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Darktown Strutters
(aka get down and boogie)

USA 1975
90 Min.
Regie:
William Witney
Darsteller:
Trina Parks- Syreena
Roger E. Mosley – Mellow
Norman Bartold – Commander Cross
u.v.a.
Wie sagte es einst der deutsche Dichter Mathias Claudius? „Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ Diese Zeile gilt natürlich auch für mich, denn ich unternahm just diese Woche eine längere Lustfahrt mit der Bahn.
Fuhr man früher mit Eisenrössern in der Holzklasse auf Bänken und neben Hühnerkäfigen oder gar Kriegsversehrten, so haben wir es doch heute besser – das nötige Kleingeld vorausgesetzt. Denn um wirklich Komfort genießen zu können muss man schon ICE fahren. Aber dann kann man die Bausünden des Landes und die grüne Heide mit 283 Sachen an sich vorbeirauschen lassen. Selbstverständlich kann man der grünen Heide auch „Leck mich“ zurufen und die Glubscher auf einen mitgebrachten Bildschirm richten. So geschehen in meinem Fall und über den Schirm lief Darktown Strutters. Die Aufmerksamen unter euch sagen jetzt vielleicht schon „Oh je. Jetzt zitiert er einen Dichter und redet übers Bahnfahren – der Film kann nix taugen. Bestimmt will er die Rezension strecken“ Und diesen aufmerksamen Lesern muss ich Annerkennung zollen! Bravo! Fein erkannt! Obwohl auch nur zum Teil...
Darktown Strutters ist kein schlechter Film, aber beim vorliegenden Material handelt es sich um eine Blaxploitation-Groteske. (Ja so was gibt es) und demgemäß ist er verschroben, abstrus und somit schwer wiederzugeben. Zudem ist die Geschichte nebensächlich und schnell zusammengefasst: Biker-Chick sucht verschwundene Mutter.
Somit komme ich gleich zu meinem Fazit. Was macht Darktown Strutters aus? Wie schon erwähnt handelt es sich bei dem Film um eine Blaxploiattion Groteske. Das sieht man nicht alle Tage. Das gilt auch für die Kostüme. Sie verdienen Beachtung und Spott zugleich und spielen für mich in der Oberliga der B-Movie-Gewandung.
Das Problem ist, dass der Film als Satire nicht witzig genug ist und die Slapstick-Szenen schlecht gemacht sind. Der Film ist trotz der spontan in Gesang verfallenden Belegschaft auch kein richtiges Musical. Bietet der schwarze Film der 70er Jahre Soundtrack-Perlen wie Superfly und Gordon’s War, muss ich leider sagen, dass Darktown Strutters hier deutlich den Kürzeren zieht. Der Film leidet nicht nur einmal unter Hängern, doch er kann am Ende etwas aufdrehen und versöhnlich stimmen. Bleibt abschließend zu sagen: Für Fans und Freunde des abwegigen Films interessant.
5 von 10 möglichen Punkten
NKC




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