Der Blog für Trashfilme und B-Kultur


Was essen eigentlich B-Movie Schauspieler?
Vincent Price hat neben der Schauspielkunst noch weitere Leidenschaften. Eine davon war das Kochen. Der gute Mann hat sogar mehrere Kochbücher geschrieben und auf Band aufgenommen. Unseren kleinen, privaten Halloween Vincent Price-Marathon haben wir dann zum Anlass genommen ein paar Rezepte auszuprobieren. Zuerst hatte ich ja Bedenken, weil die Rezepte nicht nur aus den 70er und 80ern stammen, sondern der Koch auch ein Amerikaner war, der Gaumen jedoch gerne modernen Trends folgen will und gar nicht so viele Starköche dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten entstammen.
Aber Alter - der Scheiß ist lecker! Ihr seid angehalten diesen Post nicht nur zu lesen und nachher zu vergessen, sondern kocht diese einfachen und schnellen Rezepte für 4 Personen doch mal selbst oder gebt sie eurer Mutter zu Weihnachten.
Also: mitmachen lautet das Gebot der Stunde, denn sonst habt ihr nichts davon.

Als Vorspeise - Vincent Price Curried Tomato Salad


Zutaten:
250 Gramm Tomaten
4 Esslöffel Butter
1/3 Tasse gehackte Zwiebeln
1 Teelöffel eures liebsten Currypulvers
680 Gramm gekochter Langkornreis
6 Esslöffel Erbsen (frisch oder TK) alternativ: eine halbe Dose
Salz und schwarzer Pfeffer zum Abschmecken
Brunnenkresse zum garnieren

Zubereitung:
Tomaten waschen und in Spalten schneiden
Zwiebeln in Butter anschmelzen bis sie schön glasig sind
Anschließend das Curry-Pulver zu den Zwiebeln geben, umrühren und schön schwenken
Den Reis kochen (oder gekochten Rest verwerten) und mit den Erbsen, den Tomaten und den Curry-Zwiebeln vermischen
Mit Salz und Pfeffer abschmecken und gut umrühren
Auf einem Servierteller mit den Tomatenspalten anrichten und nach eigenem Gusto mit Brunnenkresse verzieren
Unsere Erfahrung:
Auch wenn die Verwendung von Curry in diesem Tomatensalat Rezept erst komisch klingt und wir keine Freunde von Reissalat sind, ist der hier echt lecker gewesen. Das Currypulver sollte dazu schön scharf sein oder man pimpt es mit Chiliflocken etwas auf.
Als Alternative zum Reis geht sicher auch Couscous, der (wie der Reis) am besten wird, wenn man schon das Kochwasser mit Salz und Curry würzt.

Als Hauptgericht – Vincent Price’s Sopa Poblano

Zutaten:

1 Esslöffel Öl (z.B. Sonnenblumenöl)
1 kleine Zwiebel, gehackt
1 Dose Mais
1 Poblano Chilischote (ersatzweise 1 Jalapeño + 1 Fresno-Chili)
1 kleine Zucchini, fein geschnitten
1 Avocado, geschnitten
1 rote Paprika, geschnitten
3 Esslöffel Tomatenmark
300ml Brühe (Huhn oder Gemüse)
30 Gramm geriebenen Parmesan
Salz und Pfeffer nach Geschmack
(Im Originalrezept kommt noch 250 Gramm gewürfelter Schinken mit in die Suppe)
Zubereitung:
Das Öl in der Pfanne erhitzen und die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten. Falls ihr den Schinken wollt, dann jetzt zu den Zwiebeln und anrösten.
Das kleingeschnittene Gemüse hinterher und auch ein wenig dünsten.
Tomatenmark dazu und das Ganze mit Brühe ablöschen.
Ca. 7 Minuten köcheln lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Vor dem Servieren den Parmesan unterrühren und gut.
Unsere Erfahrung:
Lecker wird die Chilisuppe auch mit etwas Tabasco oder Tabasco-Jalapeño (grüne Flasche) sowie zusätzlichem Raucharoma (z.B. mit etwas HP-Soße, Typ Woodsmoke), denn die vorgesehene Poblano Chilischote geht schon in die Rauchgeschmack-Richtung.
Ist mal eine nette Abwechslung zu dem sonst so üblichen Chili con carne.

Als Beilage – Vincent Price’s Cheese Delights-Biscuits


Zutaten:
150 Gramm gekühlte Butter oder Margarine
250 Gramm geriebenen Cheddar-Käse (alternativ geht auch mittelalter Gouda, aber Cheddar ist DER Käse der Amis)
250 Gramm Mehl
½ Teelöffel Salz
¼ Teelöffel Cayenne-Pfeffer
halbe oder gehobelte Mandeln (ca. 30 Stück)
grobes Salz (oder normales Salz für obendrauf)

Zubereitung:
Den geriebenen Käse mit der kalten Butter in einer Schüssel vermengen (am besten mit den Pfoten schön matschen)
Dann das Salz, cen Cayenne-Pfeffer und das Mehl dazu geben und alles tüchtig kneten, bis man einen Ball daraus formen kann. Das dauert ca. 5-10 Minuten, man braucht aber trotz erstem Augenschein keine weitere Flüssigkeit!
Den Teig für eine Stunde in Folie gewickelt in den Kühlschrank legen
Wenn die Stunde um ist, den Ofen auf 180° vorheizen und den Teig auspacken, um ihn in eine oder mehrere Rollen von ca. 4cm Durchmesser zu formen
Von den Teigrollen ca. 1 cm dicke Taler abschneiden
Die Taler auf Backpapier legen, mit Cheddarhobeln bestreuen, mit Mandelhälften belegen und mit etwas Salz garnieren
Für ca. 8 Minuten in den heißen Ofen schieben und danach als lecker Beilage genießen!

Unsere Erfahrung:
Die Kekse waren scheißlecker! Der absolute Knaller! Weich, würzig und mit etwas angeknuspertem Käse obendrauf supergut. Wir mussten uns schwer beherrschen, nicht alle zu fressen, bevor die Gäste davon kosten konnten.
Sie eignen sich auch prima zum so knabbern –z.B. während Bloodsport läuft.

Als Nachspeise – Dark and Handsome Mousse for Dark and Handsome Men


Zutaten:
200 Gramm Bitterschokolade (ruhig auch hochprozentig bitter)
60ml Milch
1 ½ Teelöffel Rum (oder ein wenig Rum-Aroma oder keins von beiden)
4 Eiweiß
4 Eigelb
1 Päckchen Sahnsteif
170 Gramm Zucker
½ Teelöffel Vanille-Aroma (das mit dem hübschen Araber drauf)
1 Prise Salz
4-6 Minzblätter zum garnieren

Zubereitung:
Die Bitterschokolade im Wasserbad schmelzen
Rum und Milch einrühren und die geschmolzene Schokolade von der Hitze nehmen
Die Eiweiße mit einer Prise Salz und Sahnesteif sehr steif schlagen (bis es schön glänzt)
Eigelbe mit dem Zucker schaumig-fest schlagen
Die Eigelb-Zucker-Masse in die Schokolade unterrühren bis das Ganze homogen ist
Danach vorsichtig den Eischnee unterheben
Die fertige Schokomasse dann in Gefäße füllen und kalt stellen
(Bei uns hat schon eine Stunde im Kühlschrank gereicht, um die Masse fest werden zu lassen)
Vor dem Verzehr (nach Belieben) mit Minzblättern verzieren

Unsere Erfahrung:
Das Rezept ist super für eine einfach und schnell zubereitete und dennoch aufschneiderisch lockere Schokoladen Mousse, mit der man die Angebetete oder auch jeden anderen schwer beeindrucken kann.
Falls die Masse vor dem Kühlen noch ein wenig heterogen und /oder nach kleinen Klümpchen aussieht –keine Angst: das verschwindet im Prozess des Auskühlens zu Gunsten vieler schöner Lufteinschlüsse. Yumm Yumm.

10 von 10 möglichen Michelin-Sternen

Commodore Schmidlabb und Baroness van Munchhausen im Auftrag von Vincent Price
PS: die Fotos dienen als Serviervorschlag

1 Kommentar:

Baronesse von Munchhausen hat gesagt…

Nach dem Vincent Price-Ballooza-Wochenende kann ich nur sagen: den Köchen hat's geschmeckt, die Gäste haben gelobt, am Ende leben alle und sind begeistert von Vincents einfachen, aber schmackhaften Rezepturen. Noch leckerer wird's nur in Kombination mit einem guten Price/Poe/Corman-Film!