Der Blog für Trashfilme und B-Kultur



House of the dead: Overkill

Sega (2009)

System: Wii
Spieler: 1-2 kooperativ / 1-4 in Minigames

Was geht? 

Für alle, die bei House of the dead nur an Dr. Uwe Bolls Film denken oder vielleicht noch nie ein Spiel dieser Art gespielt haben (gibt es die?), erkläre ich kurz worum es geht. Die Veteranen unter Euch dürfen diesen Absatz ohne schlechtes Gewissen überspringen.

Also, Das Spiel gehört in das Genre der Lightgun-Shooter und ist somit etwas Ähnliches  wie eine virtuelle Schiessbude. Man nimmt eine Plastik-Pistole in die Hand und schießt auf den Bildschirm. Die Charaktere bewegen sich selbstständig wie auf Schienen auf einem festgelegten Pfad durch die Level. Der Spieler muss sich nur auf das Zielen konzentrieren.
           
Grindhouse Dicker!

Ihr spielt das dynamische Duo Detective Isaac Washington und Agent G. Während Washington direkt einem Blaxploitation-Film entsprungen sein könnte und über ein loses Mundwerk verfügt, das seinesgleichen sucht, ist Agent G ein eher blasser Paragraphen-Reiter. Kurz: Leathal Weapon nur andersrum mit den Hautfarben!
Die beiden verfolgen den wahnsinnigen Papa Ceasar, der mit seiner Zombiearmee die Welt neu ordnen möchte.

Das Spiel suhlt sich im Charme des Schund-Kinos - Kratzer auf dem Zelluloid und Filmrisse inklusive! Jeder Level wird zudem mit einem kleinen trashigen Trailer angekündigt.
Auch die Musik passt wie Arsch auf Eimer! Die von richtigen Künstlern eingespielten Songs treiben die Action und könnten auch aus den Trailern von Death proof und Planet Terror stammen. Befragt man Google, so findet man viele viele Leute, die auf der Suche nach der Scheibe sind. In der Special Edition des Spiels ist ein extra für das Spiel angefertigtes Comic beigelegt  und leider nicht den Soundtrack. Aber wie gesagt – das Internet weiß bestimmt Rat.
  
Ein weiterer Pluspunkt des Spiels ist seine unterhaltsame Story. Bislang ist mir noch kein Lightgun-Shooter in die Hände gefallen, dessen Story auch nur halbwegs der Rede wert wäre.
Normalerweise liegt das Niveau der Geschichte bei Spielen dieser Art auf oder unter dem Niveau eines Pornos. Das kann auch lustig sein (siehe Segas Ghost Squad), geht aber meistens in die Hose.

Viel Liebe und Sorgfalt hat Sega in die witzigen Dialoge gesteckt. Detective Washington flucht derart viel,  dass selbst ein Seemann rot werden würde. So ist es kein Wunder, dass „The House of the dead: Overkill“ im Guinness Buch der Rekorde als das Videospiel mit dem häufigsten Gebrauch des Wortes „Fuck“ geführt wird.
Viele Schimpfwörter machen aber noch keine guten Dialoge mag man jetzt unken.
Doch Sega verfolgt dabei ein Ziel, dass in einem Schlussgag gipfelt, den ich hier nicht verraten möchte. Wie ihr erkennt, nutzt  ist die verdorbene Sprachausgabe nicht nur vorhanden, um möglichst hart zu sein oder zu provozieren

Das einzige, was man HOTD:O vorwerfen könnte, ist die an wenigen Stellen schwache Grafik. Eigentlich merkt man nur in den Zwischensequenzen, dass zum Beispiel die Pistolenläufe ein paar mehr Details  hätten gebrauchen können.

Das Durchspielen wird mit dem knallharten Director’s Cut belohnt.

So isses!

Ein sehr unterhaltsamer Shooter, der den härtesten Arbeitstag vergessen lässt, einen hohen Wiederspielwert besitzt und sich durch seine bemerkenswerte Liebe zum Grindhouse-Kino auszeichnet.

Sehr gute 7 von 10 möglichen Punkten

-Kommodore Schmidtlabb-

Keine Kommentare: