Der Blog für Trashfilme und B-Kultur

Die Geschichte zweier Pioniere

Heute wäre der selbsternannte Ägyptologe und bekannteste Vertreter der Prä-Cinematic Arthur Chesterfield Turner (nachfolgend bezeichnet als ACT) 100 Jahre alt geworden.
Zu Bekanntheit gelangte ACT durch die Behauptung, die antiken Ägypter seien die Urväter der Filmkunst. Doch Zeit seines Lebens warf ihm die forschende Gemeinde Unwissenschaftlichkeit und die Fälschung von antiken Funden vor.

Geboren wird er als Sohn des Landschaftsmalers George Henderson Turner in der Grafschaft Surrey. Er besucht das Gymnasium und zeigt bereits dort ein reges Interesse an Geschichte. In seiner Freizeit besucht der junge Arthur gerne das örtliche Kino. Als seinen Lieblingsfilm bezeichnet er „The mummy’s hand“ mit Boris Karloff.
Nach Abschluss des Gymnasiums meldet sich ACT freiwillig zum Militärdienst. Im Zug der britischen Offensive gegen den deutschen Afrikafeldzug wird er als Infanterist nach Ägypten gesendet. Er wird verwundet und berichtet später von seiner ersten Vision des filmschaffenden Pharaos Trashmosis im Lazarett. Die Erklärung das Schmerzmittel Morphium sei für die Illusionen verantwortlich weißt Turner von sich. Fortan ist ACT überzeugt von der Idee, dass es einen bislang unbekannten ägyptischen Herrscher und Regisseur gibt, dessen Grab bisher unentdeckt ist.

Zurück in England widmet er sich dem Studium der Ägyptologie und der Archäologie. Doch mit seiner Überzeugung von der Existenz eines altägyptischen Filmemachers stößt Turner bei Kommilitonen und Professoren auf Ablehnung und Spott. Er bricht die Universität ab und leiht sich Geld von Freunden und Verwandten und unternimmt eine erste erfolglose Grabung bei Karnak.

In den folgenden Jahren bereist ACT das Land der Pharaonen mehrfach und versucht mit Vorträgen weitere Unterstützer und Sponsoren um sich zu scharen. Doch erst 1978 gelingt es ihm das Produzenten-Duo Menahem Golan und Yoram Globus als Förderer für eine weitere Grabung gewinnen. Die Finanzspritze kann Turners Arbeit jedoch für nur 3 Wochen aufrecht erhalten. Unter dem erheblichen Druck der Geldgeber beginnt ACT schließlich seine erste Grabung in der Nähe von Deir el-Bahari.

In der zweiten Woche finden Grabungshelfer eine beschädigte Tafel. Einige Schriftzeichen fehlen, doch für ACT besteht kein Zweifel –Er hat den Beweis für die Existenz des altägyptischen Königs Trashmosis aus der Dynastie Bronson-amun. Turners Kritiker bezeichnen diesen Fund später als offensichtliches Zeichen seiner unwissenschaftlichen Forschungsarbeit, die lediglich auf wirren Vermutungen bis hin zu stümperhaften Fälschungen beruhe.

Hier ein Beispiel:



Laut Turner lebte Pharao Trashmosis in der XI Dynastie im mittleren Reich von circa 2020 bis 1980v. Chr. Geboren wurde er angeblich als Sohn der Königin Nefekere und des Generals Teti. Durch den vorzeitigen Tod seiner Eltern durch einen schweren Unfall mit ihrem majestätischen Ochsenkarren musste er bereits sehr jung als Pharao die göttliche Vorsehung erfüllen. Beim Begräbniszeremoniell in der Grabkammer der Familien-Pyramide im Tal der Könige erfuhr der junge Gottkönig dann eine überirdische Vision aus dem Reich der Toten. Durch einen Luftschacht der Pyramide wurde ein ein bewegtes Bild auf die hintere Wand der Grabkammer projiziert. Dieses Phänomen kennt die westliche Welt erst wieder seit dem 13.Jhd unter dem Begriff camera obscura. Dieses Scheinbild faszinierte ihn so sehr, dass er von nun an stets versuchte diese Naturerscheinung mit den Mitteln seiner primitiven Technik zu wiederholen.

An seinem dreißigsten Geburtstag gelang ihm endlich der Durchbruch und er fand heraus, dass der erwünschte Effekt nur aufgrund des Stand der Sonne am fünften Remutet des ersten Schemu (was dem 23. Februar heutiger Zeitrechnung entspricht) auftrat. Von nun an gab er nicht nur die gesamte Staatskasse für den Bau von Filmkulissen wie die Tempel in Karnak und Abu Simbel aber auch die Sphinx aus, auch ließ er sein Volk als Statisten für Massenszenen arbeiten.

Die ersten Komödien Trashmosis’ mit Namen „Die nackte Steinschleuder“, „Ramses macht blau“, „Ey Mann! Wo ist mein Ochsenkarren?“ und „Herbie, ein toller Skarabäus“ waren große Erfolge. Mit späteren Titeln wie „Eis am Schilfrohr“, „Pharaonensender Powerplay“ , "Egyptian Karate Tiger" und „Drei Hohepriester und ein Baby“ konnte sich die Masse aber nicht mehr identifizieren und Zweifel an der Göttlichkeit des Herrschers kamen auf. Seine folgenden Filme "Death Race 2000 v. Chr.", "Ottmosis – der Ausserägyptische", "Auf dem Nil ist die Hölle los!" und nicht zuletzt "Guck mal wer da altägyptisch spricht!" waren bei den Untertanen regelrecht verhasst. Das ägyptische Volk begann von nun an den Frühling mit allen neuen äußerst albernen Filmprojekten des Gottkönigs zu fürchten und den Pharao dafür zu hassen, dass er als Perfektionist sämtliche Szenen immer und immer wieder aufführen ließ.

In einer mondlosen Nacht im Jahr 1980v.Chr. wurde Trashmosis schließlich von unbekannten Attentätern gemeuchelt und in seinem Filmvorführraum eingemauert. Es folgte eine gründliche Damnatio memoriae – die Auslöschung des Andenkens – auf allen Stelen und allen Papyri. Ebenso wurde über der Grabstelle in Deir el-Bahari ein schrecklicher Fluch ausgesprochen (Angsthasen überspringen am besten die nächste Zeile)...


Der Nonsense wird auf schnellen Schwingen zu demjenigen kommen, der die Ruhe des Pharao stört.


Dies ist dann auch einerseits Arthur Chesterfield Turners Begründung für die bisherige Unbekanntheit des genialen Pharaos, andererseits scheint sich der tragische Fluch der Ägypter aber auch an ihn geheftet zu haben, eine Faszination für minderwertige Unterhaltung sollte ihn von nun an zeit seines Lebens nicht mehr loslassen.

Arthur Chesterfield Turner starb in einer Vorführung von Plan 9 aus dem Weltraum.

Kommentare:

Trash Bronson hat gesagt…

lol, super. Besten Dank.

ACT hat gesagt…

!Gracias, Senor!