Der Blog für Trashfilme und B-Kultur

Trash Animated - Teil 6: Dino-Riders

DINO-RIDERS


Kennt ihr das? Ihr riecht einen bestimmten Geruch oder hört ein spezielles Lied oder eine spezielle Melodie und schwupps habt ihr einen absoluten Kindheitsflashback.
Ich genieße diese Momente jedesmal und wenn ich grade dabei bin vor mich hin zu dösen, verlängert sich dieser Flashback auch schon mal um einige Minuten.
So geschehen vor ein paar Tagen, als ich, wie in letzter Zeit so häufig, bei einer Mitfahrgelegenheit mitgefahren bin.
Ich saß also hinten im Wagen döste so vor mich hin, als im Radio auf einmal "Another day in paradise" von Phil Collins lief. Und just in diesem Augenblick ereilte mich eine dieser Flashback-Visionen:

Ich erinnerte mich an einen Augenblick aus meiner Kindheit Ende der 80er/ Anfang der 90er. Ich saß in meinem Zimmer auf dem Boden, (damals war eigentlich jedes Kinderzimmer mit Teppichboden ausstaffiert) draußen mieses Herbstwetter oder vielleicht auch ein regnerischer Frühlingsanfang und vor mir ein monströses Ungetüm. Gute 35cm hoch und über einen halben Meter lang. Bestückt mit Laserkanonen und sich auf einem unaufhaltsamen Weg der Zerstörung durch das Zimmer befindent. Tyrannosaurus Rex!

Die Rede ist von einem der größten Actionspielzeuge, die ich wohl jemals besaß. Und dieses Prachtstück gehörte zur Serie der Dino-Riders.



Die Dino Riders sind quasi wie die Münze von Two-Face, mit einer guten und einer bösen Seite. Auf der einen Seite muss man sie als eines der absoluten Action-Spielzeug-Highlights der Spät-80er/Früh-90er bezeichnen, auf der anderen Seite ist die daraus resultierende Zeichentrickserie ein Tritt in die Kronjuwelen eines jeden Jungen.
Nagut, damals war man solch derbe Hausmannskost durch Vertreter wie Silverhawks und Police Academy (die Zeichentrickserie) schon gewohnt und es gab nur wenig besseres Serienmaterial. Aber ich bezweifel auch stark, dass ich die Serie damals nicht auch, wie die meisten Kinder, cool gefunden habe.
Nichtsdestotrotz ist die Zeichentrickserie der Dino-Riders wie der drogenverkaufende, von der Familie verstoßene Bruder des selbigen Spielzeugs.

Aber fangen wir doch zunächst einmal mit dem Inhaltlichen an (und da kann man ja auch glücklicherweise das Spielzeug heranziehen).

Die Story
Einst lebten die Valorianer, eine Art telepathische Übermenschen, auf ihrem Planeten in Ruhe und Frieden. Doch dann tauchten eines Tages die Rulaner für einen netten Kaffeeplausch auf. Da die Rulaner ihren Kaffee aber lieber mit Waffen und Gewalt trinken und ihnen außerdem die Valorianer wie metrosexuelle Weicheier vorkamen, beschlossen sie kurzerhand einfach mal Rambazamba zu machen. Den Valorianern war das aber alles irgendwie jetzt so'n bisschen zu agro (um im Neu-Deutsch der heutigen Jugend zu sprechen), so dass sie lieber den Verdufter machten.
Die letzten Valorianer fliehen also in ihrem schniecken Raumschiff und - wer hätte es gedacht - die etwas weniger friedliebenden Rulaner hinterher.
Weil nun das Überleben der wenigen Verbliebenen in ärgster Bedrohung ist, entscheidet sich der Anführer der Valorianer den Space-Time Energy Projector, kurz S.T.E.P., einzusetzen. Mit diesem Gerät ist es möglich, durch die Zeit zu reisen.
Hmmm..., nun gut, da fragt man sich doch, warum sie dieses Teil noch nicht eher eingesetzt haben. Aber sei's drum. Sie schaffen es also das Gerät zu aktivieren und reisen damit durch die Zeit. Zum Pech der Romulaner...äh Rulaner, denn deren Hauptschiff mit dem Obermotz der Obermotze wird versehentlich mitgerissen, da sie just in diesem Moment versuchen die Valorianer mit einem Traktorstrahl zu fangen.
Die beiden Raumschiffe verschlägt es direkt auf die prähistorische Erde, wo sie Notlanden müssen.
Während sich die Valorianer dank ihrer Telepathiekräfte mit den pflanzenfressenden Dinosauriern anfreunden, zwingen die Rulaner die Fleischfresser einfach mit Hilfe von Gedankenkontrollhelmen dazu, ihnen zu gehorchen.
Von da an lautet das Ziel für die Rulaner nur noch: Tötet alle Valorianer. Denn sie brauchen S.T.E.P., um wieder in ihre Zeit zurückkommen zu können und dort ihr Imperium weiter zu regieren.


Die Valorianer

Questar
Der große Anführer der Valorianer wirkt ein wenig wie eine leicht homosexuell angehauchte Version von He-Man... also wie Adam. Der Friseur ist jedenfalls unübersehbar der Gleiche. Seine Lieblingsdinosaurier sind der Deinonchus und der Diplodocus.


Yungstar
Der Heißsporn der Valorianer, der am liebsten alles auf eigene Faust erledigen würde und dadurch sowohl der Held der Stunde, als auch der in Not geratene Trottel sein kann. Er reitet auf einem Quetzalcolatlus (das is so ein Viech mit Flügeln, ihr Dummerchen)


Mind-Zei
Nein, wird nicht Minze ausgesprochen. Er ist alt, er ist weise und er ist blind. Sozusagen der Meister Splinter für Valorianer, kann schlecht animierte Martial Arts und ist der Vater von Serena. Wenn er denn mal auf einem Dino sitzt, ist es der Diplodocus.


Serena
Weiblich, ledig, jung und absolut öde. Also passt sie sehr gut zu den anderen Valorianern. Sie kann dank ihrer Psi-Kräfte andere heilen.
Für sie gibt es nur einen perfekten Lover, den Brontosaurus mit seinem mächtigen... Hals.


Erwähnt werden sollten noch:
Gunnur, der alte Kriegsveteran
Turret, der Mechaniker
Llahd, das Kind
Vector, der Typ mit dem coolen Musektierbart


Die Rulaner

Krulos
Der froschgesichtige Herrscher über das rulanische Imperium. Modisch das Non-plus-ultra mit einem schicken Glashelmchen In seiner unendlichen Bescheidenheit, strebt er nichts Geringeres, als die totale Weltherrschaft an. Dazu muss er aber erst einmal die Valorianer beseitigen, das sind nämlich in seinen Augen alles Weicheier. Als König kann er natürlich auch nur den König unter den Dinosauriern reiten, den T-Rex.
Hammerhead
Einer von drei Generälen unter der herrschenden Hand Krulos. Hammerhead ist der Anführer der Haimenschen und streitet sich ganz gerne mit Rasp um den Posten der Nummer 1. In den Kampf zieht er zumeist auf einem schicken Triceratops.


Rasp
Ein weiterer von Krulos drei Top-Leute. Als Anführer der Viper-Menschen sieht er sich praktisch als den zweiten Mann hinter Krulos und gerät deswegen schon mal mit Hammerhead in den ein oder anderen Disput. Rasp schwingt sich am liebsten auf einem Pteranodon in die Lüfte.


Antor
Der Dritte im Bunde der Obergeneräle. Als Anführer der Ameisenmenschen lebt er mehr für das Kollektiv, als für den eigenen Ruhm. Der Deinonychus ist sein liebster Kuscheldino.



Außerdem im Team:
Krok, ein weiterer General
Skate, ein Lakai
Lokus, ein weiterer Lakai
und viele weitere Handlanger.

Das Dino-Rider-Spielzeug war aus verschiedensten Gründen ein absoluter Hit. Die Figuren selber waren in etwa vergleichbar mit den Mask-Actionfiguren, von etwa gleicher Größe und Beweglichkeit. Das gab einem natürlich auch die Option, jederzeit ein Actionspielzeug-Crossover zu veranstalten. Aber das eigentliche Highlight waren natürlich die Dinosaurier. Sie waren nicht nur ordentlich gestaltet, sondern auch teilweise mit zusätzlichen Bewegungsmodi ausgestattet. Besonders toll war dies bei den etwas größeren Exemplaren, welche eine durch Batterie angetriebene Bewegungsmechanik besaßen. Dies verlieh dem Ganzen noch mehr Action und Spielspaß.
Hier schließt sich auch unser Kreis wieder zu meiner kleinen Geschichte zu Beginn dieses Beitrags. Der Tyrannosaurus Rex hatte diese zusätzlichen eigenständigen Bewegungen, die aus vorwärts laufen und das Maul aufreißen bestanden (klingt nach nicht viel, war aber der absolute Renner).



Die Zeichetrickserie fristete allerdings eher ein kurzes Dasein. Lediglich eine mickrige Staffel mit 13 Folgen wurde produziert und dann wie üblich in Deutschland zur Samstagmorgenzeit auf RTL (damals noch RTL Plus) ausgestrahlt. Die Qualität war leider etwas weniger der Renner, nicht wirklich mies, aber auch kein Galaxy-Rangers-Niveau. Bedauerlichweise wurden die Dinosaurier, die als Spielzeug so gut geraten waren, in der Serie zu albern dargestellt. Auch das Intro der Serie reißt bei mir keine großen Begeisterungsstürme hervor.

Bei Bedarf lassen sich die Folgen bei Youtube gucken:



Insgesamt fällt mir so eine Bewertung äußerst schwer und ich werde das Ganze einfach splitten.

Die Zeichentrickserie erhält von mir
5 von 10 Dinoreiter

Das Spielzeug hingegen satte
9 von 10 Actionpunkte

~Trash Bronson~

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hier steht, dass Questar wie eine leicht homosexuell angehauchte Version von He-Man wirkt. Aber findet ihr nicht, dass He-Man selbst schon ziemlich homosexuell aussieht?

Trash Commando 2000 hat gesagt…

Klar ist He-Man schon irgendwie gay. Und Prinz Adam erst! Der ist die homosexuelle Version von He-Man!
Über Fisto muss man wohl nicht reden.

Commodore schmidlabb

Anonym hat gesagt…

Allein schon der Name HE-Man, das ist doch eindeutig!
Tja bei so viel gayness kann man sich natürlich fragen, was die Macher dabei so im Hinter...kopf hatten.

Trash Commando 2000 hat gesagt…

He-Man heißt übersetzt glaube ich sowas wie Teufels- oder Pfundskerl. Wenn meine Erinnerung da stimmt, dann ist die Wahl des Namens an sich schon fragwürdig. Aber guck dir mal die Musiker der 80er an: Adam Ant, Boy george...

gegen Die wirkt He-man tatsächlich wie der letzte mann auf der Erde... ähm Eternia!

Trash Commando 2000 hat gesagt…

He-Man heißt übersetzt glaube ich sowas wie Teufels- oder Pfundskerl. Wenn meine Erinnerung da stimmt, dann ist die Wahl des Namens an sich schon fragwürdig. Aber guck dir mal die Musiker der 80er an: Adam Ant, Boy george...

gegen Die wirkt He-man tatsächlich wie der letzte mann auf der Erde... ähm Eternia!

Sebastian Wulff hat gesagt…

hier scheint jemand arge probleme mit seiner sexualität zu haben...

Sammy hat gesagt…

He-Man ist und bleibt der geilste, das ist ja wohl vollkommen klar:-)