erwehren. Und wie ginge das besser, als mit ordentlicher Feuerkraft?!

Fazit:
Wo sind nur die guten alten Zeiten hin, in denen man nicht alles und jeden mit Hilfe von Computern animiert hat? Klar bieten diese hilfsmittel auch Vorteile. Ich bin zum Beispiel auf den Green Lantern Film gespannt, weil mit dem Ring ja einiges an Spezialeffekten rausgehauen werden kann. Aber wenn man so einen Film, wie Tremors sieht, muss man doch zugeben, dass es Puppen genau so gut können. Als Kind hat mich dieser Film dazu gebracht, die nächsten paar Tage erst einmal den Boden argwöhnisch zu betrachten, auf den ich meine Füße setzte. Ein wirklich schicker Monsterfilm, der auch ein wenig mit der Unsicherheit spielt, dass die Monster praktisch überall aus dem Boden auftauchen können. Schick gemacht und daher...

Bewertung:
7 von 10 Regen...äh Raketenwürmer


Darkman
Story:
Peyton Westlake ist ein Wissenschaftler und zwar einer mit dem ehrgeizigen Ziel, synthetische Haut herstellen zu können.
Er ist schon fast soweit, das Ding einzulochen, da taucht auf einmal der Böse Durant mit seiner Gang auf und brennt das Labor von Peyton nieder. Sie sind auf der Suche nach ein paar Papieren der Verlobten von Peyton, die zufällig Anwältin ist und gegen den korrupten Durant und seinen Kumpel Strake etwas in der Hand hat.
Doch wider aller Ereigniss überlebt Peyton völlig entstellt und wird im Krankenhaus einer Operation unterzogen, in der ein Teil seines Gehirns, welches die Schmerzen verwertet, abgetrennt wird. Von da an ist der gute Peyton schmerzunempfindlich und ganz auf Rache au und wird zum Darkman. Um in die Öffentlichkeit treten zu können, benutzt er die synthetische Haut, um wieder ein Gesicht zu haben. Doch dummerweise halten diese immer nur eine bestimmte Zeit, bevor sie zerfallen.

Fazit:
Liam Neeson halte ich für einen höchst unterbewerteten Schauspieler. In seinen Rollen weiß er eigentlich meistens zu gefallen, wie auch in diesem Film. Darkman war einer dieser Superheldenfilme, die mit einer gewissen Düsterheit daherkommen. Die Welt ist nicht rosig und das Leben kein Wunschkonzert. Der Held selber beherbergt einen gewissen Realismus und ist nur von Rache getrieben. Sam Raimi ist bis heute einer der Regisseure, die ich für ihre Art, wie sie Filme machen, bewundere. Man merkt einem Raimi-Film eigentlich recht schnell an, dass er ein Raimi-Film ist. Spiderman lass ich jetzt mal außen vor, die Filme sind nicht so mein Fall. Darkman ist aber definitiv einer dieser Raimi-Filme.

Bewertung:
8 von 10 synthetischen Gesichtern


The Adventures of Ford Fairlane

Story:
Ford Fairlane -Rock'n Roll Detective, wie dieses Schmuckstück von Filmchen im Deutschen heißt, handelt vom selbigen, der beauftragt wird, einen Mord am Sänger einer Metalband aufzuklären. Hierfür macht er sich auf die Suche nach einem Groupie des Sängers und landet schnell auf der Abschussliste des Killers. Wie die meisten Detective hat auch Ford ein Problem mit dem Polizei-Chief und die Spur geht bis ganz nach oben, zum Musikproduzenten Nummer 1.

Fazit:
Aus irgendeinem Grund hat dieser Film mehrer Goldene Himbeeren abgeräumt. Ehrlich gesagt, kann ich das nicht wirklich verstehen, weil der Film meiner Meinung nach ist diese Actionkomödie eine wirklich gute. Und die Art von Humor ist auch durchaus gelungen. Und bitte Rock'n Roll geht auch immer. Also was hat all die anderen Leute so gestört? Ich kann es wirklich nicht sagen. Ich empfehle euch diesen Streifen, weil er absolut unterhaltsam ist und mit Ed O'Neil, Robert Englund und Gilbert Godfrey ein paar lustige Gesellen vorzuweisen hat.

Bewertung:
7 von 10 Rockabillies


Hard to Kill
Story:
Polizist Mason Storm hat mit bei einer nächtlichen Spionageaktion Aufnahmen von Vernon Trent, einem bedeutenden Politiker, bei ein paar besonders zwielichtigen Aktionen gemacht. Trent bekommt davon Wind und schickt ein paar Killer in das Haus von Mason Storm, wo diese Masons Frau töten und Mason selber ins Koma schicken. Masons Sohn schaft es allerdings zu entkommen.
7 Jahre später erwachte Mason aus dem Koma und wieder bekommen die Killer Wind davon und versuchen ihn zu erledigen. Die Krankenschwester hilft Mason allerdings zu entkommen und flieht mit ihm auf eine entlegene Ranch, wo Mason sich wieder in Form bringt, um seinen Rachefeldzug zu starten. Vorher knallt er aber natürlich noch die Krankenschwester.

Fazit:
Geiler Streifen.
Besser kann man es wohl nicht ausdrücken. In den späten 80ern (ja, ich weiß, der Film ist von 1990, aber das Jahr zähle ich jetzt einfach mal dazu) war Seagal in seiner Blütezeit, als er noch Filme ins Kino brachte und Leute gerne dafür Geld ausgaben. Menschen aus unserer Generation können daher mit dem Namen Seagal auch reichlich anfangen, während die Jugendlichen von heute und dazu zähle ich jetzt einmal alle bis einschließlich 16, oftmals keine Ahnung haben, wer der gute Mann ist. Traurig, aber wahr.
Die Story von Hard to kill ist zwar die typische 08/15-Rache-Geschichte, aber gerade darin ist der Meister ja besonders gut. Ballerei, Verfolgungsjagden und ordentliche Aikido-Action rundet das Ganze natürlich erst ab. Und Stevens Aufbautraining ist eines Rockys Wert. Außerdem ist es einer der wenigen Filme, in denen Seagal Schwäche zeigt und sogar angeschossen im Koma liegt. Einziger Wehrmutstropfen ist, dass Seagal nicht ein einziges mal ein fesches, cooles Jäckchen trägt, wie man es sonst so oft schon von ihm gesehen hat. Wer aber wie wir auf den Lord in voller Pracht steht, sollte sich diesen Film auf keinen Fall entgehen lassen. Er ist mit Sicherheit einer der besten, die er je gemacht hat.

Bewertung:
8 von 10 Aikido-Action-Punkten


 Zum Töten freigegeben

Story:
John Hatcher arbeitet als Undercover-Polizist in Columbien um Drogenleute hops zu nehmen. Doch nachdem sein Partner angeschossen wird und stirbt, hat er die Schnauze voll von dem ganzen Krampf dort. Er beschließt zurück nach Chicago zu gehe, um nichts mehr damit zu tun zu haben. Dch dummrweise, gibt es dort eine jamaikanische Gang, die das Drogengeschäft kontrolliert und der John in die Quere kommt. Das passt dem Anführer der Gang, Screwface überhaupt nicht. Also überlegt er sich kurzerhand John und seine Familie zu beseitigen. Das klappt allerdings nicht ganz so wie erwartet und macht John nur wütend. Doch außer Screwface selber steht er auch noch einem Voodoo-Fluch gegenüber, für den es fachmännische bzw. fachfrauische Hilfe braucht. Und am Ende gibt es auch noch eine Überraschung.


Fazit:
Wahrlich, das Jahr 1990 war ein Seagal-Jahr. Der zweite Seagal-Streifen des Jahres konnte Hard to kill meiner Meinung nach sogar noch ein wenig übetreffen. Die Action war noch ein wenig actionreicher und Seagal auch von seinem Auftreten her noch lässiger. Auch die Story (auch wenn nicht grade ein Roman) kommt ein wenig besser rüber. Diesen Film kann ich mir wirklich immer wieder anschauen und fühle mich kein einziges Mal gelangweilt. Und da Seagal auch immer besser aussieht, wenn sein Gegner zu überzeugen weiß, muss man wohl auch Screwface ein wenig Lob zukommen lassen. Und mal ehrlich, wie oft sind schon Jamaikaner die Bösen?


Bewertung
9 von 10 Lobeshymnen


So, meine Freunde, ich hoffe ihr konntet ein wenig den kurzen Rückblick genießen und habt euch vielleicht auch ein wenig an das Jahr (soweit ihr zu dieser Zeit natürlich schon aufnahmefähig ward) 1990 erinnert. Ich denke, dass ich für den Start ein gutes Jahr ausgewählt habe. Und wenn man sich überlegt, was es alles zu bieten hatte, im guten, wie im trashigen Sinne, fällt es mir nicht schwer, ich vergebe insgesamt satte...

8 von 10 Trashpunkten
~Trash Bronson~

Keine Kommentare: