Der Blog für Trashfilme und B-Kultur

Martial Arts Movie Con 2010

Teil 6

Die Abrechnung

Mein Bericht zur Martial Arts Movie Con 2010 steuert gnadenlos auf sein Ende zu. Doch zuvor will ich Euch noch mitteilen, was ich mitgenommen habe – sowohl in materieller Form, als auch an Erinnerungen.

Negativ aufgefallen ist mir, dass sich leider keiner der insgesamt drei Filmhändler auf das Messepublikum  vorbereitet hat. Die Annahme,  man bekäme die Gelegenheit geboten  Filme der anwesenden Stars zu erstehen, erwies sich leider als falsch.  Aufgefallen sind mir lediglich zwei Cynthia Rothrock-Filme, die ich natürlich gekauft habe - Outside the law (bloß nicht gucken!) und Night Vision (etwas besser).

Doch auch unerwartetes Glück traf mich. Ich entdeckte gleich zwei Blaxploitationfilme mit Fred Williamson. Auch beim alten Belgischen Meister Van Damme kann ich meine Sammlung um zwei Exemplare erweitern – darunter auch das Frühwerk  Monaco Forever. Und weil ich gleich mehrere Filme kaufte, gewährte mir die knallharte asiatische Mutti hinter dem Tresen auf Anfrage einen satten Euro Rabatt.

Im Nachhinein offenbart sich eins der Martial Arts Magazine, das mir am Eingang angedreht wurde, als Highlight der ganzen Messe. Es ist das Berlin Special der Zeitschrift Fight and Fun (Man beachte den kreativen Titel). Neben sagenhaft schlechten Fotos, die wahrscheinlich mit einer Saturn-Sonderangebot-Scheißdreck-Digitalkamera geschossen wurden, ist auch das Layout eine Zumutung.
Die Artikel haben mich sprachlos gemacht. Offenbar hat der Herausgeber des Magazins seine Beiträge von Babelfish übersetzen lassen. 

Falls Euch Babelfish kein Begriff ist, dann lasst euch gesagt sein, dass es sich dabei um die wahrscheinlich mieseste Übersetzungsmaschine im Internet handelt. Benutzt man Babelfish, hört sich jeder Text an wie Didi Hallervordens „Die Wanne ist voll“. Einfach alles wird direkt übersetzt – Eigennamen, Sprichworte...

Beispiele gefällig?

Wenn der Autor schreibt: „In the meadow dam 20 in Berlin the ring sportsmen give themselves the handle in the hand.“, dann meint er, dass sich am Wiesendamm 20 in Berlin die Ringsportler die Klinke in die Hand geben.

Und der Satz: „Friends go past here sometimes on a green tea“, soll bedeuten, dass Freunde ab und zu auf einen grünen Tee vorbeikommen.

Vielleicht sollte man dieses Schmierblatt einmal hier anwenden...


Was aber habe ich an persönlicher Erfahrung aus diesem Trip für mich gewonnen?

Dass ich die Messe nicht wirklich positiv bewerten kann liegt nicht nur an den zahlreichen Pannen, dem chaotische Ablauf, den wahnsinnigen Kosten, der Affenhitze, oder der verkorksten DVD-Börse. Es war einfach alles dritte Liga. Die Messe mutet ein bisschen wie ein Privatmuseum an. Aber eins mit einem seltsamen Thema wie Schlüsseln oder Perücken, dass ein verrückter Sammler im Keller seines Einfamilienhauses im Speckgürtel der Stadt aufgebaut hat.

Gibt es auch positive Aspekte?  Wie ich bereits im vorherigen Beitrag meines kleinen Reports erwähnte, war ich zuerst nicht fähig das Erlebte wiederzugeben. Zu tief saß die Verwirrung. Doch in den folgenden Tagen bleibt fast nur die Erinnerung an die lustigen Momente. Wild fuchtelnd und beseelt von purer Begeisterung erzähle ich immer wieder von diesem besonderen Samstag. Wenn ich für meine Zuhörer die Ententanz-Performance  der Batman Begins-Kampfsporttruppe nachspiele lachen wir wie Könige in alten Filmen. Ich denke, man kann also sagen, dass ich mich auf irgendeine verschrobene Weise amüsiert habe. 

So bleibt nur eine Frage: würde ich wieder auf eine Veranstaltung dieser Art gehen? Wohl eher nicht – es sei denn Lou Ferrigno und Bolo Yeung kämen...

-Commodore Schmidlabb-

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