Der Blog für Trashfilme und B-Kultur

Gymkata

USA 1985
90 min.

Regie:
Robert Clouse

Darsteller:
Kurt Thomas – Jonathan Cabot
Richard Norton – Zamir








Als ich vor Jahren den untenstehenden Trailer sah, hatte ich ein neues Ziel im Leben: Ich musste unbedingt Gymkata sehen – schließlich hatte ich die Aussicht auf einen Kumite-Film, der zudem das Experiment startete Gymnastik breitentauglich - ja so gar cool zu machen. Zudem bin ich ein großer Verehrer gescheiterter Versuche einen neuen Actionstar zu etablieren.

Doch irgendwie hat es Jahre gedauert, bis mir die fixe Idee kam, mal Amazon nach dem Schmuckstück zu befragen. Nun besitze ich also den Film und muss einfach Jedermann davon berichten.

Zur Story

Im fernen Staat Pirmistan (Ihr habt wohl in Erdkunde nicht aufgepasst...) findet jedes Jahr ein abstruses und tödliches Hindernisrennen statt. Wer dieses gewinnt, darf sich vom verwirrten König des Landes einen Wunsch erfüllen lassen. Da Pirmistan extrem günstig für die Positionierung eines amerikanischen Raketen-Abwehr-Systems liegt, tritt die US-Regierung an den olympischen Goldmedaillen -Gewinner und Gymnastik-Champ Jonathan Cabot mit der Bitte den Todeslauf zu gewinnen heran. Natürlich kann er nicht Nein sagen. Erst recht weil Kurts Vater bei einem früheren Todeslauf sein Leben verlor.

Um sich auf die Mission vorzubreiten, bekommt Jonathan zwei Trainer zur Seite gestellt. Sie benutzen jedoch seltsame Methoden und bringen ihm ebenso seltsame Techniken bei. So lernt Kurt zum Beispiel kopfüber auf den Händen eine Treppe hochzusteigen und noch allerhand anderen nutzlosen Kram.

früh übt sich - Kopfüber die Treppe hinauf!

In Pirmistan angekommen bläst Kurt gleich ein strenger Wind ins Gesicht. Der heimliche Herrscher des Landes – General Zamir – gibt ihm unmissverständlich zu verstehen, dass seine Mission kein Zuckerschlecken wird - erst recht weil Kurt genau wie Zamir ein Auge auf die Tochter des Königs geworfen hat.

Schließlich beginnt der Todeslauf und neben dem General bereitet Kurt sein bulliger Konkurrent Thorg  (brillant: Bob Schott) Probleme. Doch Gott ist mit den Tüchtigen und so finden sich auf Jonathans beschwerlicher Reise allerhand Gegenstände die sich für tödliche Gymnastik-Moves einsetzen lassen. Aber ist Kurt den immer schwieriger werdenden Prüfungen gewachsen und wird er gegen die Übermacht von Ninjas, Superfightern und Bekloppten bestehen können?

Mein Senf

Gymkata ist vielleicht der populärste Trashfilm, den niemand kennt. Aber in einem kleinen Zirkel von Wissenden wird er gefeiert wie der Messias. Doch was macht Gymkata so besonders?
Herausragend sind zum Beispiel die Kostüme. Der von Kurt Thomas verkörperte Held sieht aus wie ein junger MacGyver. Richard Norton hingegen trägt den gesamten Film über wirklich imposante Pelzmode, sehr damenhaften Schmuck und ein Zöpfchen, das sich neckisch in seiner gewaltigen Vokuhila versteckt.

Mode-Zaren unter sich (Man beachte die grazile Kette um Nortons Hals)

Auch die Geschichte bietet genug Stoff für zünftige Lacher. Je weiter der Film fortschreitet, desto surrealer wird er. Ab einem bestimmten Zeitpunkt geht die Scheiße endgültig durch’s Dach. Ich will jedoch keine Details verraten. Das würde mir angesichts der teilweise absurden Handlung sowieso schwer fallen. Allein die Gymnastik-Thematik sollte verdeutlichen, dass es sich hier nicht um einen 08/15-Martial-Arts-Streifen handelt.

Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass Gymkata einige wirklich herausragende Szenen parat hat, über die man mit anderen Trashfans plauschen möchte. Ich war zum Beispiel ganz begeistert von den ungelenk zappelnden Stoffpuppen , die zur Durchführung von Stürzen aus großer Höhe eingesetzt werden – die Satellitenschüssel-Folge aus der Serie „Eine schrecklich nette Familie“ lässt grüßen.
Mein persönliches Highlight und eine echte Neuentdeckung ist der klobige Muskelmann Bob Schott, der den Schurken Thorg spielt. Wieso ist ihm nur eine kometenhafte Karriere in drittklassigen Filmen versagt geblieben? Dabei kann es sich nur um eine Laune des Schicksals handeln. Bob Thorg sollte auf einer Stufe neben den Barbarian Brothers und Bolo Yeung stehen.  – Kleiner Tipp für Bob Schott Enthusiasten: Der halslose Hüne spielt  im fantastischen Film Force Five den bösen Handlager.

perfekt in Form und Funktion - BOB SCHOTT!

Fazit

Gymkata ist ein (nicht nur ) in Deutschland zu Unrecht untergegangenes Juwel. Vielleicht das Beste am Film ist das alle Beteiligten den Film sehr ernst nehmen. So wirkt er teilweise wie seine eigene Verarschung. Vielleicht kann man den Vergleich zwischen „Für eine Handvoll Yen“  - und „Enter the dragon“ heranziehen.
Außerdem sieht man nicht alle Tage einen Martial-Arts-Film mit surrealen Anteilen. Dazu ist der Streifen herzergreifend dumm und plump produziert.

8 von 10 möglichen Punkten

-Commodore Schmidlabb-


Keine Kommentare: