Der Blog für Trashfilme und B-Kultur

Martial Arts Movie Con 2010


Teil 4


16:15 bis 17:15 Uhr


Ich befinde mich immer noch an der frischen Luft und mir kommen Zweifel, ob ich mich tatsächlich noch mal ins Innere wagen will. Irgendwie denke ich, dass es meine journalistische Pflicht sei, um mich zeitgleich zu fragen, ob ich gerade wirklich den Begriff journalistische Pflicht benutzt habe. Scheiß drauf! Ich schlage mein Programm auf, das eigentlich sowieso keine Bedeutung mehr hat, denn die Verantwortlichen haben immer wieder Probleme mit dem Ablauf des Events und der Handhabung der Technik. Jeder Einsatz des Beamers verzögert den weiteren Verlauf um ein paar Minuten.


Jedenfalls soll gleich eine weitere Runde Frage und Antwort stattfinden. Diesmal mit Cynthia Rothrock und Richard Norton. Die Chemie zwischen den Beiden stimmt und so wird das Interview recht vergnüglich. Die Beiden witzeln miteinander und schenken sich nichts. Die Frage eines kleinen Mädchens aus dem Publikum, ob Cynthia jemanden K.O. schlagen kann beantwortet sie trocken mit „Definetly!“ - Wieder was gelernt. Nach kurzer Zeit ist der Spaß vorbei und das Warten geht wieder los.


Dann glaube ich Engelsgesänge zu hören. Gottes Vollstrecker, der Kampfmönch Lasko betritt die Bühne - An seiner Seite zwei Verantwortliche aus dem Martial Arts-Team der Serie. Tosender Applaus. „Endlich weiß ich, was das für Leute sind, die diesen Mist gucken“, denke ich mir und wundere mich über die glühende Verehrung die Mathias Lanwehr entgegen gebracht wird. Liegt es daran, dass er ein Landsmann ist, oder ist das Publikum einfach so überzeugt von der Qualität der Serie?


Landwehr und Kollegen zeigen zuerst ein fein gemachtes Filmchen, das die Entstehung einer Kampfszene dokumentiert. Wieder rasender Beifall. Im Anschluss wird eine Kampfszene aus der zweiten Staffel von Lasko vorgeführt. Doch so wie ich sie gerade gesehen habe, wird sie niemals im Free-TV ausgestahlt, weil sie leider zu lang geraten ist. Und das ist tatsächlich schade - Denn befreit von der unsinnigen Idee eines Martial-Arts-Mönches ist das Gezeigte überraschenderweise echt sehenswert.


Nachdem wir gemeinsam 5 Minuten auf die winzige Leinwand gestarrt haben, wendet sich Mathias Landwehr wieder dem Publikum zu. Er bedankt sich bei den Fans und holt zu einer grandiosen Lobpreisung des Veranstalters aus. Das Publikum dreht sich um und klatscht. Es hat den Anschein, dass alle im Saal wissen wer der Gastgeber ist. Ich gucke nur doof.


„Aufstehen hier!“ würgt jemand hinter mir aus der Kehle und fordert damit vehement Tribut für den Veranstalter. Tatsächlich erheben sich viele Zuschauer von Ihren Plätzen und der Beifall brandet auf. Ich bin baff aber klatsche trotzdem - Schließlich kann mich jeder auf der Messe nach Strich und Faden verprügeln. Vielleicht würden Sie das auch tun, denn es hat den Anschein, dass diese kleine, verplante und sinnlose Veranstaltung ihre Zielgruppe ins Herz trifft.


Nächstes mal:


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