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Martial Arts Movie Con 2010

Endlich...

Bedingt durch einen akuten Mangel an Freizeit, der auch noch ungefähr einen Monat anhalten wird, komme ich im Moment selten dazu die Finger über die Tastatur klimpern zu lassen. Zudem mutiert der Bericht zur Martial Arts Movie Con zu einem riesigen Monster, das in der Ecke liegt, schwer atmet und mich mit traurigen Augen fixiert. Ich ertrage diesen Blick nicht eine Sekunde länger. Und um des Ungetüms endlich Herr zu werden, habe ich mich entschieden, den Bericht in mehrere Teile zu hacken und in bekömmlichen Portionen zu servieren. Haut rein werte Leser!


Martial Arts Movie Con 2010
Trash-o-meter für Euch vor Ort


Teil 1

13 : 00 Ankunft bis 13:30  Mittagspause

Bereits in der Vergangenheit habe ich die Angewohnheit entwickelt, vorsätzlich armselige Veranstaltungen zu besuchen, um mich Ihrer zu ergötzen. Seniorentage, Supermarkteröffnungen – alles schon erlebt. Als ich dann vor wenigen Monaten von der bevorstehenden Martial Arts Movie Convention erfuhr, war ich mir nicht ganz sicher, was mich erwarten würde –Riesenparty oder armseliger Kehraus? Mein Hirn rotierte und lieferte mir allerlei seltsame Vorstellungen, wie die Veranstaltung wohl ablaufen wird. Aber die habt Ihr ja lesen können.

Nun ja. Die Zeit vergeht und irgendwann ist der große Tag gekommen. Also steige ich in den Bus, bzw. die U-Bahn und düse gen Norden. Dabei befürchte ich die ganze Zeit, dass man mir ansehen kann, wohin mein Trip mich führt.

Praktischerweise lag die Convention auf meinem Arbeitsweg und war daher leicht zu finden. Frisch angekommen sondiere ich das Gelände. Die Ausmaße der Halle in der die Sause steigen soll, lassen auf eine relativ kleine Messe schließen. Vor dem Eingang stehen ein amerikanischer Polizeiwagen und die ersten Verkaufsstände für DVDs. „Sogar hier draußen gibt’s schon Stände?“, denke ich  und reibe mir innerlich die Hände. Als ich dann am Eingang meine Karten abhole drückt man mir eine Tüte mit nutzlosen Kampfsport-Fachblättern in die Hand (dazu später mehr). Wahrscheinlich liegt der Unterhaltungswert dieser Publikationen auf dem Niveau des Bielefelder Telefonbuchs.

Ich trete ein und renne gegen eine Wand aus abgestandener, ungefähr 7 Trillionen Grad heißer Luft.  Egal. Erstmal umgucken. Vor mir die kleine Bühne und circa 250 hässliche Stühle – rechts eine kleine Treppe. Dort geht es dann wohl weiter in die anderen Bereiche sagt mir mein geschulter Blick. Pustekuchen. Lediglich ein weiterer Stand mit Filmen, ein Verkaufstisch für Martial Arts Bücher und ein Präsentationstresen für Ninja-Socken. Bei den im Vorfeld versprochenen 300 Händlertischen hat man sich wohl um zwei Nullen vertan.

Nun entdecke ich das Areal, in dem das Fotoshooting stattfinden wird. Es ist zwar nicht die von mir vermutete Plane mit Farbverlauf von weiß nach grau, sondern eine Stellwand mit dem Logo der Veranstaltung. Plötzlich gehen die Martial-Arts-Stars allesamt an mir vorbei und verschwinden durch einen Hinterausgang, um sich die Bäuche vollzuschlagen. Ich muss sagen, dass Sie eigentlich unscheinbare Gestalten sind. Matthias Hues und Richard Norton nehme ich davon aus. Matthias trägt ein rotes Hawaii-Hemd, eine Jeans mit vorsätzlichen Knitterstellen und riesige weiße Turnschuhe. Mr. Norton sieht in seinem viel zu großen weißen Hemd aus, wie der Geist von David Hasselhoff.

Auf der Bühne findet derweil die erste Kampfsportvorführung statt. Ein Typ und ein Girl in bunten „chinesischen“ Seidenkostümen. Jetzt rennt die mit zwei Schwertern bewaffnete Frau von links nach rechts und schreit. Das sieht albern aus und ich erkenne, dass Martial Arts und Filmkameras einander bedingen. Nur zusammen entfalten sie Ihren Zauber.


Nächstes Mal:

Die Rückkehr aus der Mittagspause und die Weisheit des Don“ The dragon“ Wilson



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